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Bisher größtes kollektives Verbot von Duftstoffen in Krankenhäusern und im Gesundheitsbereich in Schweden realisiert

von Silvia Müller

geschrieben am 6. Oktober 2008

Alle siebzehn Krankenhäuser der schwedischen Region um Göteborg sind seit dem 10. September 2008 duftstofffrei. Über ein halbes Jahr hat die Krankenhausbehörde an einen Maßnahmenkatalog für das Duftstoffverbot gearbeitet, der nun in Kraft getreten ist. Das Duftstoffverbot sorgt dafür, dass weder Patienten, noch Angestellte und Ärzte oder Besucher die Gebäude beduftet betreten dürfen. Auch die Reinigungsmittel wurden konsequent auf duftfreie Produkte umgestellt.

Hintergrund für das Duftstoffverbot
Der zunehmende Einsatz duftstoffhaltiger Produkte und die breitflächige Benutzung parfümhaltiger Kosmetika, Parfüms, Aftershaves verursachen bei vielen Menschen verschiedenartige Beschwerden, wie beispielweise Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsverlust, Ekzeme und Atembeschwerden. Für Asthmatiker gelten Duftstoffe als Auslöser Nummer Eins für Asthmaanfälle. Für chemikaliensensible Menschen sorgen Duftstoffe neben Zigarettenrauch dafür, dass ihnen ein Sozialleben meist gänzlich versagt ist.

Rücksicht
Die Duftstoffindustrie verwendet über 3000 verschiedene Chemikalien zur Herstellung ihrer duftenden Produkte. Hinzukommen noch ätherische Öle, deren gesundheitliche Bedenklichkeit man gerade intensiver zu erfassen beginnt. Gesundheitliche Beschwerden durch Duftstoffe werden immer häufiger von einer Vielzahl von Menschen in der Allgemeinbevölkerung beklagt. In Schweden leiden laut Aussage von Wissenschaftlern und Behörden rund 6% der Gesamtbevölkerung unter einer Hypersensibilität gegenüber Duftstoffen. Diese Personengruppe stellt den Hauptgrund für die neue Regelung der Krankenhäuser dar.

Breitflächiges Duftstoffverbot
Die Politiker des Gesundheitsausschusses der Region Göteborg haben mit dem nun in Kraft getretenen Duftstoffverbot ein Exempel statuiert und gleichzeitig dafür gesorgt, dass für alle 45 000 Angestellten in den Krankenhäusern und in der Verwaltung des Gesundheitswesens die gleichen Richtlinien des Rauch- und Duftstoffverbotes gelten. Dieser Beschluss gilt ebenso für die Grundversorgung und Zahnärzte.

Schweden übernimmt Vorreiterposition
In den USA und Kanada gibt es bereits einige Krankenhäuser und Universitäten mit Duftstoffverbot. Doch weltweit dürfte dies das erste Mal sein, dass eine solche große kollektive Anstrengung betrieben wird, um eine duftfreie Umgebung im Gesundheitsbereich zu schaffen.

In Deutschland gibt es bisher keine vergleichbaren Regelungen, lediglich drei Warnmeldungen des Umweltbundesamtes, die darauf hinwiesen, dass man zum Wohle von Allergikern und Chemikaliensensibeln auf Duftstoffe in öffentlichen Räumen verzichten solle. Duftstoffverbote sind bisher nur von drei privaten deutschen Umweltkliniken bekannt.


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3 Reaktionen zu “Bisher größtes kollektives Verbot von Duftstoffen in Krankenhäusern und im Gesundheitsbereich in Schweden realisiert”

  1. Amelie

    Die Schweden sind sehr vorausschauend in Sachen Duftstoffverbot. Da das UBA in Deutschland bereits seit mehreren Jahren vor dem Einsatz von Duftstoffen warnt, wäre es mehr als begrüssenswert, wenn auch bei uns angemessene Regelungen getroffen würden. Denn die zunehmende Zahl an Allergikern, speziell auch bei den Duftstoffallergikern spricht dafür, dass Handeln dringend erforderlich ist.

  2. Ulli

    Ich leide an Asthma und mir macht das Parfum meiner Mitmenschen schwer zu schaffen. Es ist mir unverständlich, dass der Duftstoffkonsum zur Zeit so stark ansteigend ist, im Zeitalter von Asthmatikern und Allergikern. Aber ich denke, es ist den Verbrauchern nicht bewusst, welchen gesundheitsschädigenden Stoffen sie durch Parfum Tag täglich ausgesetzt sind.

    Ich als Selbstbetroffener würde eine solche Maßnahme wie in Schweden, für Deutschland auf alle Fälle sehr begrüssen, es würde mir gesundheitlich sehr viel Erleichterung verschaffen. Denn ich erinnere mich ziemlich ungern an meinen letzten Krankenhausaufenthalt, dort bekam ich einen schlimmen Asthmaanfall, als sich mein Zimmerkollege mit seinem Deo vollsprühte. Zum Glück hatte ich mein Asthmaspray griffbereit.

  3. Silvia

    Hallo Amelie,

    unserem Umweltbundesamt sind leider die Hände gebunden, es kann nur Empfehlungen aussprechen, keine gesetzlichen Regelungen veranlassen. Weitere intensive Aufklärung könnte aber helfen und dazu führen, dass Krankenhäuser, Schulen und so mancher Betrieb von sich aus eine Leitlinie und Vorschrift für ein Duftstoffverbot erlässt.

    Grüsse,

    Silvia


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