Biosiegel bürgen für Qualität
Große Verwirrung herrscht oft beim Thema Biosiegel. Kein Wunder, denn schließlich gibt es eine Vielfalt an unterschiedlichen Siegelzeichen - wer soll da noch durchblicken? Auch über “Fake-Bioprodukte” mit erfundenen Emblemen hat man schon so manches gehört. Um handfeste Tatsachen zu liefern: Wenn sie folgende Bio-Symbole auf den Verpackungen sehen, liegen Sie goldrichtig. Denn die Hersteller dieser Produkte müssen tatsächlich sehr strenge Richtlinien einhalten, um einen dieser zertifizierten Siegel zu erhalten.
1. Das EU Biosiegel
Die Ware muss mindestens zu 95% nach biologischen Kriterien produziert sein. Das heißt,: es dürfen keine mineralischen Dünger, Pestizide sowie keine genmanipulierten Organismen für die Zucht verwendet werden. Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden und müssen Zugang zu frischer Luft und Tageslicht haben. Weiterhin ist der Zusatz von Antibiotika und so genannten “Leistungsförderern” im Futter verboten. Die Bio-EU-Verordnung erlaubt dennoch 47 Zusatzstoffe bis zum fertigen Endprodukt. Einzelne Vertriebsteile des Hofes dürfen konventionell arbeiten. Produkte mit EU-Bio-Siegel bekommt man mittlerweile in vielen Drogerien und Supermärkten!
2. Das Demeter Siegel
Dieses Siegel besteht bereits seit 1928. Lebensmittel werden nach antroposophischen Grundsätzen produziert. D.h. auch kosmische Bedingungen wie Mondphasen etc. werden berücksichtigt. Neben diesen esoterisch anmutenden Tatsachen wird vor allem darauf geachtet, dass der Betrieb zu 100% Bio produziert. Gänzlich biologische Präparate werden verwendet. Auf artgerechte Tierhaltung wird größten Wert gelegt. Die Vorgaben sind um einiges strenger, was zwar zu einem höheren “Bio-Faktor” der Produkte führt, sich aber auch im Preis niederschlägt.
3. Das Naturland Siegel
Auch hier sind die Bedingungen viel strenger, als es die EU-Verodnung es vorschreibt. Die Tiere müssen mit Bio-Futterstoffen vom eigenen Hof gefüttert werden, der Hof muss komplett auf Bio umgestellt sein. Es wird nur natürlicher Dünger verwendet. Die Herkunft der Lebensmittel ist über eine eigene Internetseite und eine Code-Nummer auf der Verpackung für jeden Verbraucher nachvollziehbar. Naturland e.V. ist eine der wichtigsten Zertifizierungsstellen für ökologischen Landbau und betreut weltweit ca. 49.000 Bauern.
4. Das Bioland Siegel
Bioland ist der größte ökologisch arbeitende Anbauverband. Rund 4500 Bauern in Deutschland gehören dazu. Auch hier muss der Hof gänzlich auf Bio umgestellt sein. Die Anzahl der Tiere darf nur halb so groß sein wie bei den EU-Richtlinien, das Futter muss zu 100% biologisch erzeugt sein. Es gelten strenge Richtlinien bei Pflanzenschutzmitteln und Düngern sowie eine Vielzahl von weiteren Vorschriften, die bei der EU-Verordnung gar nicht berücksichtigt werden.
Informieren Sie sich auch unter www.bio-siegel.de und vor allem: Verwenden Sie doch öfter mal biologische Produkte! „Biologisch“ ist ja heute nichts anderes, als ein Synonym für relativ „naturbelassen“ – ein Zustand, der für unsere Großeltern immerhin selbstverständlich war. So tun Sie nicht nur etwas für Ihre Gesundheit (Studien belegen ein Vielfaches an Omega-3-Fettsäuren in tierischen Produkten wie Milch, Eier, Fleisch), sondern auch etwas gegen Massentierhaltung und Pestizid-Überdosis.
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