Innehalten
Wie geht es Ihnen? Wissen Sie noch, wo Ihnen der Kopf steht, oder sind Sie schon untergegangen in den Weihnachtsvorbereitungen? Schlafen Sie gut, oder können Sie nicht abschalten, weil noch so vieles zu tun ist? Das muss eingekauft und gebacken werden, Geschenke müssen ausgesucht werden, über die sich die Beschenkten wirklich freuen (und die dennoch bezahlbar sind), es wird geschmückt, geplant und gebastelt. Machen Sie sich schon Sorgen, ob es am Heiligen Abend wieder zum Streit zwischen Ihren Kindern oder der Verwandtschaft kommt? Stöhnen Sie schon bei dem Gedanken, dass Sie sich wieder zerreißen müssen in dem Bemühen, es allen recht zu machen? Fragen Sie sich verzweifelt, wie es Ihnen gelingen kann, alle erwarteten Besuche unter einen Hut zu bringen? Sind Sie gar geschieden und müssen ein eifersüchtiges Gezerre um Ihre Kinder fürchten?
Dann halten Sie einfach einmal inne. Setzen Sie sich in einen gemütlichen Sessel und erinnern Sie sich an den Grund für Ihren ganzen Stress: Vor gut 2000 Jahren wurde in einer armseligen Hütte ein Kind geboren, das Ihren Aufwand als Erwachsener mit einem mitleidigen, liebevollen Lächeln registriert hätte. Der Sinn des Weihnachtsfestes geht in all den klingelnden Glöckchen und klimpernden Kassen meistens unter, aber Sie können sich jetzt besinnen.
Jesus wurde aus Liebe geboren, und darum brauchte er weder Ruhm noch Reichtum. Seine Botschaft bleibt wahr, auch wenn sie immer wieder im Glühweinduft vernebelt wird: Wir alle werden geliebt, auch wenn wir arm oder hässlich oder einsam sind. Wir werden geliebt, auch wenn wir zickig, grob, ungerecht oder unehrlich waren, wenn wir Schuld auf uns geladen oder Gott längst aus den Augen verloren haben. ER hat uns nicht aus den Augen verloren; daran soll das Weihnachtsfest uns erinnern.
Gönnen Sie sich Zeiten der Stille. Schauen Sie auf den Schein Ihrer Adventskerzen, statt den neuesten Deko- Objekten nachzujagen. Backen Sie mit Ihrer Familie; hat keiner Lust dazu, können Sie die Kekse auch kaufen! Schenken Sie Ihren Kindern Zeit, spielen und lachen Sie mit ihnen, dann können die Geschenke auch kleiner ausfallen. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, allen gerecht zu werden; besuchen Sie in diesem Jahr die einen, empfangen Sie im nächsten die anderen. Sagen Sie klar, wo Ihre Grenzen sind, damit auch Sie am Weihnachtsabend Besinnlichkeit genießen können! Nehmen Sie Trubel mit Humor und belasten Sie sich am Heiligen Abend nicht mit einem Festmenü (da schmeckt auch eine deftige kalte Platte). Perfektion ist nicht nötig, die gab es im Stall von Bethlehem auch nicht.
Das Beste an Weihnachten sind nicht Christstollen und Kaufrausch, sondern ist die Erinnerung daran, was wirklich wichtig ist: Liebe, Fröhlichkeit, Zuwendung, Gelassenheit, Bescheidenheit. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wirklich frohe Adventszeit!
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