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Erdnussallergie - Entscheidender Risikofaktor ...

Erdnussallergie - Entscheidender Risikofaktor aufgedeckt

Silvia Müller

von
verfasst am 19.02.2009

Erdnussallergie ist eine relativ häufig auftretende Nahrungsmittelallergie, die einen sehr schweren Verlauf nehmen kann. Todesfälle und Anaphyalxie sind bekannt. An vielen amerikanischen Schulen herrscht aus diesem Grund vollständiges Erdnussverbot. Kein Schüler darf Erdnüsse oder ein Brot mit Erdnussbutter mit in die Schule bringen, um sensibilisierte Mitschüler nicht in Gefahr zu bringen.

Für englische Wissenschaftler ein Anlass, den zugrundeliegenden Sensibilisierungspfad für Erdnussallergie näher zu erforschen.
 
Faktoren für Sensibilisierung auf Erdnüsse
Bisher ging man davon aus, dass eine Sensibilisierung über die Haut durch Cremes und Öle, die Erdnussöl enthalten, einer der Hauptfaktoren für eine Sensibilisierung seien. Um dies näher zu erörtern, führte ein englisches Wissenschaftlerteam eine Untersuchung bei Kindern durch. Die Untersuchungsgruppe bestand aus Kindern mit Erdnussallergie (PA), Kontrollpersonen mit hohem Risiko (Kinder mit Allergie auf Ei) und einer Kontrollgruppe ohne Allergien.

Erdnusskonsum während der Schwangerschaft
Durch einen Fragebogen wurde von den Wissenschaftlern ermittelt, ob die Mutter während der Schwangerschaft Erdnüsse gegessen hatte, ob das Kind gestillt wurde, sowie weitere Details über das erste Lebensjahr. Das Ergebnis war interessant, bei einer Gruppe von 133 Kindern mit Erdnussallergie lag der durchschnittliche Erdnusskonsum der Mutter pro Woche höher (18,8g) als bei der Gruppe von 150 Kindern ohne Allergien und der Risikokontrollgruppe von 160 Kindern (1,9g). Auch die Unterschiede im Konsum von Erdnüssen während der Schwangerschaft und während der Stillphase waren signifikant. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Aspekt unrelevant ist, nachdem die Daten hinsichtlich des Konsums von Erdnüssen und Erdnussprodukten im Haushalt abgeglichen wurden.
 
Vorsicht  Erdnussbutter
Ein Dosis-Wirkungszusammenhang wurde zwischen umgebungsbedingtem Erdnusskontakt (nicht oral) und der Entwicklung einer Erdnussallergie festgestellt. Besonders relevant zeigte sich hierbei Erdnussbutter. Ein frühzeitiger oraler Kontakt mit Erdnüssen bei Kindern, die hohen Kontakt durch ihre Umgebung hatten, zeigte sich hingegen sogar als Schutzeffekt gegen eine Erdnussallergie.

Risikofaktor - umgebungsbedingter Kontakt zu Erdnüssen
Resultierend aus den Forschungsergebnissen der englischen Wissenschaftler besteht der größte Risikofaktor, eine Sensibilisierung auf Erdnüsse zu entwickeln, im Kontakt zu Erdnüssen im Umfeld und vor allem Erdnussbutter im Umfeld während der Kindheit. Das Essen von Erdnüssen während der Schwangerschaft und/oder Stillzeit hatte keinen Effekt auf das Entwickeln einer Erdnussallergie bei Kindern, was ebenfalls die Hypothese stützt, dass eine Sensibilisierung auf Erdnüsse durch umgebungsbedingten Kontakt entsteht.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12.02.2009


Literatur:
Fox AT, Sasieni P, du Toit G, Syed H, Lack G.Household peanut consumption as a risk factor for the development of peanut allergy, King's College London, the Medical Research Council and Asthma UK Centre in Allergic Mechanisms of Asthma, Division of Asthma, Allergy and Lung Biology, Guy's and St Thomas' National Health Service Foundation Trust, London, United Kingdom, J Allergy Clin Immunol. 2009 Feb., 123(2):417-23

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Kommentare zum Artikel (5)


20.02.2009 - 12:58 Uhr

Hallo Silvia, hallo Jutta, dann habe ich den...

von Amelie

... Bericht doch richtig interpretiert, ich konnte mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das bloße Einatmen von Erdnussbutter oder Erdnüssen in der Raumluft solch schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann. Also muss man selbst keine Erdnüsse konsumieren, um eine Erdnussallergie zu entwickeln, das bloße Vorhandensein in der Umgebung kann das Fass zum Überlaufen bringen. Grüsse Amelie

19.02.2009 - 23:08 Uhr

Hallo Amelie, wie das zu verstehen ist? Man...

von Jutta

... bekommt eine Erdnussallergie am häufigsten durch Essen von Erdnussbutter. (Ob die stillende Mutter des Allergikers Erdnüsse gegessen hat, ist nicht so wichtig.) Viele Grüße Jutta

19.02.2009 - 23:04 Uhr

Hallo Amelie, genau das ist gemeint. Erdnüsse...

von Silvia

... oder Erdnussbutter frei stehen lassen oder im Umfeld von Kindern essen reicht völlig aus. Erdnussallergene sind sehr problematisch, deshalb hat ein relativ großer Teil amerikanischer Schulen bereits völliges Erdnussverbot. Kein Pausenbrot mit Erdnussbutter oder Erdnussriegel darf auch nur mitgebracht, geschweige denn gegessen werden. Für Menschen die stark auf Erdnuss reagieren reichen nämlich schon winzige Spuren des Allergens in der Luft. Es braucht keine Zusätze in der Erdnussbutter. Auch Öko-Erdnussbutter ohne Zusätze sorgt in diesem Fall für einen Anfall. Schau so sieht das in der Praxis aus: http://schools.tdsb.on.ca/cliffwood/allergy.htm http://foodallergies.about.com/od/adultfoodallergies/f/nutsatschool.htm http://news.bbc.co.uk/1/hi/education/3682659.stm Grüsse, Silvia

19.02.2009 - 10:25 Uhr

Silvia, wie ist das zu verstehen, "Risikofaktor...

von Amelie

... - umgebungsbedingter Kontakt zu Erdnüssen"? Ist damit gemeint, dass man z. B. dadurch sensibilisiert werden kann, wenn man den Geruch von auf dem Tisch stehender Erdnussbutter einatmet, oder? So ganz verständlich ist das Resümee der Wissenschaftler für mich nicht. Grüsse, Amelie

19.02.2009 - 08:14 Uhr

Man müsste nun genau wissen, welche Zusatzstoffe...

von Franzi

... Erdnussbutter enthält. Wahrscheinlich resultiert das erhöhte Allergierisiko auf Grund der Lebensmittelzusätze der Erdnussbutter, die reine Erdnüsse eben nicht aufweisen. Oft sind Zusatzstoffe wie Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, Verdickungsmittel & Co. an der Entstehung von Allergien maßgeblich beteiligt. Unseren Nahrungsmittel werden ja nicht gerade wenige dieser Stoffe beigemischt.


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