Artikel 19/08/2009

Atemwegsbeschwerden, Kurzatmigkeit durch Schimmelpilze nicht in jedem Raum des Hauses gleich

Team jameda
Team jameda
atemwegsbeschwerden-kurzatmigkeit-durch-schimmelpilze-nicht-in-jedem-raum-des-hauses-gleich

Durch Überisolierung von Wohnhäusern aus Energiespargründen, stellt Schimmel in Wohnhäusern zunehmend ein erhebliches Problem in unseren Breiten dar. Kleinkinder und Menschen mit bereits existierenden Atemwegsbeschwerden sind besonders gefährdet. In Wohnhäusern ist jedoch meist nicht jeder Raum gleich stark befallen, es gibt erhebliche Unterschiede und wer denkt, im Bad sei es am Schlimmsten, liegt falsch.

Atemwegsbeschwerden durch Schimmel
Eine aktuell erschienene wissenschaftliche Studie des finnischen Gesundheitsministeriums beschäftigte sich intensiv mit schimmel- und feuchtigkeitsbedingten Atemwegsbeschwerden und Kurzatmigkeit bei Kleinkindern. Die Ursache ist zumeist in den Wohnhäusern der Kinder zu finden. Die Wissenschaftler untersuchten daher den objektivierbaren Einfluss von Feuchtigkeitsschäden und sichtbarem Schimmel in den Häusern. Ein weiterer Aspekt der untersucht wurde, war die schimmelbedingte Auswirkung auf Krankheitszahlen bei Kleinkindern mit Atemwegsbeschwerden und allergisch bedingter Sensibilisierung.

Baubiologen nehmen Wohnwohnhäuser unter die Lupe
Um objektiv beurteilen zu können, ob Kleinkinder tatsächlich durch ihren Wohnraum erkranken, ließen die finnischen Wissenschaftler die Häuser von 396 Kindern durch Baubiologen in Augenschein nehmen. Der Werdegang der Kinder die an der Studie teilnahmen, wurde durch Fragebogen für den Zeitraum von deren Geburt bis zum Alter von 18 Monaten weiterverfolgt. Zusätzlich wurde deren IgE im Alter von einem Jahr ermittelt.

Achtung - In der Küche fühlt sich Schimmel wohl
Ärztlich diagnostizierte Kurzatmigkeit und Atembeschwerden konnten durch das Wissenschaftlerteam mit bestimmten Wohnräumen in Zusammenhang gebracht werden. Es stellte fest, dass der Schweregrad von Feuchtigkeitsschäden in der Küche, sichtbarer Schimmel in den Hauptwohnbereichen und besonders im Schlafzimmer, mit den Beschwerden der Kinder in Zusammenhang stand.

Auch die Eltern von Studienkindern waren betroffen. Das Risiko für Kurzatmigkeit bei den Eltern stieg mit dem Schweregrad der Feuchtigkeitsschäden in der Küche an, ganz unabhängig von erkältungsbedingten Atembeschwerden. Feuchtigkeitsschäden im Badezimmer oder anderen Innenraumbereichen hatten keine Signifikanz für die Kurzatmigkeit. Auch Husten oder Atemwegsinfekte spielten keine Rolle.

Erhöhtes Risiko durch Schimmel 
Die aktuelle finnische Studie unterstützt vorherige Beobachtungen von Wissenschaftlern, dass Schimmelprobleme in der Küche und in den Hauptwohnbereichen das Risiko erhöht, dass Kleinkinder unter Kurzatmigkeit leiden. Die Studienergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit, Gesundheitsbeschwerden in verschiedenen Lebensbereichen des Wohnhauses unterschiedlich zu bewerten.

Die Wissenschaftler gaben zusätzlich den Hinweis, dass Feuchtigkeit und Schimmelexposition ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer „Katzenallergie“, in diesem Fall ist eine Sensibilisierung auf Hautschüppchen von Katzen gemeint, darstellen.

Signale aus der Studie im Alltag umsetzen
Die Studie des finnischen Gesundheitsministeriums gibt ein Signal, dass nicht nur das Badezimmer täglich mehrfach gut gelüftet werden sollte, sondern auch die anderen Wohnbereiche, insbesondere die Küche. Gerade nach dem Kochen sollte für mindestens eine viertel bis halbe Stunde gelüftet werden, damit die durch das Kochen entstandene Feuchtigkeit weitgehend entweichen kann. Gleiches gilt für das Schlafzimmer. Dieses Zimmer muss täglich richtig gut gelüftet werden, weil der Körper im Schlaf erhebliche Mengen an Feuchtigkeit freisetzt, die zu Schimmelbildung führen kann.

Reference:
Karvonen AM, Hyvärinen A, Roponen M, Hoffmann M, Korppi M, Remes S, von Mutius E, Nevalainen A, Pekkanen J., Confirmed moisture damage at home, respiratory symptoms and atopy in early life: a birth-cohort study., Environmental Health Department, National Institute for Health and Welfare, Kuopio, Finland, Pediatrics. 2009 Aug;124(2):e329-38. Epub 2009 Jul 27.

Die Veröffentlichung dieser Inhalte durch jameda GmbH erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung der jeweiligen Autoren.

Die Inhalte der Experten Ratgeber ersetzen nicht die Konsultation von medizinischen Spezialisten. Wir empfehlen Ihnen dringend, bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder medizinischen Behandlung stets eine qualifizierte medizinische Fachperson zu konsultieren. Der Inhalt dieser Seite sowie die Texte, Grafiken, Bilder und sonstigen Materialien dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine gesundheitlichen Diagnosen oder Behandlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Meinungen, Schlussfolgerungen oder sonstige Informationen in den von Dritten verfassten Inhalten ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors darstellen und nicht notwendigerweise von jameda GmbH gebilligt werden. Wenn die jameda GmbH feststellt oder von anderen darauf hingewiesen wird, dass ein konkreter Inhalt eine zivil- oder strafrechtliche Verantwortlichkeit auslöst, wird sie die Inhalte prüfen und behält sich das Recht vor, diese zu entfernen. Eigene Inhalte auf unserer Website werden regelmäßig sorgfältig geprüft. Wir bemühen uns stets, unser Informationsangebot vollständig, inhaltlich richtig und aktuell anzubieten. Das Auftreten von Fehlern ist dennoch möglich, daher kann eine Garantie für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität nicht übernommen werden. Korrekturen oder Hinweise senden Sie bitte an experten-ratgeber@jameda.de.


www.jameda.de © 2025 - Wunscharzt finden und Termin online buchen.

Diese Webseite verwendet Cookies.
Surfen Sie weiter, wenn Sie unserer Cookie-Richtlinie zustimmen.