Es muss nicht immer Lasik sein!

Dr. Engels

von
verfasst am 06.12.2012

© Yuri Arcurs - Fotolia.comNahezu die Hälfte aller Deutschen sind Brillenträger, sie sind kurz-, weit- oder alterssichtig. Neben den üblichen Korrekturen wie Brille und Kontaktlinse existiert auch die Laserbehandlung. Neben dem Lasikverfahren, welches sich über die letzten 20 Jahre einen festen Platz in der Behandlung von Fehlsichtigkeiten erstritten hat, existieren heute innovative Verfahren, die neue Therapieoptionen ermöglichen. Wenn man den KRC-Richtlinien (Kommsision für refraktive Chirurgie) folgt, dürfte eine Behandlung jenseits der -8,0 dpt und jenseits der +4,0 dpt erst gar nicht durchgeführt werden, da das Risiko für den Patienten deutlich ansteigt. Hier setzen die neuen Verfahren ReLEX und SmILE (small incision Lenticule Extraction) an.

Diese von der Fa. Zeiss entwickelten Verfahren existieren seit ca. vier Jahren und sind erst seit ein bis zwei Jahren im großen klinischen Einsatz. Der große Vorteil ist, dass auf eine Flap verzichtet werden kann und somit mehr Hornhautdicke im Sinne der Behandlung zur Verfügung steht. Folglich sind auch höhere Kurzsichtigkeiten von im Einzelfall mehr als -10 dpt möglich. Faktisch wird in der Hornhaut ein linsenförmiger Körper mittels Femtolaser erzeugt, welcher der Fehlsichtigkeit entspricht und über einen 3 mm großen Schnitt aus der Hornhaut entfernt. Die Ergebnisse dieser Behandlung sind inzwischen denen der Lasik ebenbürtig.

Bei der herkömmlichen Lasik-OP wird mittels Femtosekundenlaser oder Minihobel ein Hornhautdeckel präpariert, der aufgeklappt wird. Die Dicke des Deckels beträgt zumeist zwischen 100 und 120 Micrometer. Genau diese Dicke steht dann nicht mehr für einen evt. Abtrag zur Verfügung und geht somit für die Behandlung verloren. Im zweiten Schritt wird dann mit einem Excimer-Laser die Hornhaut verdünnt und somit die Brechkraft verändert. Nach Zurücklegen des Deckels besteht dann Brillenlosigkeit, da der Brechungsfehler behoben ist.

Zusammenfassend haben beide Verfahren ihre Berechtigung. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren sind in der folgendenTabelle zusammengestellt.

Vorteile der Lasik:

  • Lange Erfahrung
  • Leichte Nachbehandelbarkeit (da die Flap nur langsam anwächst)
  • Schnelles Erreichen des maximalen Visus

Nachteile der Lasik:

  • Alle Komplikationen der Flap möglich, z.B. Dislokation, -Verlust, Epitheleinwachsen
  • Maximale Behandelbarkeit geringer als bei SmiLE
  • Deutlich höhere Energie-Applikation mit Auswirkungen auf die Hornhaut

Vorteile von SmiLE:

  • Keine Flap und daher keine Flapkomplikationen
  • Kaum Probleme mit trockenem Auge
  • Kaum postoperative Symptome

Nachteile von SmiLE:

  • Bei sehr kleinen Fehlsichtigkeiten nicht zu empfehlen
  • Visuserhohlung dauert drei Tage, ist dann aber gleich der Lasik
  • Deutlich kürzere Erfahrung

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Kommentare zum Artikel (1)


07.12.2012 - 18:55 Uhr

Sehr geehrter Dr. Engels, das klingt sehr schön....

von Fatima Özoguz

... Ich habe mir Lasik überlegt, aber scheute das Risiko. Was kostet dieses Verfahren, und wo wird es durchgeführt? mit freundlichen Grüßen, F. Özoguz

Dr. Engels

Antwort vom Autor am 11.12.2012
Dr. med. Bert-Friedrich Engels

Die Kosten sind im wesentlichen gleich. Abhänig von ihrer Fehlsichtigkeit muss entschieden werden welches die besser Behandlungsmöglichkeit ist. Derzeit gibt es ausser uns noch 2 weitere Anbieter dieser Technik in Köln. Ausserhalb Kölns gibt es weitere Anbieter. Im Netz einfach \\\"ReLEx, SmiLE oder Visumax als Suchbegriffe ingeben


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