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Übersäuerung - krank ohne Grund?

Übersäuerung - krank ohne Grund?

Dr. Wagner-Koch

von
verfasst am 05.03.2010

© detailblick - Fotolia.com
Sie fühlen sich müde und abgespannt? Ihre Gelenke tun weh, und ihre Abwehrkräfte lassen zu wünschen übrig? Ihre Verdauung ist nicht mehr so wie früher, Sodbrennen und unangenehme Blähungen machen Ihnen zu schaffen. Diese sehr unterschiedlichen Beschwerden haben oft eine gemeinsame Ursache: die Übersäuerung des Stoffwechsels. Wie der saure Regen das Gleichgewicht in der Natur bedroht, richtet ein Zuviel an Säuren auch in unserem Körper schwere Schäden an. Da auch hier das gesamte Ökosystem beeinträchtigt wird, können in praktisch allen Organen Störungen auftreten.

Was sind eigentlich Säuren und Basen?
Säuren sind Flüssigkeiten, die ein freies positiv geladenes Wasserstoffion besitzen. Die Gegenspieler der Säuren sind die Basen. Sie können das Wasserstoffion der Säure aufnehmen. Wie stark eine Säure bzw. eine Base wirkt, gibt der pH-Wert an. Die pH-Skala reicht von 1 bis 14. Ein pH-Wert von 1 bis unter 7 steht für eine Säure, ein pH-Wert von über 7 bis 14 bezeichnet eine Base. Stoffe mit einem pH-Wert von 7 reagieren weder sauer noch basisch, sie sind neutral.

pH-Wert in Balance
Unser Organismus ist bestrebt, den pH-Wert des Blutes sehr konstant zwischen 7,36 und 7,43, also in einem schwach basischen Bereich zu halten. Schon bei geringen Abweichungen kommt es zu schweren gesundheitlichen Störungen. Bestimmte Puffersysteme im Blut regulieren die Feineinstellung und sorgen dafür, das der pH-Wert im Blut konstant bleibt. Doch wo bleibt die überschüssige Säure, mit der unser Körper täglich überschüttet wird? Der Säureüberschuss muss vorübergehend woanders zwischengelagert werden. Und das geschieht in einem wichtigen Bereich des Körpers - dem Bindegewebe.

Das Bindgewebe - das "Urmeer" des Körpers
Als Bindgewebe bezeichnet man die Substanz, in welche die einzelnen Körperzellen eingebettet sind. Dieses Gewebe ist von großer Bedeutung für die Funktionsfähigkeit des Organismus. Die gesamte Versorgung der Zellen mit Nährstoffen, aber auch der Abtransport der Abfallprodukte muss immer über diese winzigen Zwischenräume erfolgen. Das Bindegewebe stellt deshalb die Transitstrecke zwischen den Körperzellen und den Ausscheidungsorganen dar. Es schluckt Giftstoffe, die aus dem Blut herantransportiert werden, genauso bereitwillig wie Stoffwechselschlacken, die von den Zellen produziert wurden.

Die große Säuredeponie
Auch die Säuren landen, wenn die Puffersysteme im Blut erschöpft sind, im Bindegewebe. Sie lagern sich an die dort vorhandenen Kollagenfasern an. Die können die saure Wirkung jedoch nicht "entschärfen" und dienen nur als "Zwischenlager". Bleiben die Säuren länger im Bindegewebe liegen, zerstören sie die festen Kollagenfasern. Das Gewebe wird schlaff und ausgeleiert, und die Bildung von Cellulitis und Falten begünstigt. Übersäuerung macht also nicht nur krank. Es beschleunigt auch unerwünschte Alterungsprozesse.

Wie es überhaupt zu einer Übersäuerung kommt, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

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