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Abnehmen mit dem Magenballon

Dr. Tappe

von
verfasst am 22.07.2012

© Marc Dietrich-Fotolia
Wie funktioniert ein Magenballon?

Der Magenballon reduziert das Magenvolumen. Bei der Nahrungsaufnahme stellt sich schnell ein Völlegefühl ein, welches eine weitere Kalorienzufuhr unterbindet. Hierdurch wird eine Gewichtsabnahme unterstützt. Zusätzlich sollte jedoch Bewegung und eine ausgewogene Kost Grundbaustein jeder Gewichtsreduktion sein.

Wer profitiert von einem Magenballon?

Sind bereits alle konventionellen Wege, Gewicht zu verlieren, ohne Erfolg beschritten worden, kann ein Magenballon hilfreich sein. Gerade bei deutlichem Übergewicht sind alleinige Diäten häufig nur von geringem Erfolg. Folgeerscheinungen von Übergewicht sind jedoch unter anderem der Diabetes mellitus Typ II, Herzinfarkt oder Gelenkbeschwerden.

Wie wird ein Magenballon eingesetzt?

Der Magenballon wird im Rahmen einer Magenspiegelung eingebracht. Zunächst werden Gründe gegen einen Magenballon (z.B. ein Magengeschwür oder eine große Zwerchfellhernie) ausgeschlossen. Dann erfolgt die Positionierung des Ballons in der Mitte des Magens. Das Füllvolumen des Ballons beträgt rund 400- 700 Milliliter. Dieses geschieht in einem leichten Schlaf. Die Dauer des Eingriffes beträgt nur wenige Minuten.
Nach sechs Monaten muss der Magenballon wieder entfernt werden. Auch dieses erfolgt durch eine Magenspiegelung.

Chancen und Risiken

Bis zu 20 Kilogramm können mit dem Magenballon in sechs Monaten an Gewicht verloren werden. Sollte eine weitere Gewichtsabnahme durch einen Ballon unterstützt werden müssen, kann eine erneute Anlage erfolgen.
Neben den Risiken einer Magenspiegelung, die als gering einzustufen sind, kann in seltenen Fällen der Ballon zu einem Druckgeschwür führen. Bei anhaltenden Schmerzen ist daher der Ballon wieder zu entfernen. In den ersten Tagen nach Einsetzen des Ballons ist jedoch Unwohlsein und Übelkeit die Regel, bis sich der Körper an den Magenballon gewöhnt hat. Nach rund drei Tagen sind diese Beschwerden häufig nicht mehr vorhanden.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass der Magenballon platzt. Dieses wird zunächst selbst nicht bemerkt. Um dieses zu registrieren, wird der Füllflüssigkeit ein Farbstoff beigefügt, der dann freigesetzt vom Körper aufgenommen und über den Urin ausgeschieden wird. Die Farbveränderung zeigt an, dass der Ballon einen Schaden genommen hat und entfernt werden sollte. Damit wird das insgesamt geringe Risiko, durch die Ballonhülle einen Darmverschluss zu erleiden, auf Null gebracht.

Kostenerstattung der Krankenkasse

Anträge auf Kostenerstattung durch die Krankenkasse müssen vor Einsetzen des Ballons erfolgen und werden durch die Kassen individuell, häufig durch Vorstellung beim medizinischen Dienst, entschieden. 

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