Schwangerschaftsdiabetes - Früherkennung kann Komplikationen verhindern

Petra Müller

von
verfasst am 10.08.2009

Etwa jede 20. Frau entwickelt in der Schwangerschaft zu hohe Blutzuckerwerte, die sich nach der Geburt in den meisten Fällen wieder normalisieren. Deshalb spricht man von einem Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes.  Diese Form der "Zuckerkrankheit" kann in bis zu 5% aller Schwangerschaften nachgewiesen werden und ist somit die häufigste Stoffwechselerkrankung in der Schwangerschaft.

Besonders gefährdet für einen Gestationsdiabetes sind Frauen mit familiärer Vorbelastung (Typ-2-Diabetes-Patienten in der Familie), Übergewicht, vorangegangenen Geburten von Kindern mit einem Geburtsgewicht über 4.000 g, Problemen mit dem Zuckerstoffwechsel bereits vor der Schwangerschaft oder einem nachgewiesenen Diabetes in einer früheren Schwangerschaft.

Erhöhte Blutzuckerwerte sind für Mutter und Kind problematisch.  Sie begünstigen Infektionen von Harnwegen und Scheide, beeinträchtigen die Entwicklung des Kindes und erhöhen das Risiko für eine Fehlgeburt. Es ist deshalb besonders wichtig, einen Schwangerschaftsdiabetes möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Schwangeren Frauen wird zur Früherkennung ein oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) zwischen der 24. und 28. Woche empfohlen. Bei verdächtigen Symptomen wie auffällig starkem Durst, häufigem Harndrang oder Gewichtsabnahme, sowie bei Frauen mit oben genannten Risikofaktoren sollte dieser Test jedoch schon früher durchgeführt werden.

Zur Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes stehen nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Bei der Mehrzahl der Frauen mit Gestationsdiabetes genügen eine konsequente Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, um die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Werden unter diätetischen Maßnahmen die erforderlichen Zielwerte nicht erreicht, ist eine Insulintherapie unumgänglich (blutzuckersenkende Tabletten stehen in der Schwangerschaft nicht zur Verfügung!). Ungefähr jede vierte bis fünfte Frau mit Schwangerschaftsdiabetes muss zusätzlich Insulin spritzen. Nach Beendigung der Schwangerschaft ist in aller Regel eine Weiterführung der Insulintherapie nicht notwendig, da sich nach der Geburt bei den meisten Betroffenen der Blutzucker völlig normalisiert. Nur bei etwa 4 Prozent der Frauen bleibt der Diabetes nach Ende der Schwangerschaft bestehen.

Wichtig für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes:
Das Risiko, nach einem Gestationsdiabetes im weiteren Leben an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken ist stark erhöht. Studien zeigen, dass mehr als 50 Prozent aller Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb der darauffolgenden 10 Jahre einen Diabetes entwickeln. Bei insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes sind die Zahlen noch gravierender. Hier erkranken 61 Prozent der Frauen innerhalb von 3 Jahren nach der Entbindung an Typ-2-Diabetes.

Frauen mit vorangegangenem Schwangerschaftsdiabetes sollten deshalb unbedingt auf ihre Ernährung achten, Übergewicht reduzieren und häufiger ihren Blutzucker kontrollieren lassen, um einen beginnenden Diabetes möglichst früh zu erkennen und damit das Risiko später auftretender Folgeerkrankungen zu minimieren.


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