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Soja und Co. bei Beschwerden in den Wechseljahren

Soja und Co. bei Beschwerden in den Wechseljahren

Dr. Iris Hinneburg

von
verfasst am 31.01.2011

©fred goldstein-Fotolia.com
Symptome wie Hitzewallungen, starkes Schwitzen oder Herzklopfen können Frauen die Wechseljahre schwer machen. Viele von ihnen leiden außerdem unter psychischen Beschwerden, etwa depressiver Verstimmung oder Schlaflosigkeit. Mediziner führen diese Symptome auf den abfallenden Hormonspiegel zurück. Bis vor einigen Jahren war die Behandlung deshalb klar: Einnahme von Hormonen.


Heute weiß man allerdings, dass Hormone das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen und Schlaganfälle erhöhen können. Deshalb werden Hormone heute nur noch bei starken Beschwerden verordnet. Viele Frauen greifen bei leichten Symptomen zu den vermeintlich harmloseren pflanzlichen Mitteln. Doch ob diese tatsächlich wirksam sind und unbedenklich eingenommen werden können, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert.

Verschiedene Heilpflanzen
Traubensilberkerze, Soja, Rotklee, Salbei oder Sibirischer Rhabarber: Sie alle sollen bei Wechseljahresbeschwerden helfen. Für die betroffenen Frauen ist die Auswahl alles andere als einfach: Einige der Präparate sind als Arzneimittel zugelassen, andere als Nahrungsergänzungsmittel. Die Anforderungen an die Qualität der Ausgangsstoffe und den Nachweis der Wirksamkeit liegen bei Arzneimitteln deutlich höher. Wer über die Einnahme von pflanzlichen Mitteln nachdenkt, sollte sich deshalb im Zweifelsfall für das Arzneimittel entscheiden.

Am besten: Beratung in der Apotheke
Aber auch bei den Arzneimitteln gibt es Unterschiede. Grund dafür ist hauptsächlich die Gesetzgebung, die sich für pflanzliche Arzneimittel in den letzten Jahren aufgrund von EU-Vorgaben mehrfach geändert hat. Da es für jede Gesetzesänderung aber Übergangsfristen gibt, sind derzeit eine Vielzahl von Präparaten mit unterschiedlichem Zulassungsstatus auf dem Markt. Am besten untersucht sind Arzneimittel mit Extrakten aus der Traubensilberkerze. Der Apotheker berät gerne, welches Präparat im jeweiligen Fall am besten geeignet ist.

Pflanzlich heißt nicht nebenwirkungsfrei
„Das ist doch rein pflanzlich" - häufig kommt das Missverständnis auf, dass pflanzliche Mittel automatisch nebenwirkungsfrei sind. Dieses positive Vorurteil ist aber falsch. So sind beispielsweise Fälle bekannt geworden, dass es bei der Einnahme von Extrakten aus der Traubensilberkerze zu Leberschädigungen kommen kann. Bisher ist es allerdings nicht klar, wie häufig diese Nebenwirkung auftritt.

Umstrittene Bewertung von Soja
Seit einiger Zeit umstritten ist der Stellenwert von Soja. Soja-Präparate sind derzeit nur als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt. Behörden haben Bedenken geltend gemacht, dass nach Ergebnissen von Studien die Einnahme möglicherweise das Risiko für Brustkrebs erhöhen kann. Hersteller von Soja-Produkten halten dem entgegen, dass in asiatischen Ländern, in denen traditionell viel Soja verzehrt wird, die Brustkrebsrate niedriger ist als in Europa. Ähnliche Kontroversen bestehen auch bei der Wirksamkeit gegen Wechseljahresbeschwerden. Derzeit prüft die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Soja-Produkte und wird in den nächsten Monaten eine umfassende Stellungnahme abgeben.


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