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Training für den Beckenboden

Dr. Iris Hinneburg

von
verfasst am 11.07.2011

© memo - Fotolia.com
Die Muskulatur des Beckenbodens gehört zu den unbekannten Regionen des Körpers. Sie fällt meist erst auf, wenn sie nicht mehr richtig funktioniert. Gezieltes Training kann helfen, die Muskeln zu kräftigen. Dieser Gesundheitstipp erklärt, welche Aufgaben der Beckenboden hat und wie Sie ihn stärken können.

Stütze für die Organe im Bauchraum
Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskeln, die sich an der Unterseite der Beckenknochen spannen. Diese Muskeln bilden verschiedene Schichten, die gitterförmig übereinander liegen. Der Beckenboden unterstützt die inneren Organe wie Gebärmutter und Blase und sorgt dafür, dass sie an der richtigen Stelle im Bauchraum bleiben.

Hilfe für die Schließmuskeln
Eine Unterstützung sind die Muskeln des Beckenbodens auch für die Schließmuskeln, die die Entleerung von Darm und vor allem der Blase kontrollieren. Denn die ringförmigen Muskeln am Ausgang der Harnröhre sind nur relativ schwach und können bei stärkerer Belastung den Urin allein nicht zurückhalten. Mit Hilfe der Beckenbodenmuskeln, die den Blasenausgang umgeben, kann diese Anstrengung aber gemeistert werden.

Beckenbodenmuskeln entdecken
Wer seinen Beckenboden noch nicht bewusst wahrgenommen hat, kann ihn mit einer einfachen Übung entdecken: Dazu muss man nur versuchen, beim Wasserlassen den Harnstrahl anzuhalten. Die Muskeln, die dabei angespannt werden, gehören zum Beckenboden.

Wenn der Beckenboden schwächelt
Besonders gefährdet für eine Beckenbodenschwäche sind Frauen. Während einer Schwangerschaft müssen die Muskeln durch das Baby in der Gebärmutter eine größere Last tragen und werden deshalb besonders leicht geschwächt. Aber auch bei Übergewicht werden die Muskeln belastet. In seltenen Fällen kann auch eine Nervenschädigung, zu der es etwa bei einer Operation kommen kann, die Ursache für eine Beckenbodenschwäche sein.

Schwerwiegende Folgen
Eine schwache Beckenbodenmuskulatur kann für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben. So leiden manche Frauen, besonders im fortgeschrittenen Alter, unter einer Gebärmuttersenkung. Noch deutlich häufiger sind Inkontinenzformen, die mit einer Beckenbodenschwäche zusammenhängen. Bei der sogenannten Belastungsinkontinenz verlieren die Patienten beispielsweise beim Niesen oder Husten je nach Ausmaß der Erkrankung tropfen- oder schwallweise Urin, da die Beckenbodenmuskeln unter dem erhöhten Druck im Bauchraum nachgeben.

Trainieren hilft
Mit Hilfe gezielter Übungen können die Muskeln des Beckenbodens aber gestärkt werden. Experten empfehlen Frauen, nach der Geburt an der Rückbildungsgymnastik teilzunehmen. Dabei wird speziell der Beckenboden trainiert, um den Folgen der Schwangerschaft entgegenzuwirken. Bei den Übungen geht es darum, die Muskulatur gezielt anzuspannen. Deshalb ist es am besten, die Übungen unter Anleitung zu lernen. Danach kann man auch zu Hause alleine weiterüben. Entsprechende Kursangebote gibt es häufig auch bei Volkshochschulen oder Physiotherapeuten. Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligen sich auch die Krankenkassen an den Kosten der Kurse.


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