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Myome - neue medikamentöse ...

Myome - neue medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Prof. Dr. Kleine-Gunk

von
verfasst am 02.08.2012

© Darren Baker - fotolia.com
Myome sind die häufigsten soliden Tumore des weiblichen Genitaltraktes. Etwa 30 bis 40 Prozent aller Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr haben derartige Muskelgeschwülste der Gebärmutter. Zumeist sind dies reine Zufallsbefunde, die keinerlei klinische Beschwerden verursachen. In diesen Fällen ist auch keinerlei Therapie notwendig.

Je nach Sitz und Größe können Myome allerdings zu Blutungsanomalien führen (sehr starke oder unregelmäßige Blutungen). Im Einzelfall können Myome auch sehr groß werden und üben dann Druck auf die Nachbarorgane wie Blase oder Darm aus.

Die klassische Therapie von Myomen besteht in einer Operation (Gebärmutterentfernung oder Myomausschälung). Als Medikamente standen bisher nur sogenannte GnRH-Analoga zur Verfügung. Diese bewirken eine Art künstliche Wechseljahre. Durch den Hormonentzug schrumpfen die Myome. Allerdings sind diese Präparate mit starken Nebenwirkungen verbunden. Nach Absetzen wachsen die Myome erneut. Aus diesem Grund sind die Medikamente lediglich geeignet, um das Myom vor einer Operation etwas zu verkleinern.

Die gleiche Wirkung wie die GnRH-Analoga erzielt auch eine neue Substanzklasse, die sogenannten selektiven Progesteronrezeptormodulatoren (SPRM´s). Hauptvertreter ist das Ulipristalacetat. Ähnlich wie die GnRH-Analoga führt dieser Wirkstoff zu einer deutlichen Schrumpfung der Myome. Auch starke Blutungen werden schnell unter Kontrolle gebracht.

In zwei Dingen unterscheidet sich die neue Substanz allerdings von den alten GnRH-Analoga:
Zum einen hat sie deutlich weniger Nebenwirkungen. Die klimakterischen Beschwerden, die bei den älteren Medikamenten auftraten, sind hier nicht zu verzeichnen. Zum anderen ist die Schrumpfung der Myome offensichtlich von anhaltender Dauer. Auch nach Absetzen der Medikamente kam es in den meisten Fällen nicht zu einem erneuten Myomwachstum.

Zur Zeit ist das neue Präparat - ähnlich wie die alten GnRH-Analoga - nur zur operationsvorbereitenden Behandlung zugelassen. Durch das Schrumpfen der Myome wird eine anschließende Operation erleichtert. Die Verminderung der Blutungen beeinflusst darüber hinaus auch die häufig bestehende Anämie (Blutarmut) positiv. Dies ist für eine Operation ebenfalls wichtig.

Aufgrund der Tatsache, dass die Myome anhaltend schrumpfen, zeichnet sich aber bereits jetzt auch die Möglichkeit ab, dass das entsprechende Präparat nicht nur zur Vorbereitung einer Operation dient, sondern in vielen Fällen auch für die alleinige Behandlung des Uterus myomatosus eingesetzt werden kann. Um dies zu beurteilen, sollte jedoch unbedingt ein Arzt konsultiert werden, der sowohl in der medikamentösen als auch in der operativen Therapie von Myomen ausreichende Erfahrung besitzt.

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Kommentare zum Artikel (7)


08.08.2014 - 11:46 Uhr

Guten Tag, habe mit Interesse ihren Artikel...

von Gabi

... gelesen und habe nun die Frage wo finde ich einen Arzt der in der medikamentösen sowie in der operativen Therapie Erfahrung besitzt? Ich lebe in NRW in der Nähe von Dortmund, bin aber auch bereit weiter zu fahren. Viele Grüße Gabi

04.07.2013 - 14:31 Uhr

sehr geehrter her Prof., ich habe mit interesse...

von r

... ihre ausführungen gelsen und war von der besonderen sorgfalt in ihren antworten beeindruckt. ich habe ein myom, zu dem mein gynäkologe einzig die idee hat, mir den uterus zu entfernen. ich möchte mein organ aber gern behalten. beschwerden habe ich keine, auch nicht bei der monatlichen blutung. ich kann es durch die bauchdecke tasten und habe manchmal ein unangenehmes druckgefühl im bauch. ich überlege, sie zu konsultieren. wo praktizieren sie und wie kann ich mich zum zweck einer terminvereinbarung mit ihnen in verbindung setzen? ich bedanke mich für ihre bemühungen und grüße sie freundlich r

Prof. Dr. Kleine-Gunk

Antwort vom Autor am 08.07.2013
Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

Sehr geehrte Patientin, wie ich schon mehrfach erläutert habe, gibt es zur Gebärmutterentfernung inzwischen sehr viele Alternativen (sowohl chirurgisch wie auch medikamentös). Um im jeweiligen Einzelfall die richtige Alternative zu finden ist allerdings in der Tat eine Untersuchung (auch mittels Ultraschall) erforderlich. Diese können Sie selbstverständlich auch in meiner Praxis vornehmen lassen. Sie erreichen mich in der Schön Klinik Nürnberg/Fürth, Europaallee 1, 90763 Fürth, Tel: 0911/9714-621. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer website www,kleine-gunk.de Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit verbleibe ich Ihr Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

22.05.2013 - 19:03 Uhr

Ich habe heute yentreve 20 von meiner...

von Jutta Schönfisch

... Frauenârztin verschrieben bekommen. Dieses Medikament soll mein Myom verkleinern. In der Beschreibung des Medikamentes wird diese Wirkung überhaupt nicht erwähnt. Was soll ich davon halten? Ich würde mich über eine Antwort freuen und was würden Sie empfehlen. Ich muss erwähnen das ich eine Lebererkrankung PBC habe.

Prof. Dr. Kleine-Gunk

Antwort vom Autor am 08.07.2013
Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

Sehr geehrte Frau Schönfisch, was Sie mir da schreiben ist in der Tat etwas ungewöhnlich. Yentreve® ist ein Medikament zur Behandlung der Harninkontinenz (der Unfähigkeit, den Urin zu halten). Zur Behandlung von Myomen ist es in der Tat nicht geeignet. Ist es vielleicht so, dass Sie angegeben haben, Blasenbeschwerden zu haben, die evtl. durch das Myom bedingt sind? Dann könnte es sein, dass Ihnen Ihre Frauenärztin Yentreve® verordnet hat, um symptomatisch diese Blasenbeschwerden etwas zu bessern. Eine Schrumpfung des Myomes werden Sie durch des Medikaments defintiv nicht erzielen. Um Ihnen weitere Empfehlungen geben zu können, was Sie bei dem Myom tun können, fehlen mir leider genauere Informationen (Welche Beschwerden bestehen? Wie groß ist das Myom?, Besteht noch Kinderwunsch? etc). Falls Sie mir hierzu detailiertere Angaben machen, kann ich auch ein wenig differenzierter Stellung nehmen. Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit Ihr Prof. Dr. med, Bernd Kleine-Gunk

03.04.2013 - 08:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Kleine-Gunk, Ihr...

von Marianne

... Beitrag ist sehr interessant. Ein Medikament habe ich auf Verordnung meines Frauenarztes 3 Monate eingenommen, um das große mit der Rückwand verwachsene Myom zu verkleinern. 4 Monate durfte ich entspannt und ohne Blutungen genießen. Nach exakt 4 Monaten haben Sturzblutungen und krampfartige Schmerzen wieder eingesetzt.Das Myom hatte sich durch das Medikament nur minimal zurückgebildet (ist wenigstens nicht weiter gewachsen!). Nun versuchen wir mit einer Minipille die Blutungen wieder etwas in den Griff zu bekommen. Dies ist nach 4wöchiger Einnahme noch nicht geschehen. Die Blutungen haben zum exakten Termin wieder überaus stark eingesetzt. Bleibt wirklich nur die OP? Oder ist die Ultraschallmethode noch eine Alternative? Was halten Sie davon? Danke - freundliche Grüße und frohe Ostern wünscht Ihnen Marianne

Prof. Dr. Kleine-Gunk

Antwort vom Autor am 03.04.2013
Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

Sehr geehrte Patientin, wenn eine 3monatige Behandlung mit Esmya und der Einsatz der Minipille die Blutungen nicht in den Griff bekommen haben, so sind in der Tat die medikamentösen Therapien weitgehend ausgeschöpft. Dennoch gibt es natürlich weiterhin Alternativen zu einer Operation. Dazu gehören die Myomembolisation oder auch die von Ihnen erwähnte Ultraschallmethode. Diese habe ich ausführlich in meiner Antwort auf Ihre Frage im Artikel \"Gebärmutterentfernung - in vielen Fällen vermeidbar\" dargestellt. Diesbezüglich darf ich also auf meine dortige Antwort verweisen. Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit verbleibe ich Ihr Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

22.02.2013 - 22:49 Uhr

Welche Medikamente enthalten die sog. selektiven...

von Dr. Seidel

... Progesteronrezeptormodulatoren? Seit wann sind sie auf dem Markt? Sind sie allgemein zugelassen?

Prof. Dr. Kleine-Gunk

Antwort vom Autor am 25.02.2013
Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

Sehr geehrter Herr Dr. Seidel, das Präparat mit den selektiven Progesteronrezeptormodulatoren heist Esmya®. Es ist seit Anfang 2012 auf dem Markt. Die derzeitige Zulassung ist begrenzt auf die präoperative Vorbereitung. Es sollten also vor allem Frauen behandelt werden, die für eine Myomoperation vorgesehen sind. Hierbei bewirkt das Präparat sowohl eine Schrumpfung der Myome als auch eine rasche Normalisierung der Blutungen. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

01.09.2012 - 19:41 Uhr

Als Arzt ist es immer schwer, andere Ärzte zu...

von Professor Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

... empfehlen. Aber wenn Sie im Nürnberger Raum wohnen, können Sie natürlich auch bei mir persönlich vorbeikommen. Obwohl wir eine reine Privatpraxis sind, bieten wir für Selbstzahler kostengünstige Pauschalen an. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

31.08.2012 - 00:27 Uhr

welchen arzt kann ich in nürnberg oder egal wo...

von jacqueline

... fragen, der sich sowohl als auch auskennt???


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