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Probleme in der Schwangerschaft

Ingeborg Stadelmann

von
verfasst am 16.11.2010

Angst
Ängste sind in der Schwangerschaft ganz normal: Angst ums Kind, Angst vor der Geburt, Angst vor dem Muttersein. Diese Ängste hat es immer schon gegeben, trotzdem belasten und beunruhigen sie - mal mehr, mal weniger. Bei Mehrgebärenden werden diese Ängste oft von traumatischen Erstgeburten ausgelöst sowie der Sorge, den wachsenden Aufgaben als Mutter nicht gerecht zu werden.

Sollte es Ihnen wie so vielen Frauen schwer fallen, dieses Thema offen anzusprechen, so vertrauen Sie sich dennoch Ihrer Hebamme an: Sie kennt die Ängste der Frauen und nimmt sich Zeit für ein Gespräch, sie wird Ihnen Mut machen und Ihre Zuversicht stärken. Viele der Fragen und Probleme, die Sie möglicherweise bedrücken, werden auch in meinem Buch "Die Hebammen-Sprechstunde" beantwortet.

Blutungen
Eine Blutung muss immer medizinisch abgeklärt werden. Suchen Sie bei aktiver, hellroter Blutung unverzüglich eine Klinik auf! Bei unauffälligem medizinischen Befund, d.h. wenn Ihre Vitalfunktionen und die Ihres ungeborenen Kindes nicht gestört sind und es sich um eine tröpfelnde, passive und dunkle Blutung handelt, kann eine konservative, häusliche Behandlung durch die Hebamme einsetzen. In der Frühschwangerschaft handelt es sich meist um harmlose Blutungen, da sich durch das enorme Wachstum der Gebärmuttermuskulatur kleine Schleimhautteilchen von der Innenwand ablösen. Aber auch nach dem Geschlechtsverkehr kann es in seltenen Fällen zu Kontaktblutungen am Muttermund kommen, die jedoch harmlos sind.

Erkältung
Bedingt durch einen sinkenden Hämoglobin-Wert und einen stabilen Hormonhaushalt werden Sie während Ihrer Schwangerschaft eher selten an Erkältungskrankheiten leiden. Eine lang andauernde Bronchitis oder Hustenattacken allerdings gefährden Sie und Ihr Kind, da durch die starke Zwerchfellbelastung eine frühzeitige Wehentätigkeit ausgelöst werden kann.

Hämorrhoiden
Die Schwangerschaftshormone bewirken im Mutterleib eine Hypotonie der glatten Muskulatur, durch die nicht nur die Aktivität der Darmmuskulatur, sondern auch die der Venenwände herabgesetzt wird. Es kommt zu Kreislaufproblemen, Krampfadern und eben auch Hämorrhoiden, die durch die verstärkte Durchblutung des kleinen Beckens noch begünstigt werden. Neben aromatherapeutischen Maßnahmen sind ausreichende
Bewegung und insbesondere Beckenbodentraining ebenso hilfreich wie Kaltwasseranwendungen.

Kopfschmerzen
In der Frühschwangerschaft treten aufgrund von Blutdruck und Kreislaufproblemen häufiger Kopfschmerzen auf. Können diese durch Bewegung und reichliche Flüssigkeitszufuhr nicht ausgeglichen werden, dann sind ätherische Öle meist sehr hilfreich. Dies gilt auch für wetterbedingten Kopfschmerz. In solchen Fällen hat sich vor allem das Allgäuer-Föhn-Öl IS bewährt. Aber auch die anderen genannten Aromamischungen
kann ich empfehlen. Treten die Kopfschmerzen allerdings in Verbindung mit Augenbeschwerden auf, muss unverzüglich die Ärztin aufgesucht werden!

Krampfadern
Der intraabdominale Druck, d.h. der Druck der Gebärmutter mit dem Kind auf die untere Hohlvene, bewirkt einen venösen Rückstau in den Beinen. Eine Bindegewebsschwäche, die oft erblich bedingt ist, verstärkt dann die Bildung von Varizen noch zusätzlich. Wenn Sie zu Krampfadern neigen, ist die wichtigste Maßnahme, die Venenpumpe regelmäßig in Gang zu halten, um den Rückstrom des venösen Blutes zum Herzen zu gewährleisten und um Stauungen und Schwellungen zu vermeiden. Die Hebamme zeigt Ihnen entsprechende Übungen dazu. Passende Stützstrumpfhosen bringen ebenfalls Erleichterung, ebenso wenn Sie mehrmals tagsüber die Beine mit einem Venenkissen hoch lagern.

Schlaflosigkeit
Meist sind schlechte oder quälende Träume sowie diffuse Ängste die Ursache von Schlafproblemen. Ein klärendes Gespräch mit einer einfühlsamen Hebamme kann Ihnen oftmals schon weiterhelfen. Achten Sie auch auf Ihre Schlafumgebung. Vielleicht benötigen Sie eine weichere Matratze oder reagieren verstärkt auf Erdmagnetfelder und Wasseradern. Katzenschlaf und häufiges Aufwachen allerdings sind kein behandlungsbedürftiger Zustand, sondern ein Umstellmechanismus auf die kommende Stillzeit. Um zu einem geruhsameren Schlaf zu finden, lassen Sie am besten eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen ein beruhigendes ätherisches Öl bzw. eine Duftmischung in der Duftlampe verdampfen.

Brustpflege in der Stillzeit
Um ein Wundwerden der Brustwarzen zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Warzen geschmeidig bleiben. Neben dem korrekten Anlegen des Kindes sollten Sie sich auch vor einem Hitze- oder Nässestau und vor extremer Kälte schützen. Lassen Sie deshalb Ihre Brüste nach dem Stillen möglichst an der Luft trocknen. Verzichten Sie auf Stilleinlagen mit Nässe oder Auslaufschutz und meiden Sie Kälte. Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Brustwarzenprobleme ist das Tragen von Stilleinlagen aus naturbelassener
Wolle und reiner Seide. Wolle und Seide wirken bakterizid, entzündungshemmend und heilend. Beide Naturfasern sind zudem atmungsaktiv und gewährleisten somit eine gute Luftzirkulation an der Brust. Wolle wärmt die Brust und hält sie trocken, denn die Flüssigkeit wird nach außen abgeleitet. Seide fühlt sich glatt, fein und weich an, verursacht keine Hautreizungen und wird von allen wollempfindlichen und -allergischen Frauen sehr gut vertragen. Sie kühlt bei Hitze und wärmt bei Kälte. Auch Seide ist saugfähig, ohne sich feucht anzufühlen. Auf die übliche Brustwarzensalbe, wie sie in manchen Kliniken empfohlen wird, kann bei der Verwendung von Naturfaser-Stilleinlagen aus Wolle und Seide gänzlich verzichtet werden – zumindest ist das meine Erfahrung als freiberufliche Hebamme. Sollten Sie auf Grund trockener Haut die Warzen trotzdem mit einer Salbe pflegen wollen, dann können Sie dies mit dem bewährten Melissen- oder Rosenbalsam tun. Basis dieser Balsame ist Sheabutter. Sie ist feuchtigkeitsbindend und reich an Vitamin E sowie Provitamin A. Diese Eigenschaften erhalten die Geschmeidigkeit der Haut und unterstützen die Wundheilung. Die leicht krümelige Konsistenz der Salben ist Ergebnis eines ganz natürlichen Kristallisationsvorgangs,
sie löst sich auf der warmen Körperhaut jedoch sofort auf.

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