Sexuell übertragbare Krankheiten auf dem Vormarsch
Eigentlich sind sie ein alter Hut, der niemanden mehr interessiert - und dennoch gewinnen sie immer mehr an Bedeutung: sexuell übertragbare Krankheiten (STD). Die Zahl dieser Krankheiten ist in den letzten Jahren nach einem kurzen Rückgang erneut wieder angestiegen.
Dafür wird vor allem eine neue Sorglosigkeit verantwortlich gemacht: Nachdem HIV entdeckt und die AIDS-Erkrankung bekannt wurde, haben sich viele Menschen bei ihren sexuellen Kontakten mit Kondomen geschützt. Nachdem aber AIDS vermeintlich seinen Schrecken verloren hat, beispielsweise auch durch die Berichterstattung über immer neue Therapiemöglichkeiten, hat offensichtlich eine „Kondommüdigkeit" eingesetzt - trotz der witzigen Appelle, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung produziert werden. In der Folge können sich auch andere sexuell übertragbare Erkrankungen besser verbreiten.Neben den „klassischen" Geschlechtskrankheiten wie Syphilis (Lues), Gonorrhoe (Tripper) und Ulcus molle (weicher Schanker), die durch Bakterien verursacht werden, gewinnen in den letzten Jahren vor allem Virusinfektionen an Bedeutung. Dazu gehören neben HIV auch Hepatitis-, Papilloma- oder Herpesviren. Was macht die STD so gefährlich? Besonders die bakteriellen Infektionen können bei unzureichender oder fehlender Behandlung bei Männern und bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Außerdem sorgen sie dafür, dass beispielsweise HIV leichter durch Schleimhäute gelangt und eine Infektion hervorrufen kann. Daneben können sie auch zu weiteren schweren Folgeschäden führen (etwa einen Befall des zentralen Nervensystems bei Syphilis).
Woran lässt sich eine Infektion mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung erkennen? Die „Klassiker" gehen häufig mit Brennen oder Jucken im Genitalbereich, Schmerzen beim Wasserlassen sowie einem teilweise eitrigen Ausfluss einher. Auch können sich je nach Erkrankung Geschwüre bilden, die ebenfalls ansteckend sind. Wenn man solche Symptome an sich entdeckt, sollte man schleunigst einen Arzt aufsuchen. Je früher die sexuell übertragbaren Erkrankungen behandelt werden, desto größer ist der Behandlungserfolg. Die Papillomaviren rufen - je nach Virustyp - Feigwarzen oder auch bösartige Tumore am Gebärmutterhals hervor. Aber hier kann es einige Zeit dauern, bis Symptome erkennbar sind. Hepatitis B ist dagegen eine Erkrankung, die selten an ihren meist unspezifischen Symptomen erkannt wird, sondern eher bei Blutuntersuchungen auffällt. Unbehandelt kann sich aber ein chronischer Leberschaden entwickeln.
Wie kann man sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen? Klar ist: Je häufiger man seinen Sexualpartner wechselt, desto größer ist die Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren. Durch die konsequente und sachgerechte Verwendung von Kondomen besteht ein geringes Risiko einer Infektion. Lediglich bei bestehenden infektiösen Geschwüren bzw. bei einem Filzlausbefall der Schambehaarung bieten Kondome keinen Schutz. So kann man also mit einer kleinen Maßnahme dafür sorgen, dass es nach einer schönen Liebesnacht kein böses Erwachen gibt.
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