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Homöopathische Therapie von HNO-Erkrankungen: ...

Homöopathische Therapie von HNO-Erkrankungen: ein Überblick

Dr. Mayer-Brix

von
verfasst am 23.11.2012

© Amir Kaljikovic - Fotolia.com
Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten der homöopathischen Therapie bei häufigen HNO-Krankheiten geben. 

Bitte beachten Sie, dass "Rezepthomöopathie" mit pauschalen Hinweisen meist nicht gut funktioniert und eine Selbstbehandlung bei chronischen Krankheiten nicht möglich ist.
In Akutfällen können sich Patienten mit Erfahrung oft schon gut helfen, wenn jedoch die Beschwerden immer wiederkehren, dann ist eine richtige Fallaufnahme durch einen erfahrenen Homöopathen erforderlich (sogenannte homöopathische Anamnese). Dies gilt auch für die meisten der unten aufgeführten Krankheiten!

Bitte beachten Sie, dass immer eine ausführliche schulmedizinische Abklärung Ihrer Beschwerden vor einer Therapie erfolgen sollte!

  1. Gehörgangsentzündungen: Wiederkehrende Gehörgangsentzündungen oder Ekzeme sind homöopathisch gut behandelbar, erfordern jedoch eine ausgedehnte Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte). Bei sehr akuten und stark schmerzhaften Entzündungen ist es nicht immer einfach, sofort das richtige Mittel zu finden. Dann sind Schmerzmittel, Ohrreinigung und lokale Antibiotika notwendig.
  2. Akute eitrige oder virale Mittelohrentzündungen: Sie sind sehr gut homöopathisch behandelbar, allerdings immer in der Hand des erfahrenen Arztes oder Homöopathen unter ärztlicher Kontrolle! Wiederkehrende Mittelohrentzündungen müssen grundlegend behandelt werden (Homöopathische Anamnese, siehe oben). Virale Mittelohrentzündungen können beim Erwachsenen auf das Innenohr schlagen und müssen HNO-ärztlich kontrolliert werden!
  3. Innenohrschwerhörigkeit: Eine akute Schwerhörigkeit wie beim Hörsturz kann man nach erfolgloser Therapie mit Infusionen noch mit einiger Aussicht auf Erfolg homöopathisch behandeln. Eine chronische Schwerhörigkeit ist nicht homöopathisch behandelbar.
  4. Ohrgeräusche/Tinnitus: Wenn sie nicht zu lange Zeit bestehen, sind sie von sehr erfahrenen Homöopathen gut behandelbar, in sehr lange bestehenden Fällen ist meist nichts mehr zu erreichen. Bei Ohrgeräuschen müssen zudem viele Ursachen abgeklärt und ggf. behandelt werden.
  5. Chronische Mittelohreiterungen oder wiederkehrende Paukenergüsse (bei Erwachsenen): Hier muss immer eine chronische Entzündung mit Knochenfraß ausgeschlossen oder ggf. operiert werden! Meist behandelt man homöopathisch, wenn eine oder mehrere Operationen erfolglos waren. Es gelingt häufig, die chronische Eiterung oder das ständig Wiederaufflackern bei Infekten oder nasskaltem Wetter zu beruhigen.
  6. Erkältungsneigung bei Kindern mit vergrößerten Polypen (Adenoiden), Paukenergüssen und ggf. vergrößerten Mandeln: Sie ist sehr gut homöopathisch behandelbar, wenn die Polypen und Mandeln nicht schon zu groß geworden sind, oder die Kinder schon lange Zeit schlecht hören. In sehr vielen Fällen kann eine Operation vermieden werden. Wenn das Kind aber stark beeinträchtigt ist, dann kann eine Operation der sinnvollere Weg sein. Wenn nach einer Operation noch häufige Infekte etc. bestehen, dann ist eine homöopathische Behandlung auf jeden Fall sinnvoll.
  7. Nasennebenhöhlenentzündungen: Sie sind akut und chronisch sehr gut homöopathisch behandelbar, wenn die Nebenhöhlen nicht durch zu starke Schwellungen der Schleimhäute oder Polypen blockiert sind. Dies muss vor der Behandlung HNO-ärztlich abgeklärt sein.
  8. Nasenpolypen bei Erwachsenen: Sie gehören zu den schwierigsten und hartnäckigsten Beschwerden. Sie kommen auch häufig nach einer Operation wieder. Leider sind sie auch homöopathisch schwierig zu behandeln. Häufig bestehen noch Allergien und Asthma, oft mit einer Unverträglichkeit von Salizylaten (Aspirin und viele Nahrungsmittel)
  9. Geruchsverlust: Er kann leider schon bei einem grippalen Infekt auftreten und danach bleiben, dann ist er oft noch gut homöopathisch behandelbar. Ursachen wie Polypen oder Tumore müssen unbedingt ausgeschlossen werden.
  10. Heuschnupfen und Allergien: Diese sind gut homöopathisch behandelbar, manchmal geht es sehr schnell, manchmal muss man etwas Geduld haben, aber auch schulmedizinisch werden hier ja drei Jahre veranschlagt … Eine gute Zwischenlösung, bis das richtige Mittel gefunden ist, sind Eigenblutspritzen, die sehr schnell wirken.
  11. Rachen- und Mandelentzündungen: Sie sind sehr gut homöopathisch behandelbar, besonders bei wiederkehrenden Halsschmerzen, Rachenentzündungen oder bei häufiger Antibiotika-Therapie von Scharlach bzw. Streptokokkenanginen. Sind die Mandeln stark vernarbt oder sondern ständig unangenehm riechende Talgpröpfe ab, dann ist eine Operation sinnvoller.
  12. Pfeiffersches Drüsenfieber, Mononukleose: Dies ist sehr gut homöopathisch behandelbar, der Verlauf kann häufig auf wenige Tage bis zu zwei Wochen abgekürzt werden. Es gibt keine schulmedizinische Therapie. Auch Folgen einer Mononukleose, wie ständig wiederkehrende Infekte, Lymphdrüsenschwellungen, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit sind sehr gut homöopathisch behandelbar.
  13. Kehlkopfentzündungen und Heiserkeit: Sie sind sehr gut homöopathisch behandelbar, es müssen aber HNO-ärztlich krankhafte Befunde wie Tumore, Stimmbandknötchen, Polypen sowie der Verdacht auf eine Refluxkrankheit (Reizung durch Magensäure) abgeklärt sein. Bei Heiserkeit kann eine logopädische Therapie (Stimmtherapie) notwendig sein.
  14. Pseudokrupp bei Kindern: Es müssen immer schulmedizinische Notfallmedikamente im Haus vorhanden sein. Wenn das Kind schlecht Luft bekommt immer den Notarzt rufen!! Diese Erkrankung ist gut über eine grundlegende Therapie (Konstitutionstherapie) behandelbar, auch für die Akutbehandlung gibt es gute homöopathische Mittel, diese werden jedoch meist in Fällen von weniger starken Anfällen eingesetzt.
  15. Allgemeine Erkältungsneigung: Sie ist sehr gut homöopathisch behandelbar.

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