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Akne: Unreine Haut und mehr

Akne: Unreine Haut und mehr

Dr. Iris Hinneburg

von
verfasst am 01.05.2011

Inhalte:

» Erkrankung mit vielen Faktoren
» Zuverlässiger Ansprechpartner: Der Hautarzt
» Nicht immer die Hormone
» Grundpflege
» Behandlung
» Einfluss der Ernährung 

 

© Eric Espig - Fotolia.com
In der Pubertät trifft es fast jeden: Pickel, Pusteln und Mitesser. Das konkrete Hautbild bei Akne kann ganz unterschiedlich sein. Gemeinsam ist allen Betroffenen jedoch der hohe Leidensdruck, den die Hauterkrankung mit sich bringt. Da tröstet es nur wenig, dass Akne bei den meisten Menschen spätestens nach dem 25. Geburtstag von selbst verschwindet.


Erkrankung mit vielen Faktoren

Hautärzte kennen Akne als eine Erkrankung, an der viele Faktoren beteiligt
sind. Wie schwer Jugendliche an Akne leiden, ist häufig auch familiär bedingt. Eine wesentliche Rolle spielen vor allem die Androgene, die männlichen Geschlechtshormone. Deshalb sind männliche Jugendliche deutlich häufiger und schwerer von Akne betroffen. Aber auch Frauen produzieren zu einem geringen Anteil Testosteron und Co. Die Hormone regen die Talgdrüsen zu einer vermehrten Produktion an. Bei Akne ist außerdem meist die oberste Hautschicht stärker verhornt, so dass der Talg schlecht abfließen kann: Es bilden sich Komedonen (Mitesser). Diese können sich entzünden und in Verbindung mit bestimmten Bakterien das typische Krankheitsbild verursachen.


Zuverlässiger Ansprechpartner: Der Hautarzt

© endostock - Fotolia.com

Während leichte Akne auch in Eigenregie behandelt werden kann, ist bei schwereren Formen der Hautarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann den Schweregrad der Akne einschätzen und die richtigen Medikamente verordnen. Viele Hautärzte können auch Kosmetikerinnen empfehlen, die auf die Behandlung von Akne-Haut spezialisiert sind. Denn bei starker Akne sollte man besser die Finger von den Pusteln lassen. Sie können sich sonst noch stärker entzünden und Narben hinterlassen. In schweren Fällen von Akne kann der Hautarzt auch beurteilen, ob noch andere Ursachen hinter den Pickeln stecken.


Nicht immer die Hormone

Neben den beschriebenen Faktoren können auch andere Krankheiten oder Medikamente Akne verursachen. So können beispielsweise hormonelle Erkrankungen für eine Überproduktion von Androgenen sorgen und zu Akne führen. Die Hauterkrankung ist auch als Nebenwirkung von manchen Medikamenten bekannt. Dazu gehören beispielsweise cortisonähnliche Arzneimittel, Psychopharmaka oder in seltenen Fällen Jod.


Grundpflege

© Yuri Arcurs-Fotolia.com
Wer unter Akne leidet, sollte auf die richtige Hautpflege achten. Um die empfindliche Hautbarriere nicht zu stören, empfehlen sich seifenfreie Reinigungsmittel, sogenannte Syndets. Sie erhalten den physiologischen pH-Wert der Haut aufrecht, der im leicht sauren Bereich liegt (pH 5,5). Um der Haut Feuchtigkeit zuzuführen, sind besonders leichte Emulsionen und Hydrogele geeignet. Stark fetthaltige Cremes können dagegen die Bildung von Mitessern und Pickeln noch verstärken. Ein Peeling etwa einmal pro Woche entfernt abgestorbene Hautschüppchen und beugt der Bildung von Mitessern vor. Chemische Peelings mit Fruchtsäuren können ziemlich aggressiv sein. Deshalb sollte man vor der Anwendung am besten mit dem Hautarzt besprechen, ob sie für den jeweiligen Hautzustand geeignet sind.


Akne regelmäßig und langfristig behandeln

Die wichtigste Regel zur Aknebehandlung heißt: Geduld haben. Bevor die Medikamente nachhaltig helfen, können mehrere Wochen, in der Regel sogar einige Monate vergehen. In einigen Fällen muss die Behandlung sogar über mehrere Jahre erfolgen. Die Medikamente können auch nur helfen, wenn sie regelmäßig angewendet werden.

Mit Cremes gegen Akne

Wenn Akne mit Medikamenten behandelt wird, wird am häufigsten Benzoylperoxid in Form von Gelen oder Cremes eingesetzt. Das Mittel reduziert die Anzahl der Aknebakterien auf der Haut und greift in die Entzündungsreaktion ein. Bei der Behandlung sollte man beachten, dass der Wirkstoff dunkle Textilien ausbleichen kann und die Haut lichtempfindlicher wird. Intensive Sonnenbäder und Solariumbesuche sind dann also tabu.

Verschreibungspflichtige Medikamente

Benzoylperoxid ist auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Für die meisten anderen Mittel braucht man dagegen eine ärztliche Verordnung. Das gilt beispielsweise für die Retinoide, die sowohl in Form von Cremes als auch als Tabletten gegen Akne eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass weniger Talg gebildet wird und unterdrücken so die Bildung von Mitessern. Außerdem wirken sie entzündungshemmend. Als Tabletten werden die Retinoide nur bei sehr schweren Fällen von Akne eingesetzt, da sie bei schwangeren Frauen das ungeborene Kind schädigen können. Deshalb müssen Frauen, die Retinoide gegen Akne einnehmen, sicher verhüten und regelmäßig Schwangerschaftstests beim Arzt durchführen. Gegen Akne werden auch bestimmte Antibiotika (Doxycyclin und Minocyclin) eingesetzt, die die Bakterien in den Talgdrüsen abtöten und damit die Entzündungsreaktionen unterbrechen können.

© Heiko Rothe - Fotolia.com
Die Pille gegen Pickel

Bei Frauen gibt es auch noch eine weitere Alternative, die in vielen Fällen die Akne deutlich lindern kann. Bestimmte Präparate der Pille zur Empfängnisverhütung enthalten Stoffe, die die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone abschwächen. Damit wird unter anderem die Talgproduktion reduziert, das Hautbild verbessert sich meist relativ schnell.


Einfluss der Ernährung

Welchen Einfluss die Ernährung auf die Entwicklung von Akne hat, ist unter Experten umstritten. Aktuell werden die Thesen diskutiert, dass ein reichlicher Verzehr von Milchprodukten sowie von Lebensmitteln mit einem hohen glykämischen Index die Entstehung von Akne fördern. Einen hohen glykämischen Index haben Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Dazu gehören etwa Süßigkeiten und Weißmehlprodukte. Auch wenn diese Zusammenhänge noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind, sollten Betroffene darauf achten, ob diese Lebensmittel bei ihnen die Akne verschlimmern. Wenn Jugendliche aber aus diesem Grund auf Milchprodukte verzichten, kann es zu einer Unterversorgung mit Calcium kommen. Deshalb ist eine ärztliche Beratung auf jeden Fall sinnvoll. Hefekapseln aus der Apotheke können bei manchen Betroffenen den Hautzustand ebenfalls verbessern.


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