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Bluthochdruck behandeln, bevor Symptome auftreten

Bluthochdruck behandeln, bevor Symptome auftreten

Dr. Lunow

von
verfasst am 22.09.2012

© Yuri Arcurs - Fotolia.com
Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Zivilisationskrankheit, an der immer mehr Menschen in Deutschland leiden. Nach Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga (DHL) sind inzwischen rund 20 Millionen Deutsche daran erkrankt. Bluthochdruck kann bereits bei jungen Menschen auftreten. Durch Übergewicht und Bewegungsmangel nimmt auch die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen in den letzten Jahren stetig zu. Bluthochdruck ist inzwischen die häufigste Erkrankung, die in Arztpraxen behandelt wird.

Der Blutdruck ist der Druck, der im Inneren unseres Gefäßsystems herrscht. Er ist für den menschlichen Kreislauf lebenswichtig: Angetrieben durch die Pumpleistung des Herzens, fließt ständig Blut durch unsere Gefäße und transportiert vor allem Sauerstoff und Nährstoffe zur Versorgung der Zellen. Aber der Blutstrom ist nicht gleichmäßig: Das Blut wird stoßweise mit jedem Herzschlag gepumpt. Um bis in die kleinsten Körpergefäße zu gelangen, benötigt das Blut einen gewissen Druck.
Je nach individueller Disposition und situationsbedingt verändert sich der Blutdruck.

Steigt etwa die körperliche Belastung, werden Blutdruck und Pumpleistung des Herzens entsprechend angepasst: Es wird mehr Blut zu den beanspruchten Organen und Körperbereichen gepumpt als im Ruhezustand. Endet die Belastung, sinkt der Blutdruck wieder. Neben körperlicher Anstrengung können auch psychische Belastungen den Blutdruck hochtreiben. Ebenso kann eine genetische Veranlagung für erhöhte Blutdruckwerte verantwortlich sein.

Laut DHL gilt ein Blutdruck von 120/80 mmHg in nicht-belastetem Zustand als optimal. Der erste Wert bezeichnet den systolischen Blutdruck: Den Druck in den Arterien, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Gefäße pumpt. Der zweite Wert ist der diastolische Druck in der Entspannungsphase des Herzens, wenn sich die Kammern wieder mit Blut füllen. Ab einem Wert von systolisch 140 und diastolisch 90 mmHg spricht man von einer arteriellen Hypertonie.

Viele Betroffene bemerken ihren erhöhten Blutdruck nicht

Meistens liegt keine organische Ursache vor. Viele der Betroffenen merken gar nicht, dass ihr Körper unter Bluthochdruck leidet. Das Beschwerdebild einer Hypertonie ist häufig uncharakteristisch. Ein- und Durchschlafstörungen, Ohrensausen bzw. Ohrgeräusche, eine leichte Erregbarkeit und innere Unruhe können Anzeichen eines erhöhten Blutdrucks sein. Auch Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle unter psychischer oder körperlicher Belastung sind möglich. Bei Frauen können Symptome eines Bluthochdrucks wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen den Wechseljahresbeschwerden ähneln. Bei Männern im mittleren Alter kann sich ein unbehandelter Bluthochdruck in Potenzproblemen äußern.

Erhöhte Blutdruckwerte werden oft im Rahmen anderweitiger Untersuchungen festgestellt. Dabei ist eine frühzeitige Behandlung besonders wichtig, denn jede lang anhaltende und schlecht eingestellte Hypertonie kann gravierende Folgen haben: Es drohen Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Auch die Blutgefäße werden geschädigt, denn der chronisch erhöhte Druck fördert die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Eine entsprechende Schädigung der Herzkranzgefäße (Koronarsklerose) zieht oft eine koronare Herzkrankheit (KHK) mit schmerzhafter Brustenge (Angina pectoris) oder einen Herzinfarkt nach sich. Außerdem ist Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall. Unter Bluthochdruck steigt das Risiko für einen Schlaganfall um das Drei- bis Vierfache.

Blutdruck lässt sich heute gut einstellen

Warten Sie daher nicht auf die ersten Warnzeichen. Je früher man eine Hypertonie behandelt, desto weniger Schäden kann sie anrichten. Auch ohne Alarmsignale sollte daher der Blutdruck regelmäßig im Rahmen eines umfassenden Gesundheits-Checks kontrolliert werden. Dabei werden ebenfalls die individuellen Lebensgewohnheiten unter die Lupe genommen. Eine richtige Ernährung, ausreichend Bewegung und der Abbau von Stress helfen Bluthochdruck einzudämmen. Darüber hinaus gibt es heutzutage eine Vielfalt äußerst wirksamer Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Bei Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes steigert Bluthochdruck das Risiko für einen Infarkt dramatisch. Hier ist eine gute Blutdruckeinstellung dringend angeraten.

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Kommentare zum Artikel (1)


06.11.2012 - 09:21 Uhr

Wiederholt und mittlerweile in kürzeren...

von W. Raab

... Abständen bekomme ich eine schmerzhaften Brustschmerz.Wenn ich genau zu diesem Zeitpunkt meinen Blutdruck messe ergibt sich ein Wert von bis zu 217/89 und einem Puls von 86. Obwohl ich entsprechende Medikamente nehme, erfüllt mich dieser Zustand der ca. 20 min bis 30 min. dauert mit Angst. Was habe ich hier gesundheitlich zu erwarten?


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