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Spannung beim Elfmeter – Stress für das Herz?

Spannung beim Elfmeter – Stress für das Herz?

Claudia Galler

von
verfasst am 04.06.2012

© Ingo Bartussek - Fotolia.com
Fußballfans kennen sie gut, die Spannung vor dem alles entscheidenden Elfmeter: Der Blutdruck steigt, das Herz klopft, man schwitzt, der Atem stockt … Danach tosender Jubel oder Tränen über die Niederlage der eigenen Mannschaft. Kann diese Berg- und Talfahrt der Gefühle gesund sein?

Aufregende Spiele der eigenen Mannschaft lassen das Herz höher schlagen
Eine Studie hat Daten über kardiale Ereignisse im Raum München während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gesammelt und sie mit Daten aus den vorangegangenen Jahren verglichen. Spielte die deutsche Mannschaft, traten vermehrt Notfälle wie Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen auf. Männer waren etwa dreimal so oft betroffen, Frauen etwa zweimal so oft wie in Zeiten ohne große Fußballereignisse. Dramatische Spiele der eigenen Mannschaft, etwa mit Elfmeterschießen, schienen besonders aufs Herz zu gehen.

Steigt die Spannung, werden Stresshormone ausgeschüttet
Der Fußballfan erlebt ein Spiel als Ereignis voller Emotionen. Dabei schüttet der Körper sowohl bei Freude als auch bei Ärger Stresshormone aus: Adrenalin lässt den Blutdruck steigen, das Herz schneller schlagen und erhöht, wie auch das Hormon Kortisol, den Spiegel von Glukose und Fettsäuren im Blut.

Ist Fußballgucken wirklich gefährlich?
Für einen gesunden Menschen bedeutet ein spannendes Fußballspiel keine Gefahr für einen Herzinfarkt. Wer jedoch unter einer Vorerkrankung am Herzen leidet, ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Dazu gehört z. B. die koronare Herzkrankheit, bei der sich die Blutgefäße am Herzen krampfartig verengen und so den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen können. Auch Herzrhythmusstörungen können sich bei großer emotionaler Anspannung stärker bemerkbar machen. Grundsätzlich erhöht sich das Herzinfarktrisiko für Menschen, die rauchen, einen hohen Blutdruck haben, übergewichtig sind, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte haben und/oder einen stressigen Alltag führen.

So erkennt man einen Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt äußert sich durch Anzeichen wie Schmerzen im Brustbereich, die in den Nacken und linken Arm ausstrahlen, Atemnot, starkes Schwitzen, Blässe und/oder Bewusstlosigkeit. Im Gegensatz zu Männern nehmen Frauen einen Herzinfarkt häufiger nur als Magenschmerzen oder Schwäche wahr.

Tipps für einen entspannten Fußballabend
So können Sie als Fußballfan mit Risiko zum Herzinfarkt die Spiele Ihrer Mannschaft gesund und munter genießen:
• Stress abbauen: Stehen Sie während des Spiels auf und gewinnen Sie dadurch räumlichen und emotionalen Abstand zum Fernsehgerät. Werfen Sie den Grill für die Halbzeitpause an oder holen Sie Getränke aus dem Keller.
• Ein mitreißender Spielkommentar heizt die Stimmung zusätzlich an. Stellen Sie deshalb zeitweise den Ton ab, um zu entspannen.
• Besonders in Zeiten großer Fußballereignisse sollten Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen regelmäßig eingenommen werden.
• Nehmen Sie sich zu Herzen, was viele Fans nur schwer akzeptieren können: Es ist nur ein Spiel!
• Nutzen Sie die Technik: Zeichnen Sie das Spiel auf, während Sie einer anderen Beschäftigung nachgehen. Hat Ihre Mannschaft gewonnen, können Sie danach in Ruhe genießen, hat sie verloren, löschen Sie kurzerhand die Aufnahme.
• Bei Symptomen für Herzprobleme sofort mit 112 den Notarzt holen!


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