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Herz-Kreislauferkrankungen vermeiden!

Herz-Kreislauferkrankungen vermeiden!

Prof. Dr. Nixdorff

von
verfasst am 17.08.2012

© Yuri Arcurs - Fotolia.com
Prinzipiell werden Herzinfarkte ganz wesentlich durch vermeidbare Risikofaktoren hervorgerufen. Nach großen Studien wie die INTERHEART-Studie sind von daher in der modernen, zivilisierten Welt zwischen 80 und 90 Prozent der Infarkte vermeidbar. Hierzu ist ein gesundheitsorientiertes Bewusstsein des Menschen erforderlich.

Mit einem positiven Lebenswillen (Lust und Freude am Leben) und der Erkenntnis im Sinne Schopenhauers, dass "Gesundheit nicht alles ist, aber ohne Gesundheit alles nichts ist", hat sich der einzelne zu fragen, was er für ein gesundes und glückliches Leben zu unternehmen hat. Im mittleren Alter ist eine internistisch-kardiologische Bestandsaufnahme sinnvoll, auch wenn noch wenig Symptomatik, lediglich gelegentliche Befindungsstörungen oder augenfällige Risiken (Übergewicht oder gar Adipositas, Rauchen, mangelnde Bewegung, Stress und Erschöpfung etc.) vorliegen.

Die moderne medizinische Früherkennung und Prävention geht weit über das hinaus, was in der herkömmlichen kurativen Medizin denkbar und möglich war und ist. Wissenschaftliche kardiologische Fachgesellschaften haben hierzu Evidenzen vorgelegt, die dem Facharzt als Leitlinien an die Hand gegeben werden.
Neben einer sogenannten Risikostratifikation, zu der man sich sogenannter Risiko-Scores bedient, die das Risiko in Formeln umfänglich und ganzheitlich errechnen, gibt es neue diagnostische Techniken der Früherkennung. Es kann geklärt werden, ob Herzmuskel und/oder Gefäße nicht mehr elastisch sind ("Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße") oder ob sie versteift oder gar bereits verdickt und verkalkt sind.
Die moderne Kardiologie besitzt hierzu hervorragende nicht-invasive Techniken. Auch ist nach bereits eingetretener Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems Prävention immer noch sinnvoll (Sekundär- oder Tertiärprävention). Nicht immer muss gleich ein invasiver Herzkatheter gesetzt werden. Zum Teil werden mit neuen Techniken viel differenziertere Befunde erhoben als mit dem Herzkatheter.

Auf dieser Basis ist seit einigen Jahren - ebenfalls wissenschaftlich gut untermauert - bekannt, was auf der Grundlage früher Befunde im Lebensstil prognostisch relevant, gegebenenfalls auch mittels präventiver Medikation individuell zu unternehmen ist. Damit wird die Lebenserwartung deutlich verlängert, Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall werden deutlich reduziert und damit wird die Lebensqualität verbessert.

Nach den jährlich mitgeteilten Daten des Bundesamts für Statistik sterben oder verlieren die meisten Menschen erheblich an Lebensqualität und -mobilität durch diese Ereignisse. So sehr Gesundheit in Umfragen immer als wichtigste Zielgröße des eigenen Lebens genannt wird, so sehr sind die medizinischen Möglichkeiten oft nicht bekannt. Sich des Lebens aktiv bewusst zu sein gleicht oft eher einer passiven "Haltung", die leider erst durch Krankheit, insbesondere Ereignissen wie das eines akuten Herzinfarktes, aufgeweckt wird. Dieser Artikel soll zumindest Ansporn sein, sich seinem Leben aktiver zuzuwenden, um es zu erhalten und Krankheit zu minimieren oder zu verhindern. Erst so ist Gesundheit eine Grundlage zur Verwirklichung im Sinne der WHO: "Gesundheit ist ein Zustand vollkommen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen".

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