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Schnuller? Nein danke - oder ja bitte!

Schnuller? Nein danke - oder ja bitte!

Dr. Hein-Brauch

von
verfasst am 04.04.2011

© Brebca - Fotolia.com
Was spricht für einen Schnuller?

Funde aus dem Jahr 2001 beweisen, dass schon in der Indus-Kultur, 2000 vor Christus, Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden.


So sieht man bei Wilhelm Busch ein glückliches Kind mit einem Schnuller, und auch das Jesuskind auf einem Altarbild in der Kirche St. Stephanie in Aschersleben hält einen mittelalterlichen „Schnuller“, ein zusammengeschnürtes Leinentuch, in der Hand.


© Oscar Brunet - Fotolia
Das Grundbedürfnis des Saugens wird durch den Wunsch nach Nahrungsaufnahme hervorgerufen. Aber darüber hinaus gibt der Schnuller dem Kind das Gefühl der Sicherheit, besonders dann, wenn es Angst hat, und es wird entspannt, wenn es schlafen möchte.

Man kann das auch beobachten, wenn Babys bei Aufregung z.B. stärker zu nuckeln beginnen.

Aber es gibt noch einen wichtigen Grund dafür, einem Baby einen Schnuller zu geben. Amerikanische Wissenschaftler haben in aktuellen Versuchen herausgefunden, dass der gefürchtete Kindstod, der heute Gott sei Dank seltener geworden ist, durch die Verwendung eines Schnullers ein um 90 Prozent geringeres Risiko für Babys bedeutet.

Was spricht gegen einen Schnuller?

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Einsatz eines Schnullers während der ersten sechs Wochen nach der Geburt, einen negativen Einfluss auf das Stillen haben kann.

Aber auch ein längerer, regelmäßiger Einsatz, kann schädliche gesundheitliche Auswirkungen haben.

Deshalb ist es empfehlenswert äußerst sparsam und nur gezielt den Schnuller einzusetzen. Und auch die richtige Größe spielt eine wichtige Rolle.

Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie durch Größe, Form und Beschaffenheit eines medizinischen Schnullers, die Entstehung von Fehlbildungen im Rachenraum verhindern können.

Ein zu langer Schnuller-Gebrauch kann zu einem offenen, Über- oder Kreuzbiss führen. Das heißt, dass Ober- und Unterkieferschneidezähne auseinander gedrängt werden, und das macht dann das Abbeißen nicht mehr möglich.


Aber auch Daumenlutschen ist nicht kiefergerecht, denn ein Schnuller ist weicher und passt sich besser an den Kiefer an.

Das zu lange Lutschen kann aber durch eine Zungenfehlstörung zu Sprachstörungen führen. Dann ist der Weg zu einer kieferorthopädischen Zahnspange nicht mehr weit..

Ein herunter gefallenen Schnuller bitte nicht im eigenen Mund säubern, sondern sterilisieren, wie den Nuckl
einer Flasche.

Entwöhnen Sie Ihr Kind bis spätesten zum 2. Geburtstag, aber unbedingt vor seinem 3. Geburtstag.

Denken Sie daran, dass Sie durch einfaches Wegnehmen dem Kind wieder seine Geborgenheit nehmen. Doch das Entwöhnen ist oft schwer genug.

Aber dafür gibt es ein paar bewährte Tricks:

© Adam Borkowski - Fotolia
Planen Sie eine „Abschiedsfeier“ zusammen mit dem Kind und der Familie. Der Schnuller hat seine Arbeit getan, denn nun wird er bei einem anderen Baby gebraucht. Verpacken Sie ihn mit dem Kind zusammen zu einem schönes Geschenk, und gehen Sie dann aus dem Raum, um das „Geschenk“ dem anderen Baby zu bringen. Mit einem schönen neuen Geschenk bedankt sich dann das fremde Baby bei Ihrem Kind.

Bekannt und beliebt ist auch die „Schnullerfee“, denn die holt sich nachts den Schnuller, und dafür hat Ihr Kind einen Wunsch frei. Am nächsten Tag wird der Wunsch dann von der Fee erfüllt...

Eine gute Idee ist es auch den Schnuller auf der nächsten gemeinsamen Reise zu entsorgen. Der Schnuller ist nun auch „auf Reisen gegangen“ und kommt nicht mehr. zurück...

Zum Schluss sei noch gesagt:


Jedes Kind ist anders und entwickelt ein eigenes Verhältnis zu seinem Schnuller. Wenn Sie die Ratschläge beherzigen, aber dabei individuell auf Ihr Kind eingehen, haben Sie mit dem Schnuller einen freundlichen Helfer beim Heranwachsen Ihres Kindes.

Nutzen Sie unsere zahnärztliche Beratung früh genug, um alles rund um den Schnuller richtig zu machen.

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Kommentare zum Artikel (1)


09.08.2011 - 08:00 Uhr

Da ein Schnuller Kindern oft einfach in den Mund...

von E. Radtke

... gestopft wird, wenn sie unruhig oder sauer (nicht lieb) sind, ist zu befürchten (m.E.) dass diese Kinder immer etwas in den Mund stopfen müssen, wenn es unbequem wird Das kann dazu führen, dass man Frustfresser heranzieht. (Immer wenn ich sauer (traurig) bin, muss ich etwas essen!)


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