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KISS-Syndrom: Keine chronische Erkrankung

KISS-Syndrom: Keine chronische Erkrankung

Dr. Liebhold

von
verfasst am 31.05.2012

© Michael Kempf - Fotolia.com
"Mein Kind hatte mal ein KISS-Syndrom." So verleihen Eltern häufig der Sorge Ausdruck, dass dieses Krankheitsbild Folgen zurück gelassen haben könnte.

Das KISS-Syndrom, per Definition Folge harmloser und heilbarer Funktionsstörungen von Gelenken der Wirbelsäule (speziell der Kopfgelenke), ist in aller Regel relativ einfach, schnell und kausal behandelbar. Die Prognose ist bei rechtzeitiger Therapie sehr gut.

Die Abkürzung KISS steht für Kopfgelenk induzierte Symmetrie Störung. Aus manualtherapeutischer Sicht liegen Funktionsstörungen (Blockierungen) der Kopfgelenke zu Grunde. Nach meiner Erfahrung können aber auch Blockierungen anderer Abschnitte der Wirbelsäule entsprechende Symptome auslösen.

Die Säuglinge halten den Kopf und die Wirbelsäule schief und wollen die Position nur ungern verlassen. Die einseitige Lage führt häufig zu einer auffälligen Schädelasymetrie (Plagiocephalus). Die Bauchlage wird häufig nicht akzeptiert. Meist geht die Tonusasymmetrie mit einer Verarmung der Bewegungen und damit einer Verzögerung der Entwicklung einher.
Manchmal gibt es Schwierigkeiten beim Stillen, denn die Säuglinge akzeptieren die Drehung ihres Kopfes nicht, so dass sie eine Brust nicht annehmen wollen. Weitere Symptome sind häufige Schreiattacken und Schlafstörungen.

Die Diagnose wird nach Ausschluss organischer Ursachen durch eine spezielle körperliche Untersuchung gestellt.

Die Behandlung der Funktionsstörungen erfolgt mit schonenden Techniken aus dem Bereich der manuellen Medizin, der Atlastherapie nach Arlen und Techniken des myofascialen Lösens (Osteopathie). Der Erfolg ist in der Regel für Therapeuten und Eltern nach ein bis zwei Wochen nachzuvollziehen. Gelegentlich ist bei verbleibender Kopfverformung oder Entwicklungsverzögerung eine spezielle krankengymnastische Nachbehandlung erforderlich.

Unbehandelt können sich aus diesen Störungen im weiteren Verlauf Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose), schulische Teilleistungsstörungen, Kopfschmerzen und Störungen der Feinmotorik entwickeln. Insbesondere eine unbehandelte Kopfverformung kann abgesehen vom kosmetischen Aspekt zu Störungen der Kiefergelenkfunktion führen.

Die Existenz des KISS-Syndroms wird von der Schulmedizin abgelehnt. Die schnellen und reproduzierbaren Behandlungserfolge belegen aber aus meiner Sicht deutlich die Zusammenhänge von Gelenkblockierungen und allgemeinen körperlichen Symptomen im Säuglingsalter.

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Kommentare zum Artikel (7)


29.10.2013 - 08:07 Uhr

Bei uns ist es so abgelaufen wie bei Jana....

von Sabrina

... Schreien 8-10 täglich, Stillprobleme,Fontänenartiges Spucken, Dreimonatskoliken, Gesichts Asymetrie, es kamm immer mehr dazu sich selbst beißen, Haare ausreissen, mit den Kopf in die Gitterstäbe schlagen usw. Wir sind von a nach b gerannt es hieß immer Anpassungsstörungen verwächst sich. Hat man das Wort Kiss erwähnt wurde man direkt abgewiesen. Dies wäre keine Erforschte Diagnose. Kurz vor dem zweiten Geburtstag sin wir dann endlich in Dortmund bei Dr. Sacher gelandet durch Empfehlung einer Freundin. Da unser Kind sehr spät behandelt wurde entsteht aus dieser Krankheit noch ganz andere Sache was viele auch nicht wissen. ADS / ADHS da machen sich die Schulmediziner keine gedanken drum. Aber Ritalin wollten diese schon mit einem Jahr verschreiben ! Wir haben gekämpft und sind auf dem richtigen weg. Die entstandene Hyperkinesie wird mit einer Kinder Psychotherapeutin behandelt. Da hier aufgrund der Vorgeschichte ein Geburtstrauma entstanden ist. Wie schon gesagt das sind alles folgen über die sich keiner Gedanken macht und vor allem betroffene viel zu wenig drüber sprechen. Was mich allerdings nicht wundert, da man eh für bescheuert erklärt wird, wenn man ausführlich berichtet. Wie Daniela schon sagt..... Wer nicht selbst betroffen ist, hat keine Ahnung von was wir hier reden!

14.10.2013 - 12:45 Uhr

Gerne gebe ich den Namen weiter. Dr. Heiner...

von Daniela

... Biedermann, Köln Wir sind froh und dankbar diesen Mann kennengelernt zu haben der auch menschlich große Klasse ist !!!!! Auch wenn der Spiegel da 2009 eine andere Meinung zu hatte (Berichterstattung Biedermanns schiefe Kinder..../ Wer nicht selbst betroffen ist, hat keine Ahnung von was wir hier reden!

15.09.2013 - 13:41 Uhr

Hallo, Ich hoffe ich kann noch irgendjemanden...

von Jana

... helfen. Die Praxis von Dr. Sacher in Dortmund ist nur zu empfehlen. Mein Sohn hat 6 Wochen lang ca. 20 Stunden am Tag geschrien, Nachts waren es auch schnell mal 8 Stunden am Stück. Ich bin fast jeden Tag beim Arzt gewesen, alles mögliche wurde mir gesagt, Drei.Monats-Koliken, Sodbrennen, Schreibaby... da müsste ich mich mit abfinden usw... Ich sollte eine Schreithrapie machen,die wiederum sahen sich meinen Sohn an und schickten mich sofort zu einem Orthopäden,der ihn auf Kiss untersuchen sollte, der wiederum empfiehl mir nach Dortmund zu fahren. Am selben Tag habe ich dort angerufen und konnte tatsächlich schon am selben Tag kommen (da das Schreien bei uns wirklich sehr schlimm war und ich nach 6 Wochen körperlich fast am Ende war). Er hat ihn angesehen und bestätigte den Verdacht. Er hat etwas an ihm rumgedreht/gezogen/gebogen... und sagte mir,dass sie eigentlich unter 12 Wochen nichts machen,da sie den Kopf noch nicht gut halten können. Weil es aber so schlimm war und ich wie eine wandelnde Leiche aussah und einfach nicht mehr konnte hatten sie ihn ein bißchen mit Fingespitzengefühl behandelt. Es dauerte keine Woche und das Schreien hörte auf. Noch eine Woche weiter, hörte das starke Spucken (Fontänenartig) auf. Nun konnte er auch seine Hände öffnen. 6 Wochen später waren wir nocheinmal da, nun wurde auch ein Röntgenbild angefertig,wo die Verschiebung der Halswirbel deutlich zu erkennen ist. Sie haben wieder an ihm rumgedreht/gezogen usw... Einen Tag später griff er nun auch mit beiden Händen nach Spielzeug und lässt die rechte nicht nur noch einfach neben sich liegen. Leider ist unser Sohn sehr schief, nun müssen wir ihn acht Wochen so oft wie möglich auf die rechte Seite legen(am besten garnicht links, lässt sich aber nicht immer vermeiden). damit sich alles wieder zurückschieben kann. Klappt dies nicht, müssen wir dann eine Helmtherapie anfangen, aber wenn das dann hilft, lässt man sich auch darauf ein. Ich hoffe ich kann anderen damit helfen. Wenn ihr das Gefühl habt,das euer Kind das Kiss-Syndrom haben könnte, lasst es bitte von einem Spezialisten untersuchen. Babys schreien nicht ohne Grund. Unser Sohn muss sehr starke Schmerzen gehabt haben und ich bin froh,dass wir ihm endlich helfen können.

28.07.2013 - 19:03 Uhr

Hallo Daniela, darf ich fragen wie der Spezialist...

von Anja

... heißt? Mein Sohn litt auch an dem KISS-Syndrom und würde gerne kontrollieren lassen wie der aktuelle Status ist. Lg Anja

07.05.2013 - 08:40 Uhr

Ich habe zwei Kinder mit KISS und GsD auch einen...

von daniela

... hervorragenden Spezialisten gefunden, der uns bis heute hilft. Denn entgegen dem tollen o. a. Bericht ist es nicht immer mit einer Behandlung getan. Bei Wachstumsschüben oder heftigen Stürzen können die Blockierungen des C1 (Wirbel Kopfgelenk) immer wieder auftreten. Ausserdem würde ich da nicht jeden dran lassen.....es befinden sich jede Menge Nervenstränge die eingeklemmt oder verletzt werden können wenn die Manualtherapie nicht erstklassig durchgeführt wird.

13.09.2012 - 12:04 Uhr

Wir haben das auch durch. Über bobath- zur...

von Maya

... voijta-KG. Anschließend waren wir beim chiropraktiker. nach der 1. "behandlung" waren deutliche erfolge zu sehen.

17.07.2012 - 21:55 Uhr

Hallo,ich lese gerade diesen schönen Bericht...

von Manuela

... über das Kiss-Syndrom.Seid Jahren renne ich mit meiner Tochter von einem Arzt zum anderen,da ich mit sicher bin,dass Sie darunter leidet.Kaum spricht man dieses Syndrom aus,hat man schlechte Karten und das Kind wird nur flüchtig behandelt.Es gibt viel zu wenig Fachleute die sich diesem Thema witmen und weiter helfen.Mitlerweile habe ich aufgegeben,da mir kein Arzt kein Psychologe mal richtig zu hört.Dabei möchte ich meinem Kind nur helfen.Den Bericht hier zu lesen fand ich sehr schön und macht mir mut ggf doch weiter nach dem richtigen Arzt zu suchen.


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