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Das maligne Melanom: Der schwarze Hautkrebs

Das maligne Melanom: Der schwarze Hautkrebs

Dr. med. Martina Bayerl

von
verfasst am 11.10.2011

Hierbei handelt es sich um einen der bösartigsten Tumore der Haut und Schleimhäute. Synonym wird für den Begriff malignes Melanom auch die Bezeichnung Melanom oder schwarzer Hautkrebs verwendet. Es erkranken in Deutschland etwa 10-12 Menschen je 100 000 Einwohner pro Jahr an einem Melanom. Ein Häufigkeitsgipfel der Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt zwischen dem 40. bis 50. Lebensjahr. In den letzten Jahren im Verlauf vermehrter Sonnenexposition der Haut erkranken auch zunehmend jüngere Patienten.

Bei etwa 50-70% der Melanompatienten entstehen Melanome auf normaler oder sonnengeschädigter Haut. In etwa 30% entwickeln sich Melanome aus seit Jahren bestehenden Muttermalen. Ferner können sich Melanome an Hand- und Fußflächen, im Nagelbereich und an den Schleimhäuten entwickeln.
Das Melanom ist ein maligner Tumor der Pigmentzellen der Haut (Melanozyten). Melanome bestehen aus Melanomzellen, die als bösartige Variante der pigmentbildenden Zellen der Haut aufgefasst werden können. Die bösartig veränderten Pigmentzellen der Haut vermehren sich und unterliegen nicht mehr der körpereigenen Kontrolle. Das Wachstum der Melanomzellen erfolgt in die Peripherie der umgebenden Haut mit Zerstörung umliegender Strukturen. Oftmals sind diese Wachstumsvorgänge an Veränderungen von Pigment- und Muttermalen zu erkennen oder verursachen Juckreiz und Blutungen. Gefährlicher sind jedoch die Wachstumsvorgänge der Krebszellen in die Tiefe der Haut mit Eindringung in die Blut- und Lymphgefäße. Auf dem Blut- und Lymphweg können Krebszellen in den Körper verschleppt werden und andere Organe befallen (Metastasenbildung, Töchtergeschwülste).
Zur Vermeidung der Absiedelung der Melanomzellen in andere Körperorgane ist daher eine rechtzeitige Erkennung des Hautkrebses und eine regelmäßige Nachsorge entscheidend. Bei frühzeitiger Diagnostik und Entfernung ist ein Melanom heutzutage fast immer heilbar. In fortgeschrittenen Stadien und bei tiefer Eindringung der Melanom-Krebszellen in die Haut sind die therapeutischen Möglichkeiten jedoch begrenzt, so dass die Erkrankung einen lebensbedrohlichen Verlauf einnehmen kann.

Die wichtigsten Risikofaktoren bei der Entstehung von Melanomen sind der Hauttyp, die lebenslange chronische Sonnenbelastung (UV-Strahlung) der Haut und die Anzahl und Art der bestehenden Muttermale. Eine erhöhte Sonneneinstrahlung auf die Haut mit zahlreichen Sonnenbränden kann nach Jahren bis Jahrzehnten zu einer Melanomentstehung führen. Gefährdet sind insbesondere Menschen mit einem hellerer Hauttyp (Hauttyp I und II, blond, häufig Sonnenbrand) und zahlreichen Pigmentmalen. Auch eine familiäre Melanombelastung (Eltern, Großeltern mit Melanom) oder eine Immunschwäche können die Entwicklung von Melanomen begünstigen.

Ein Melanom kann sehr unterschiedliche Wachstumsformen annehmen. Es gibt insgesamt vier Melanomtypen. Oft sieht man einen unregelmäßig begrenzten, asymmetrischen, schwarz-braunen Fleck mit Ausläufern in die Peripherie oder erhabenen Anteilen. Häufige Zeichen von Melanomen sind Größenzunahme, Juckreiz, Blutungen oder Farbveränderungen bereits bestehender Pigmentmale. Ein Melanom kann jedoch auch auf normaler Haut als pigmentierte oder schnell wachsende Hautveränderung entstehen.
Die Frühdiagnose von Melanomen ist einer der wichtigsten prognosebestimmenden Parameter des Melanoms.

Zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Hautveränderungen und als Hilfe für den Dermatologen und Patienten wird oftmals die ABCDE-Regel herangezogen:

    • A-Asymmetrie: je asymmetrischer eine Hautveränderung, desto auffälliger
    • B-Begrenzung: je unschärfer begrenzt, desto auffälliger ist eine Hautveränderung
    • C-Colorierung: je mehr Farben vorhanden (braun,schwarz,grau,rot), desto auffälliger
    • D-Durchmesser: Vorsicht bei Hautveränderungen ab 0,5 cm
    • E-Erhabenheit: erhabene Anteile in Pigmentveränderungen sind verdächtig


Sind mehrere der Kriterien entsprechend der ABCDE-Regel erfüllt, sollte die Pigment- oder Hautveränderung entfernt werden.
Die endgültige Diagnose eine malignen Melanoms wird immer vom Histopathologen gestellt. Dieser sieht nach Entfernung der Hautveränderung im Mikroskop die krebsbefallenen Hautareale und bestimmt die Eindringtiefe. Je geringer ein Melanom in die Haut eingedrungen ist, umso besser sind die Heilungschancen.
Standardtherapie ist die operative Entfernung des Melanoms. Dies geschieht immer mit einem Sicherheitsabstand entsprechend der Eindringtiefe. Die vollständige Entfernung der krebsbefallenen Hautareale muss am Mikroskop durch einen Histopathologen bestätigt werden.
Als weitere Untersuchung wird die Laborkontrolle eines bestimmten Blutparameters (Melanom-Tumormarker S-100) bei uns durchgeführt. Zusätzlich werden die regionalen Lymphknoten mit Ultraschall auf eventuelle pathologische Veränderungen untersucht. Über Ihren Hausarzt muss eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes und der Lunge und eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraumes veranlasst werden. Diese Untersuchungen zum Ausschluss einer eventuellen Streuung von Melanomzellen sind entsprechend der Eindringtiefe in gewissen Abständen zu wiederholen.

Bei tiefer eingedrungenen Melanomen und auffälligen Untersuchungsergebnissen werden über Ihren Hausarzt Zusatzuntersuchungen (Lymphknoten-Entnahme, CT, MRT, Skelett-Darstellung) und Therapiemaßnahmen eingeleitet. Eine sorgfältige Nachsorge nach erfolgter Operation ist außerordentlich wichtig. Die Nachsorgeuntersuchungen sollten in regelmäßigen Abständen erfolgen. Entsprechend der Eindringtiefe gibt es jedoch individuelle Regelungen.

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