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Patellaspitzensyndrom - wenn die Statik nicht ...

Patellaspitzensyndrom - wenn die Statik nicht stimmt

Herr Wormland

von
verfasst am 10.03.2011

Viele Leistungs- und Breitensportler insbesondere aus Leichtathletik, Lauf- und Ballsport haben mit dem Patellaspitzensyndrom zu kämpfen.
Es findet sich charakteristischerweise ein stechender Schmerz beim Treppabgehen, der unter der vorderen Spitze der Kniescheibe vermutet wird. Auch Hochkommen aus der Hocke, Ansetzten zum Sprung oder ganz banales Aufstehen nach längerem Sitzen können den charakteristischen Schmerz auslösen.
Läufer bemerken die Problematik erst gegen Ende der Laufstrecke und fühlen dann einen Druck und sehen manchmal eine Schwellung unterhalb des Knies, welche überwärmt sein kann.

© Galina Barskaya - Fotolia.com
Die übliche Therapie besteht aus lokaler Kälteanwendung, Pausieren und eventueller Ruhigstellung, die für Leistungsathleten keine befriedigende Lösung darstellt, zumal nach Trainigsaufnahme die Symptome rasch wieder auftreten können, wenn die auslösenden Faktoren, nämlich eine Fehlbelastung der Beinachse mit Verlagerung der Kraftlinie nicht korrigiert wird.



Eine orthopädische Diagnostik dient dem Ausschluß höhergradiger Schäden im Kniegelenk und im jugendlichen Wachstum einer Fehlentwicklung des knöchernen Sehnenansatzes (M. Schlatter). Röntgenbilder können einen Beckenschiefstand zeigen, ebenso findet sich regelhaft im tangentialen Strahlengang eine Verlagerung der Kniescheibe nach außen, sodass gerne von einer Patellalateralisation gesprochen wird.
Diese Nachweise sind allerdings statische Untersuchungen und lassen keine Rückschlüsse über funktionelle Veränderungen der Bewegungskette zu, die sich vom unteren Rücken, über das Becken, den Oberschenkel, das Knie, die Sprunggelenke bis in das Fußgewölbe erstreckt.

Liegt in dieser Funktionskette eine Störung vor, kommt es am schwächsten Punkt, in diesem Fall der Kniescheibensehne zu dauerhaftem Fehlzug und somit zu einer Gewebeveränderung mit Entzündung, Gewebeverquellung und Mitreaktion der angrenzenden Schleimbeutel, den Hoffa`schen Fettkörpern.

Der manualmedizinsch und im besten Fall osteopathisch geschulte Arzt erkennt die Ursachen eines Beckenschiefstandes und/oder Beckenverwringung. Er korrigiert diese und hilft der am oberen Beckenkamm ansetzenden Oberschenkelmuskulatur zu einer normalen Grundspannung über die richtige Achse. Begleitende Blockierung der unteren LWS müssen obligat chirotherapeutisch mitbehandelt werden.

In enger Zusammenarbeit mit guten Physiotherapeuten muß dann die äußere Oberschenkelmuskulatur gelockert und die meist schwache innere über ein spezielles Kraft- und Koordinationsprogramm trainiert werden.

Lokal am Sehnengleitgewebe kann der Arzt mit Injektionen die Reizung des Gewebes verringern und das Ausheilen der Entzündung beschleunigen.

Angewendetes Kinesiotape stabilisiert einerseits den Physiotherapieerfolg indem die Muskelspannung in der Korrektur gehalten wird und die intramuskuläre Koordination verbessert ist.
Gleichzeitig fördert Kinesiotape den Heilungserfolg durch Verbesserung von Durchblutung und Abtransport von Schlacke aus der veränderten Sehne.
Es kann die klobigen Orthesen ersetzen, die meist keinen durchschlagenden Erfolg zeigen. Auch die häufig eingesetzten Patellarbänder, die mit Druck die einwirkenden Kräfte auf die Sehne reduzieren sollen, werden überflüssig.

Letztendlich muß am Ende der Funktionskette, nämlich den Füßen, eine Verbesserung der Statik vorgenommen werden.
Reaktive Fußfehlstellungen müssen von angeborenen und erworbenen unterschieden werden. Manifeste Knick-Senk-Spreizfüße bedürfen neben intensivem Barfußtraining einer guten Einlagenversorgung, weil kein einziger Sportschuh dem Fuß die Freiheit des Barfusslaufens läßt.
Idealerweise bieten sich hier sensomotorisch-propriozeptive Sohlen nach vorhergehendem Abdruck und Laufbandanalyse an, die als einzige direkten Einfluß auf die Muskelaktivität der unteren Extremität nehmen und somit eine Autoregulation fördern.

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