Sensomotorische (Propriozeptive) Einlagen

Dr. Liebhold

von
verfasst am 09.10.2012

© Johanna Mühlbauer - Fotolia.com
Füße spielen dabei eine herausragende Rolle, dem Körper über zahlreiche Sinneszellen Informationen zur Körperhaltung, Bewegung und Gleichgewicht zu vermitteln.

Sensomotorische Spezialeinlagen sind aktive Schuheinlagen, die kontinuierlich die Propriozeptoren (Sinneszellen zur Messung der Tiefensensibilität) an der Fußsohle stimulieren und damit die Muskelspannung und Haltung des gesamten Körpers verbessern. Durch speziell angelegte Polster (Pelotten) oder Tieferlegung unterschiedlicher Zonen werden spezifische Areale automatisch durch Druck aktiviert und damit die gesamt Körpermuskulatur positiv angesprochen.

Wann werden sensomotorische Einlagen angewendet?

Folgenden Beschwerden profitieren von der Anwendung stimulierender Einlagen:

  • Fehlhaltung ("Mein Kind lässt sich immer so hängen")
  • Muskeldysbalancen
  • Fußfehlstellungen
  • Belastungsschmerzen der Wirbelsäule, Knie, Füße usw.
  • Spastik
  • Gangstörung
  • Belastungsschmerzen bei Sportlern
  • Skoliose

Wirkungsweise und Behandlungserfolg lassen sich anschaulich mit der pedographischen Druckverteilungsmessung und der optischen Wirbelsäulenvermessung darstellen.

Wo liegt der Unterschied zu herkömmlichen Einlagen?

Herkömmliche Einlagen korrigieren lediglich passiv die Fußstellung und drücken den Fuß in eine physiologische Position. Durch die passive Stützung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur wird die Muskulatur, die eigentlich trainiert werden sollte, geschwächt. Daher sind passive herkömmliche Einlagen insbesondere in der Behandlung von Kinderfüßen eher als schädlich einzuschätzen. Zudem ist der Effekt auf Körperhaltung und Muskelspannung eher minimal.

Werden die Einlagen von meiner Krankenkasse erstattet?

Sensomotorische, koordinationsfördernde Einlagen sind im Heilmittelverzeichnis aufgeführt und damit prinzipiell Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Trotzdem lehnen die gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung zunehmend aufgrund der höheren Kosten ab.

Seit September 2003 existiert ein Grundsatzurteil des Sozialgericht Mainz (Aktenzeichen S6KR115/02), in dem eine gesetzliche Krankenkasse verpflichtet wird, die Kosten für sensomotorische Einlagen "deren Wirkung zwar nicht bewiesen ist, die aber auf naturwissenschaftlich anerkannten Theorien (Voijta-Therapie, Bobath usw.) stützen", zu übernehmen.

Mit Ihrem Feedback helfen Sie uns, die Qualität von jameda laufend zu verbessern – vielen Dank!

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
1
Interessante Artikel zum Thema „Bein- & Fußschmerzen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Kommentare zum Artikel (1)


23.06.2013 - 12:40 Uhr

Hallo Herr Dr. Liebhold, ich bin froh Ihren...

von Ursula

... Beitrag im Internet gefunden zu haben. Die Krankenkasse lehnt die Kostenübernahme der verordneten sensom. Einlagen für meinen vierjährigen Sohn ab. Ich werde jetzt das von Ihnen genannte Grundsatzurteil des SG Mainz in meinen Widerspruch mit einbringen, in der Hoffnung damit eine positive Entscheidung zu bekommen. Muss sich eine KK eigentlich an ein Grundsatzurteil halten ? Vielen Dank für eine Rückantwort ! Liebe Grüße Ursula


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Medikamente und passende Behandlungsgebiete

Arzneimittel und Generika finden und bestellen

Das jameda Lexikon

Häufig gesuchte Medikamente zum Thema "Bein- & Fußschmerzen":