Tennisarm: Symptome und erfolgreiche Behandlung (Teil 1)
Der Tennisellenbogen, in der Fachsprache Epicondylitis, ist ein nur scheinbar banales Krankheitsbild.Hierbei bestehen Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Dies ist das Ursprungsareal vieler Muskeln des Unterarmes, der Hand und der Finger. Die Muskeln sind hier über Sehnen an der Knochenhaut festgemacht. Die Schmerzentstehung wird meist durch einen lokalen Entzündungsprozess der überlasteten Gewebestrukturen vermittelt. In der Folge können dann auch Einrisse im Bereich der Sehnenansätze entstehen.
In der täglichen Praxis ist allerdings der Namensgeber "Tennis" längst nicht die alleinige Ursache. Letztlich handelt es sich um eine Überlastungsreaktion einer Bewegungskette, wobei das schwächste Glied als erstes schmerzt - eben der Ellenbogen - und hier speziell die Muskel- und Sehnenansätze an der Knochenhaut.
Dabei sind nicht nur kurzfristige kraftvolle Bewegungen als Auslöser verantwortlich, sondern das Problem sind häufig immer wiederkehrende gleichförmige Bewegungen. Deshalb werden in letzter Zeit auch andere Namen, wie beispielsweise Mausarm, für das Krankheitsbild verwendet.
Häufig tritt die Erkrankung nach ganz alltäglichen Beschäftigungen auf, etwa häuslichen Renovierungs- oder Putzarbeiten, Kehren, Schneeschippen, Rasenmähen oder Heckenschneiden. Handwerker sind häufig betroffen, aber auch Sekretärinnen und andere Personen, die viel mit Tastatur und Computermaus arbeiten. Beim Tennisspielen selbst trifft es oft Amateure, meist in ungenügendem Trainingszustand und dann nach einer Überlastung durch langes Spielen mit falscher Technik. Beim Schlag aus dem Handgelenk kommt es zur Belastung der Unterarmstreckmuskulatur in ungünstiger Ausgangsposition. Der Tennisarm ist häufig ein sehr hartnäckiges Krankheitsbild, welches sich bei ungenügender Behandlung oftmals zu einem chronischen Problem entwickelt.
Bei der Untersuchung findet man fast immer im entsprechenden Bereich des Ellenbogens eine starke Druckschmerzhaftigkeit. Wichtig ist, sich bei der Untersuchung nicht nur auf den Ellenbogen selbst zu beschränken. Funktionstests der Ober- und Unterarmmuskulatur und der Schultermuskulatur gehören ebenso zur genauen Untersuchung, wie auch das Betasten dieser Muskelgruppen. Dabei finden sich in den jeweiligen Muskeln harte und meist auf Druck oder Muskelanspannung schmerzhafte Muskelbündel, sogenannte "Taut bands". Innerhalb dieser schmerzenden Muskelstränge lassen sich dann wiederum besonders empfindliche Zonen, sogenannte "Triggerpunkte" darstellen.
Wichtig ist darüber hinaus die manualmedizinische Untersuchung der Halswirbelsäule, da oftmals durch Blockierungen oder Verspannungen der Halsmuskulatur eine vermehrte Spannung im Arm und damit eine Überlastung der Sehnenansätze ausgelöst wird. Auch chronische Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur können zu den Beschwerden beitragen.
Schmerzen am Ellenbogen gleichzusetzen mit einem Tennisellenbogen wird also dem Krankheitsbild nicht gerecht. Tennisarm ist aufgrund der vielfältigen auslösenden Funktionsstörungen vom Nacken bis zur Hand die geeignetere Bezeichnung.
Zusätzliche apparative Untersuchungen sind zur Diagnose des Tennisarmes nur selten erforderlich. Meist werden Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchung oder selten auch ein Kernspintomogramm eher zum Ausschluss anderer Beschwerdeursachen durchgeführt.
Die Behandlung des Tennisarmes richtet sich nach der Dauer und der Stärke der Beschwerden, aber eben auch nach dem Ergebnis der Untersuchung und somit der eigentlichen Ursache. Die Behandlung isoliert nur auf den Ellenbogen zu konzentrieren, wäre zu kurz gegriffen und führt in der Praxis entsprechend meist nicht zu einer befriedigenden Linderung der Schmerzen.
Je nach Beschwerdebild, der Erfahrung des Arztes und auch den Wünschen des Patienten steht eine breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten zur Therapie des Tennisarmes zur Verfügung.
An erster Stelle steht die Eigenbehandlung mit Schonung, Eisanwendung, Dehnung und auch der Einreibung mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Salben. Hier können sowohl naturheilkundliche Präparate mit Arnika, Weihrauch und anderen verwendet werden oder eben die klassischen Präparate wie Diclofenac und Ibuprofen. Diese beiden können auch zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung als Tabletten eingenommen werden.
Zur Unterstützung können Bandagen unterschiedlichster Form und Qualität benutzt werden. Diese reduzieren zwar den Schmerz unter der entsprechenden Belastung, tragen aber nicht wirklichen zur Heilung bei.
Erweiterte physikalische Maßnahmen sind spezielle Massagetechniken wie Querfriktionen oder auch Reizstrom, welcher auch zur häuslichen Anwendung zur Verfügung steht.
Hier finden Sie den 2. Teil des Artikels.
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Kommentare zum Artikel (1)
04.12.2012 - 11:52 Uhr
Welche operativen Therapien sind sinnvoll?
von Silvia Reifler
Antwort vom Autor am 04.12.2012
Dr. med. Eckhard Hasch
Wirklich sinnvoll ist eine operative Therapie beim Tennisarm nach meiner Überzeugung nicht. Obwohl ich viel und gerne operiere habe ich schon lange keinen Tennisarm mehr operiert. Viele nicht-operative Therapieverfahren sind allerdings nicht Bestandteil der kassenärztlichen Versorgung, so dass Patienten und Kollegen oftmals \"das Handtuch werfen\" und eben dann doch eine Operation angestrebt wird - meist mit fraglichem Erfolg!
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