Das jameda-Interview: Zu Besuch bei Florian Yves Wormland
Was war für Sie, Herr Wormland, der Beweggrund, Arzt zu werden?Ich wollte schon als Kind Arzt werden, zuvor war noch Feuerwehrmann eine Option! Der Wunsch war einfach immer da und ich hatte gute Vorbilder in meiner Familie. Als Kind habe ich schon Anatomiebücher studiert und den Pschyrembel gelesen. Selbst die Schulpraktika habe ich bei einem Chirurgen gemacht.
Arzt sein heißt, die Begeisterung für den menschlichen Körper zu leben und ihn in seiner Vielfältigkeit anzuerkennen. Da ich ein hochkommunikativer Mensch bin, ist es zudem die Gelegenheit, immer wieder auf Menschen mit all ihren Facetten zuzugehen. Eine Krankheit oder Funktionsstörung ist ein Zugangsweg, der letztendlich immer wieder zeigt, dass nicht ich als Arzt den Patienten behandle, sondern dass Gesundung durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.
Wann und warum haben Sie sich dazu entschlossen, sich auf Allgemeinmedizin zu spezialisieren?
Die Facharzt-Weiterbildung zum Allgemeinmediziner ist in ihrem Umfang die umfassendste Arztausbildung und erlaubt mir, interdisziplinäre Entscheidungen zu treffen und die Kommunikation mit Facharztkollegen anderer Bereiche zu erleichtern.
Am wichtigsten ist für mich, dass die fundierten allgemeinmedizinischen Kenntnisse meine Fähigkeiten in der Manuellen Medizin und Osteopathie untermauern und immer wieder differentialdiagnostische Überlegungen präsent sind. Weitere Diagnostiken und Therapien kann ich dann selber durchführen oder gezielt koordinieren. Dadurch entsteht meine Vorstellung von ganzheitlicher Medizin!
Wo sehen Sie die größte Herausforderung in Ihrer Arbeit?
Die größte persönliche Herausforderung ist die Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit sowohl im Körperlichen als auch im Geistigen, denn nur so kann ich jeden Patienten individuell wahrnehmen, mich ganz auf ihn einstellen, ihn bei manchmal schwierigen und langwierigen Gesundungsprozessen begleiten und eine Vorbildfunktion einnehmen. Nur ein gesunder Arzt kann einen Patienten gesund machen! Minus mal Minus gleich Plus gibt es nur in der Mathematik!
Womit dürfen Ihre Patienten bei Ihnen rechnen?
Meine Patienten dürfen mit einer absolut unvoreingenommen Wahrnehmung ihres persönlichen Krankheitserlebens rechnen. Viele meiner Patienten sind durch verschiedene Facharzt-Instanzen gegangen, die dann doch nicht zum Erfolg führten. Viele erleben sich durch "objektive" Diagnostiken immer kränker oder, wie ich es häufig höre, als "kaputt" und haben bis dato keine Perspektive auf Gesundheit oder Optimierung der Kompensationsstrategien angeboten bekommen. Mit jedem Patienten erarbeite ich seine persönlichen Ziele und begleite ihn entweder in die Gesundheit oder stabilisiere Ihn am Endpunkt seiner körperlichen Möglichkeiten.
Was würden Sie sich von Ihren Patienten wünschen?
Ich halte es hier umgekehrt: Die Patienten sollen mir ihre Wünsche offen legen. Dagegen erwarte ich gerade im Bereich der funktionellen Beschwerden nach manualmedizinischer und osteopathischer Behandlung, nach Löschung von falschen Bewegungsmustern, eine intensive Bereitschaft zum Training sowie Bereitschaft gegebenenfalls andere Lebensbereiche kritisch zu hinterfragen.
Was zeichnet Sie als Arzt aus?
Freundlichkeit, Kompetenz, Erfahrung, Kommunikation, Motivationsfähigkeit, Trost.
Dazu der unbedingte Wille, jedem meiner Patienten die bestmögliche Therapie anzubieten.
Was ist Ihnen persönlich bei Ärzten wichtig?
Ich selber fühle mich bei Kollegen nur wohl, wenn ich als Individuum mit manchmal ungewöhnlichen Fragen und Bedürfnissen wahrgenommen werde. Ich will einen ausreichenden Zeitrahmen für die Behandlung meiner Beschwerden angeboten bekommen und der Kollege darf sich nicht hinter apparativer Diagnostik verstecken. Wichtig ist mir, dass ein Arzt meines Vertrauens immer bereit ist, die Grenzen seiner eigenen Kenntnisse zu erkennen und mir dafür eine passende Alternative, vielleicht sogar aus anderen Heilmethoden anbietet.
Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:
Weitere Artikel zum Thema „Muskeln & Knochen” von anderen Ärzten

Schaufensterkrankheit und Knöchel-Arm-Index
Verfasst am 08.05.2013
von Dr. med. Boris Leithäuser

Sportlerhernie
Verfasst am 20.03.2013
von Prof. Dr. med. Rene Holzheimer

Kollagenasebehandlung bei Morbus Dupuytren
Verfasst am 11.01.2013
von Prof. Dr. med. Karsten Knobloch
Passende Ärzte zu diesem Themengebiet
Alle Ärzte & HeilberuflerWeitere Artikel von Herr Wormland

Kopfschmerz muss nicht im Kopf entstehen!
Verfasst am 04.11.2011
von Florian Yves Wormland

Rückenschmerzen - warum die Untersuchung des Bauches so wichtig ist!
Verfasst am 13.09.2011
von Florian Yves Wormland
Anmeldung zum jameda-Newsletter
Wir informieren Sie regelmäßig zu aktuellen und wichtigen Themen rund um Ihre Gesundheit




