Von der Schmerzbehandlung bis zum Kinderwunsch: Akupunktur und TCM
Fast jeder kennt heute die Akupunktur. Gerade zur Schmerzbehandlung hat sie sich bei uns seit Jahrzehnten bewährt und wissenschaftliche Studien haben den Nutzen der Nadeltherapie eindeutig bewiesen. Weniger bekannt ist, dass die Akupunktur zu einem großen Heilsystem namens "Traditionelle Chinesische Medizin" gehört, mit der sehr viele Erkrankungen und Gesundheitsstörungen behandelt werden können. Und zwar nicht nur mit Nadeln. Mehr erfuhren wir von Herrn Noll, Heilpraktiker und Gastprofessor an einer chinesischen TCM-Universität.Herr Noll, welche Möglichkeiten bietet die traditionelle chinesische Medizin?
Andreas A. Noll: Wir haben mit Akupunktur, Kräutermedizin, Massagetechniken und Atem- und Bewegungsübungen (Qigong) ein großes Repertoire an Behandlungsmöglichkeiten. Im Vordergrund stehen aber auch immer die "Hausaufgaben" für meine Patienten – Lebensweise, Bewegung und Ernährung soweit anpassen, daß es auch einen langfristigen Nutzen der Behandlung gibt. Wobei ich immer nach der Devise vorgehe "weniger ist mehr".
Was ist der Vorteil dieser Methoden gegenüber der westlichen Schulmedizin?
Andreas A. Noll: Vor allem die Ganzheitlichkeit. Es werden bei jeder Behandlung Körper, Geist und Seele mit behandelt, denn jede körperliche Erkrankung hat ohne Zweifel Auswirkungen auf die Seele und psychische Disbalancen wirken sich auf den Körper aus. Ein weiterer großer Vorteil ist auch das weitgehende Fehlen von gefährlichen Nebenwirkungen.
Bei welchen Patienten haben Sie die besten Erfahrungen in Ihrer Praxis machen können?
Andreas A. Noll: Bei Schmerzen wie z.B. Rücken- oder Kopfschmerzen hat sich die Akupunktur ja nun wirklich seit langer Zeit bewährt. Weniger bekannt ist bei uns der harmonisierende Effekt auf die "liebe Seele". Sowohl Akupunktur als auch Heilkräuter wirken gut bei psychischen Problemen. Aber auch bei anderen Funktionsstörungen des Körpers, vom Reizdarm über Allergien wie Heuschnupfen bis hin zur Kinderwunschbehandlung gibt es häufig ganz hervorragende Behandlungserfolge.
Die Kinderwunschbehandlung - was können Sie mit der TCM dort bewirken?
Andreas A. Noll: Zunächst können mit Kräutern und/oder Akupunktur die optimalen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft geschaffen werden. Die Fruchtbarkeit sowohl von der Frau als auch die des Mannes kann man wirklich nachhaltig verbessern. Aber auch dann, wenn es nicht auf dem natürlichen Weg klappt, kann man die schulmedizinische Behandlung, wie z.B. die künstliche Befruchtung (IVF) oder Hormontherapie mit der TCM begleiten und so deutlich die Chancen verbessern.
Gibt es Nebenwirkungen bei Akupunktur oder Kräuterbehandlung? Wer darf überhaupt damit behandeln?
Andreas A. Noll: Bei richtiger Anwendung gibt es sicherlich keine Nebenwirkungen. Wichtig sind aber genaue Kenntnisse – die erwirbt man sich in einer umfangreichen Spezialausbildung über mehrere Jahre. Auf Spezialgebieten wie der Kinderwunschbehandlung sind dann natürlich noch besondere Kenntnisse wichtig. In jedem Fall dürfen nur Heilpraktiker und Ärzte diese Methoden zur Behandlung von Krankheiten anwenden.
zu guter letzt noch eine Frage: Erstatten die Krankenkassen die Behandlung bei Ihnen?
Andreas A. Noll: Die gesetzlichen Krankenversicherungen erstatten die Behandlungskosten beim Heilpraktiker nicht. Die privaten Versicherungen und die Beihilfestellen erstatten die Kosten- aber in jedem Fall sollte man genau den Versicherungsvertrag durchlesen!
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Kommentare zum Artikel (2)
16.09.2010 - 10:04 Uhr
Danke für diesen interessanten Bericht dem ich...
von Olaf Souliotis
... alleine durch meinen im Februar erschienen Artikel "Akupunktur und der Kinderwunsch" nur bekräftigen kann. Olaf Souliotis
25.10.2010 - 18:18 Uhr
Ich kann dem nur zustimmen. Gerade bei...
von Eva Li
... Kinderwunsch ist eine auch begleitende Behandlung mit der asiatischen Medizin sehr hilfreich. Wichtig ist, dass der Behandler gut ausgebildet ist - also ruhig nachfragen, wie es damit aussieht. Schmerzbehandlung funktioniert ebenfalls mit der Akupunktur sehr gut, was von den Krankenkassen auch so anerkannt wird. Leider bezahlen die Gesetzlichen generell nicht für Heilpraktiker, auch wenn die Behandlung erfolgreich war.
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