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Burnout: ein Zeichen für den Wandel

Burnout: ein Zeichen für den Wandel

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verfasst am 04.04.2012

© lassedesignen - Fotolia.com
Burnout sind Erschöpfungszustände, die dann zu körperlichen, geistigen und emotionalen Leistungsabfall oder Störungen führen, bis hin zu Versagensängsten, Depressivität und Handlungsunfähigkeit.

Sie sehen schon anhand dieser Beschreibung: Burnout ist ein langer Prozess, der aber deshalb auch jederzeit unterbrochen werden kann. Wie kommt es denn überhaupt dazu?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der immer mehr Leistung von uns verlangt wird. Damit wir auch bereit dazu sind, werden in diesem System immer bessere direkte und indirekte Motivationsmechanismen installiert. So sind wir von selbst aus immer bereiter und begeistert, mehr Leistung zu bringen - so stoßen wir immer häufiger an die Grenzen unserer derzeitigen Leistungsressourcen.
Das ist an sich nicht verkehrt. Gefährlich ist es nur, dass wir uns nicht die Zeit nehmen, diese Ressourcen wieder aufzufüllen. So kann es zu einem Burnout kommen.

Wir merken dabei nicht, dass unsere eigene immer größer werdende Leistungsbereitschaft fremd gesteuert ist. Nicht durch bestimmte Personen, sondern zum größten Teil durch die automatischen Mechanismen des globale Leistungssystem selbst.
So definieren wir uns immer mehr über unseren Leistungen, über die Anerkennung und die vermeidliche Sicherheit, die wir dadurch erreichen. Unser eigenes "Ich" bleibt dabei auf der Strecke.

Deshalb wundert es auch nicht, dass sich dieses Leistungssystem immer weiter ausbreitet und schon bis zu unseren Kleinsten in den Kindergarten reicht. Die Folge davon ist, dass jetzt auch schon immer mehr Jugendliche Burnout-Symptome aufweisen.

Werden wir also von unserem selbst erschaffenden Leistungssystem langsam ausgepowert? Können wir aus unserm Leistungssystem aussteigen und / oder wollen wir das überhaupt?
Leistung an sich ist gut. Sie führt zu Entwicklung, persönlich wie gesellschaftlich. Der Wert einer Leistung wird immer mehr nach dem Ergebnis beurteilt und nicht nach dem Arbeitsaufwand.

Das können wir tun, um uns den krankmachenden Leistungsdruck zu nehmen:

1. Wir können unsere Leistungsressourcen erhöhen, indem wir ungenutzte Ressourcen erschließen.
2. Wir können unsere Ressourcen zielgerichteter und besser einsetzen.
3. Wir können unsere Ressourcen schneller und besser regenerieren.

Dadurch können wir auch ausreichend Zeit für unsere essentiell notwendigen sozialen und emotionalen Lebensinhalte gewinnen, um gesund und stabil an der Leistungsgesellschaft als "ganzheitlicher" Mensch (und nicht nur hauptsächlich als Leistungserbringer) teilzunehmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir anfangen, alle Bewusstseinsebenen zu nutzen. Hier kann eine Hypnose-Therapie bei Burnouterkrankungen ansetzen und bei Coachingangeboten und Schulungen weitergeführt werden.
Unsere Leistungsressourcen sind so gut wie unbegrenzt. Wir müssen nur lernen sie zu nutzen.

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Kommentare zum Artikel (5)


05.06.2012 - 14:27 Uhr

Sehr geehrter Herr Neffe. Vielen Dank für ihren...

von Dr. Lutz Knoche

... sehr informativen und motivierenden Beitrag. Der Einsatz der Intuition und das Lösen von Aufgaben aller Art im Zusammenspiel von rationellen Bewusstsein und Unterbewusstsein auch ohne Hypnose ist das Endziel auch der Schulung der “Dynamischen Selbsthypnose”. Aus der Medizin, insbesondere der Neurologie, der Psychosomatik und der Psychotherapie, kommen da starke Impulse. Zum Beispiel aus Heidelberg von Dr. Gunther Schmidt, der sich mit der praktischen Umsetzung von hypnosysthemischer Potenzialentfaltung beschäftigt. Natürlich kann man diese Methode auch mit Hilfe von geeigneter Literatur kennenlernen und sich selbst aneignen. Dazu benötigt man aber einen hohen Grad an Selbstdisziplin. Aber bevor man gar nichts tut, weil einem der Standort einer Schulung vielleicht zu weit oder zu teuer ist, kann ich das nur empfehlen. In meinen Schulungen hat sich aber auch gezeigt, dass es bei den Teilnehmern unterschiedliche Vorrausetzungen gibt die Methode der Selbsthypnose anzuwenden. Hier ist manchmal ein fachmännischer Rat sehr hilfreich. Auch bildet sich in der Gruppe einen Selbstdynamik, durch Erfahrungsaustausch, von mir geleiteten Gruppengespräche und Motivationsbeiträge, heraus, die für jeden zu einen schnelleren und größeren Erfolg führen. Zum anderen kann man für ganz spezielle und persönliche Probleme auch die passenden Methoden vermitteln. Denn der Hauptgrund warum heute Menschen diese Methode erlernen möchten, sind persönliche, ganz konkrete Probleme die sie haben. Obwohl ich natürlich auch der Meinung bin, dass es für alle eine große Bereicherung sein kann. Auf meiner Homepage www.stressfreisein.de bringe ich meine Vision deutlich zum Ausdruck. Viele Grüße aus Wernigerode. Dr. Lutz Knoche

04.06.2012 - 22:56 Uhr

"Beim Burnout verbrennt ja nicht der Mensch...

von Franz Josef Neffe

... sondern nur der Schmarrn, den er sich hat ins Hirn setzen lassen" hab ich auf meine DCI-Karte gedruckt. Die Pädagogik hat uns auf die Misserfolgsspur gedrängt: "Gib Dir Mühe! Streng Dich an! Lass nicht locker! Überwinde Dich!" Wenn wir die Menschen zu solch barbarischem Umgang mit sich und ihren entscheidenden Lebenskräften verführen, müssen wir noch froh sein, wenn uns der Burnout zeigt, welche Fehler wir machen: Wer sich Mühe gibt, kriegt sie. Wer sich anstrengt, erschöpft seine Kräfte. Wer nicht locker lässt, ist immer verspannt. Wer sich überwindet, ist überwunden. So behandelt man ja nicht einmal Feinde! Die sog. Symptome zeigen uns unsere Fehler und Fehler heißen Fehler, weil sie uns sagen, was fehlt. In der Ich-kann-Schule würde ich mich nicht be- sondern ent-mühen und nicht an- sondern ab-strengen. Mit feinem, einfühlsamem Umgang mit den entscheidenden Lebenskräften sind Probleme = Lebensaufgaben gut zu lenken: ohne Stress, ohne Anstrengung, ohne Erschöpfung. Die Hypnosetherapie ist dazu nicht nötig, kann aber helfen. Vor allem können wir vom Hypnotiseur sehr viel für Problemlösung im Alltag lernen. Im Gegensatz zu den Pädagogen kennt der Hypnotiseur i.d.R. seine Wirkung und die einfachen Gesetze, nach denen man sie erzielt. E.Coué beherrschte das seinerzeit auch, doch er ging zwei entscheidende Schritte darüber hinaus: Zuerst ließ er die Trance weg, weil er (wie Bernheim & Liébault) wusste, dass man dieselben Ergebnisse auch im Wachzustand erreichen kann. Dann nahm er auch noch sich selbst aus der dominanten Rolle des Suggestors zurück und lehrte - mit weltweitem Erfolg - die bewusste Autosuggestion. Sein kleines, in 20 Sprachen übersetztes Buch zum Thema genügt, wenn man es nur sorgfältig liest, dieselben Ergebnisse wie Coué zu erreichen. Das hat er selbst den zehntausenden Hilfesuchenden aus aller Welt immer wieder demonstriert, die ihn jedes Jahr aufsuchten. Jeder Mensch kann seinen Tank selbst wieder auftanken durch die Kraft seiner Worte und Gedanken. Man braucht es nicht zu glauben, nur tun muss man es, dann erlebt man die Wirkung. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht eine Wohltat sein kann, wenn einem ein anderer hilft. Aber wenn du allein bist und niemand hast, dann ist das kein Grund zu verzweifeln = uneffizient zwei aus sich zu machen. Du hast eine Stimme, um Dein Leben zu bestimmen. Nutze sie! Ich wünsche guten Erfolg. Franz Josef Neffe

13.05.2012 - 22:54 Uhr

Inwiefern kann eine Hypnose bei Burnout helfen???...

von Inka Hildebrandt

... Was kann sie bewirken???

Antwort vom Autor am 14.05.2012
Stressanalyse & Stressbewältigung

Liebe Frau Hildebrandt. Je nach Entwicklungsstadium des Burnouts und je nach persönlichen Voraussetzungen kann die Hypnosetherapie vielfältig helfen. Sie kann Stressabbauen, erste stressbedingte Störungen erkennen und eliminieren, Selbstvertrauen stärken, die Beziehungen zu anderen Menschen wieder verbessern, persönliche Störungen, die eventuell den Burnout fördern, bearbeiten und neue Wege und Ziele definieren, Ich empfehle auch anschließend immer ein Selbsthypnosekurs, um lebenslang ein Instrument einsetzen zu können, welches ihnen ermöglicht, mit allen Stresssituationen besser fertig zu werden. Mindestens mein fünfstündiges Programm zur Selbsthilfe bei Stress, besser noch die Schulung “Dynamische Selbsthypnose” Liebe Grüße Dr. Lutz Knoche

19.04.2012 - 13:33 Uhr

Wie kann ich feststellen ob es Burnout ist oder...

von Gabriele Molls

... etwas anderes, wenn ich heute mehere Neurologen im Umkreis von 30 km anrufe und ( wenn überhaupt) erst September oder Oktober einen Termin bekomme.

Antwort vom Autor am 19.04.2012
Stressanalyse & Stressbewältigung

Wenn die oben genannten Symptome auftreten und sie darunter leiden ist es eigentlich egal ob man es Burnout nennt oder nicht. Viel wichtiger ist, dass die Ursachen erkannt werden. Oft sind es auch persönliche Gründe warum man in so eine Situation kommt. Sind die Ursachen aufgedeckt, kann man sie mit der Hypnose neutralisieren. Eine Verbesserung ihrer Gesamtsituation tritt dann relativ schnell und vor allem dauerhaft ein. Eine Hypnosetherapie können sie kurzfristig beginnen, ist für Kassenpatienten allerdings kostenpflichtig. Das müssen sie entscheiden. Für Hilfesuchende ist bei mir die Entfernung auch kein Problem, da ich dafür Wochenendsitzungen anbiete. Bei Interesse schauen sie auf meine Homepage.

05.04.2012 - 14:27 Uhr

Am Anfang Ihres Berichtes dachte ich noch, ganz...

von Helga Bausch

... toll, mal anders beschrieben als in allen bisher von mir zu diesem Thema gelesenen Kommentare. Sie können glauben, das sind sehr viele! Allerdings beschleicht mich bei den Punkten 1. bis 3. dann ein ganz ungesunder Leistungsdruck. Ihre genannten "Lösungsvorschläge" verursachen bei mir ganz eindeutig das Gefühl, dass ich "nur" mit NOCH MEHR Leistungsbereitschaft und unermüdlicher Anstrengung das schaffe, was heutzutage so sehr angesagt ist .Bitte denken Sie mal über Ihre Methode nach! Es geht auch Ihnen nur darum, uns Burnout-lern einzureden, dass wir schon wieder etwas falsch machen. Wir sollen uns doch wie moderne Sklaven mit Elan und robotermäßig vor den Wagen anderer spannen lassen, damit diese ungehindert ihre Gewinne absahnen können. Warum sonst sollen ALLE Bewusstseinsebenen genutzt werden? Gerne würde ich dazu Ihre Antwort erhalten.

Antwort vom Autor am 06.04.2012
Stressanalyse & Stressbewältigung

So ein Artikel kann natürlich viele Aspekte nur kurz anschneiden. Deshalb freue ich mich über Fragen, um vielleicht doch noch einiges mehr erklären zu können. Ich sehe Burnout aus der Sicht eines Psycho- und Hypnosetherapeuten und biete so meine Lösungswege an. Lasse sich mich deshalb meine Hypnosetherapie (hier auch nur kurz) in 3 Schritten erklären: 1. Schritt: Das Ablegen von Leistungsdenken und die “Neuentdeckung” des eigenen Ich’s und seine Werte in der Hypnose. Die so gar nichts mit Leistungen zu tun haben. Parallel dazu setzt automatisch ein Regenerierung ein. 2. Schritt: Erkennung und bearbeiten von persönlichen Ursachen die zum Leistungsdruck führen können. Das können unbearbeitete Verluste, Ängste und vieles mehr sein. Können, müssen aber nicht. 3. Schritt: Das Erlernen von Methoden der hypnosystemischen Potenzialentfaltung (Nutzung aller Bewusstseinsebenen) zur stressfreien besseren Lösungsfindung, Auf Bewusstseinsebene gibt es da keine Trennung. Sie sind ein “ganzheitlicher” Mensch, mit all seinen Werten und seiner schöpferischen Kraft, egal ob sie gerade nach einer Lösung bei ihrer Arbeit oder im privaten Leben suchen. Sie können aus allen, auch bisher ungenutzten Bewusstseinsebenen, Gefühle, Intuitionen und Informationen in allen Lebenslagen nutzen. Haben sie alle Drei Schritte vollzogen, sehen sie das Leistungssystem nicht mehr als Belastung, sondern können es als eine interessante Herausforderung erkennen, bei denen sie entscheiden, wie sie sich einbringen wollen. D.h. sie haben sich von den Motivationsmechamismen, die sie fremd steuern, im Idealfall weitgehenst gelöst und entscheiden aus ihrem eigenen \"Ich\" herraus. Sie nutzen ihre Bewussseinsebenen für sich! Nach meinen Erfahrungen dann viel erfolgreicher als vorher.


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Verfasst am 25.06.2014
von jameda

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