Artikel 27/05/2015

Zivilisationskrankheiten und was wir dagegen tun können

Team jameda
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Die Zivilisation ist eine sehr wesentliche Errungenschaft der Menschheit - aber die sog. „Zivilisationskrankheiten“ sind es nicht, denn sie fordern weltweit Millionen Todesopfer. Warum?

Zivilisationskrankheiten sind erst einmal nichtansteckende Krankheiten - Infektionen gehören also nicht dazu. So gesehen wären sie vermeidbar. Ihre Ursachen liegen in unserer bequemer gewordenen Lebensweise. Diese verlangt den Menschen immer weniger körperliche Anstrengungen ab, woraus Bewegungsmangel und Gelenkbeschwerden entstehen.

Stoffwechselerkrankungen durch Übergewicht

Gleichzeitig steigt das Angebot an Nahrungsmitteln, wodurch Überernährung bis hin zum Übergewicht entsteht. Weltweit steigt die Zahl der krankhaft Übergewichtigen. Ferner beinhaltet das Nahrungsangebot übermäßig viele gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe: zu viel Salz, zu viel Zucker, zu viel ungesunde Fette.

Stoffwechselkrankheiten sind die Folgen:

  • Diabetes mellitus (die sog. „Zuckerkrankheit“, die jetzt schon Kinder und Jugendliche betrifft)
  • Hypercholesterinämie (Fettstoffwechselkrankheiten mit erhöhten Konzentrationen an Cholesterin und Triglyceriden)
  • erhöhte Harnsäure-Blutspiegel mit dadurch resultierender Gicht

Allen diesen Stoffwechselkrankheiten ist eigen, dass sie zu frühzeitiger Arteriosklerose (Arterienverkalkung) mit Bluthochdruck führen, was wiederum zu Nierenschädigungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann.

Suchtkrankheiten

Ein weiteres Problem der gelobten Zivilisation ist die Verbreitung von Suchtkrankheiten. Alkohol und Zigaretten fordern übermäßig viele Tote, oft schleichend nach langem Leiden. Manche synthetische Drogen produzieren psychiatrische Krankheiten, teilweise schon nach erstem Missbrauch.

Viele bösartige Krankheiten (Krebs, Karzinom) sind Folge dieser ungesunden Lebensweise. Für Leberkrebs ist vielfach der chronische Alkoholismus, für den Lungenkrebs das langjährige Zigarettenrauchen, für den Kehlkopfkrebs der Genuss hochprozentiger Alkoholika sowie das Pfeifenrauchen verantwortlich.

Rein theoretisch ist es vorstellbar, all die genannten und viele weitere Zivilisationskrankheiten nicht selbst zu bekommen, da sie ja wie gesagt nicht ansteckend sind. Praktisch ist es aber ein Faktum, dass die Unkenntnis über die geschilderten Zusammenhänge zwischen Lifestyle und individueller Gesundheit in den Gesellschaften sehr groß ist. Hier wäre eine bessere Gesundheitsaufklärung erforderlich und gleichzeitig die Bereitschaft der Menschen, dazuzulernen. Denn es ist weiterhin eine Tatsache, dass momentan der größte Zuwachs an Erkrankungen dieser Art in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verzeichnen ist, während die reichsten Staaten hier bereits positive Fortschritte verzeichnen können.

Was kann der einzelne gesundheitsbewusste Mensch tun?

Der gesundheitsbewusste Mensch kennt seine Nahrung kennen, geht mit Suchtstoffen verantwortungsbewusst um, erlebt eine natürliche Freude an körperlicher Belastung und sieht Übergewicht nicht als Statussymbol sondern als unnötige Last an. Der Gang zum Arzt - zum Allgemeinmediziner oder Internisten - ermöglicht ihm eine Bestandsaufnahme des individuellen Gesundheitszustandes. Ein solcher „Check Up“ deckt Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen zuverlässig auf und ermöglicht eine gute Beratung bzw. die Einleitung einer wirksamen Behandlung. Eine Krebsvorsorgeuntersuchung vermag bestimmte Krebserkrankungen so frühzeitig zu erkennen, dass eine Heilung möglich ist. Tatsächlich steigen die Überlebensraten für einen Großteil aller Krebsarten erheblich an, wenn Vorsorge und Therapie Hand in Hand gehen.

Mögliche Untersuchungsmethoden des Arztes beim Check-Up:

  • die Anamnese (gründliche Befragung zum Gesundheitszustand)
  • die komplette körperliche Untersuchung, auch der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane
  • die Untersuchung des Blutes und des Urins
  • ein Elektrokardiogramm (EKG)
  • ggf. eine Ergometrie (Belastungs-EKG) oder eine Echokardiographie (Herz-Ultraschalluntersuchung)
  • eine Spirographie (Lungenfunktionsprüfung)
  • ggf. ergänzende Röntgendiagnostik
  • vielleicht ein CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonanztomographie)
  • eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und der Schilddrüse
  • im Zweifelsfall endoskopische Untersuchungen des Magens (Gastroskopie), des Dickdarms (Koloskopie), des Dünndarms (Videokapsel-Endoskopie), der Harnblase (Zystoskopie) oder der Atemwege in der Lunge (Bronchoskopie) bzw. des Kehlkopfes (Laryngoskopie).

Aufwändigere Diagnostik wird mittels sog. „prädiktiver Genetik“ betrieben. Das ist die Analyse von Erbinformationen von Individuen (oder Familien) zur Vorhersage von Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder manchen Krebsarten. Die prädiktive Genetik unterliegt in den meisten Staaten sehr strengen gesetzlichen Reglementierungen und ist an besonders qualifizierte Mediziner delegiert, um Missbrauch zu verhindern.

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