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Skoliose: Röntgenstrahlung ist mit optischer ...

Skoliose: Röntgenstrahlung ist mit optischer Vermessung vermeidbar

Dr. Liebhold

von
verfasst am 01.06.2012

© Yuri Arcurs - Fotolia.com
Skoliose (altgriechisch: skolios = krumm) bezeichnet eine Seitverbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper, die durch Muskelanspannung nicht mehr aufgerichtet werden kann.

Sekundäre Skoliosen treten in Folge anderer Erkrankungen auf (Fehlbildungen, neurologische Erkrankungen, Muskelerkrankungen) und bilden zehn Prozent aller Fälle. Mit 90 Prozent ist die idiopathische Skoliose, deren Ursache unbekannt ist, deutlich häufiger.

Eine Verkrümmung der Wirbelsäule bereitet zunächst keine Beschwerden. Die Skoliose fällt daher den Eltern, Verwandten oder dem Arzt im Rahmen der Routineuntersuchungen meist zufällig auf. Die idiopathische Skoliose entwickelt sich häufig um das zehnte Lebensjahr herum, der weitere Verlauf korreliert deutlich mit den Wachstumsschüben. In den Wachstumsphasen können die Verkrümmungen unter Umständen schnell zunehmen.

Die Einteilung des Schweregrades erfolgt mit einer speziellen Winkelvermessung im Röntgenbild, dem sogenannten Cobb-Winkel. Leichte Verkrümmungen mit einem Cobb-Winkel bis zu zehn Grad (skoliotische Fehlhaltung) sind zunächst lediglich kontrollbedürftig. Darüber hinaus gehende Verkrümmungen sollten behandelt werden.
Je nach Schweregrad stehen therapeutisch spezielle krankengymnastische Verfahren, Korsett-Behandlung bis hin zu aufrichtenden Operationen zur Verfügung. Wir haben zusätzlich sehr gute Erfahrungen mit sogenannten propriozeptiven (reflektorische) Einlagen. Hierbei werden Fußmuskelreflexe zur Tonusveränderung der Muskulatur genutzt. In vielen Fällen wird so die Aufrichtung der Wirbelsäule deutlich unterstützt.

Eine körperliche Untersuchung führt zunächst zur Diagnose Skoliose. Für die weitere Einteilung und Therapieplanung ist dann eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule notwendig. Eine einzelne Röntgenuntersuchung ist bezüglich der Strahlenbelastung sicherlich unbedenklich. Da sich aber Behandlung und Kontrollen über mehrere Jahre erstrecken, summiert sich leider auch die Strahlenbelastung. Die Folgen sind schwer einzuschätzen. Unumstritten ist, dass die lebenslange Strahlenbelastung zur Reduzierung des Krebsrisikos auf ein Minimum begrenzt werden sollte.

Deshalb kann für die Kontrollen (wenn möglich auch für die Diagnosestellung) die optische Wirbelsäulenvermessung angewendet werden. Die 4-D-Wirbelsäulenvermessung ist eine strahlenfreie Alternative zu Röntgenuntersuchungen. Sie ermöglicht zudem nicht nur die statische eindimensionale Messung, sondern auch die funktionelle Analyse der Wirbelsäulenstatik und der Körperhaltung.
Durch ein künstliches Lichtraster auf dem Rücken des Patienten werden individuelle Veränderungen der Wirbelsäule in kürzester Zeit erkannt und mit einer Videokamera aufgezeichnet. Eine spezielle Software errechnet dann ein millimetergenaues mehrdimensionales Bild der Wirbelsäule und ermittelt Abweichungen von der normalen Körperhaltung. Ebenfalls werden Verkrümmungen und Verdrehungen einzelner Wirbelkörper festgestellt.

Abgesehen von der Strahlungsfreiheit, wird der Therapierfolg in eindrucksvoller Weise anschaulich dargestellt. Dadurch erhalten die jungen Patienten außerdem einen Motivationsschub für die meist aufwendige und langwierige Behandlung.

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Kommentare zum Artikel (2)


26.12.2012 - 13:04 Uhr

Guten Tag, wegen einer Begutachtung wurde ich vom...

von Reinhardt Hartmann

... Sozialgericht zu einem Orthopäden geschickt. Da ich wegen einer starken Polineuropathie nicht mehr schmerzfrei laufen kann, sollte dieses überprüft werden. Dieser Arzt fertigte von mir insgesamt 14 Röntgenaufnahmen an. U.a. Oberkiefer, Halswirbelsäule Kniegelenk, Schultergelenk und einige andere Aufnahmen. Mein mich wegen einer Skolios operierender Professor Hüfner, Hannover, sagte mir, das diese vielen Röntgenaufnahmen eventuelle Spätfolgen haben können. Ich bitte Sie daher, mir mitzuteilen, welcher Art diese Beeinträchtigungen sind. Für Ihre Mühe danke ich Ihnen sehr. Mit freundlichen Grüßen Reinhardt Hartmann

22.06.2012 - 11:48 Uhr

Ich habe einen Bandscheibenvorfall, kann kaum...

von Hildebrandt

... laufen, von Fußsohle aus starke Schmerzen und stechen durch den ganzen Körper. Meine Beine sind geschwollen und schmerzen, Schmerzen in der Leistengegend. Mir wird dadurch schwindlich.Was kann man da noch machen?


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