Nasenscheidewandbegradigung und Muschelkorrektur – Verbesserung der Nasenatmung durch eine Operation?

Dr. von Gregory

von
verfasst am

© diego_cervo - iStockDie Nasenscheidewandbegradigung und Muschelkorrektur kann Abhilfe bei Atemproblemen verschaffen.Viele Patienten bekommen schlecht Luft durch die Nase. Diese eingeschränkte Nasenatmung äußert sich u.a. in nächtlicher Mundtrockenheit, verminderter Leistungsfähigkeit bei körperlicher Anstrengung (z.B. beim Sport), in einem vermehrten Auftreten von Infekten der oberen Atemwege sowie häufiger Anwendung abschwellender Nasentropfen.

Bestehen Behandlungsmöglichkeiten?

Von vielen der aufgesuchten Ärzte wird oft viel zu schnell zu einer Begradigung der Nasenscheidewand und einer Muschelkorrektur als alleinige Therapiemethode geraten.
Diese Operation, die jährlich viele 1000 Male an deutschen Kliniken, oft über einen sogenannten geschlossenen Zugang (endonasal), durchgeführt wird, hilft jedoch in vielen Fällen gar nicht oder nur unzureichend aus und führt zu keiner dauerhaften Verbesserung der Nasenatmung. Im Gegenteil: Die Patienten bekommen manchmal nach der Operation genauso schlecht oder sogar noch schlechter Luft durch die Nase als zuvor.

Ursachen für eine fehlgeschlagene Therapie

Die Ursache hierfür liegt einerseits in einer mangelhaften Diagnostik, die bei Vorliegen einer Nasenatmungsbehinderung auch die äußere Nase sowie die Funktionsuntersuchungen der Nase mit genauen Kenntnissen der Funktion der inneren und äußeren Nasenklappen umfassen muss. Andererseits liegt sie in den speziell für diese Operation verwendeten Standardtechniken.
Bei der Nasenscheidewandkorrektur mit geschlossenen Zugang, der sogenannten endonasalen Septumkorrektur, wird entweder zu viel Knorpel entfernt und damit das wichtige Stützgerüst der Nase und Nasenspitze dauerhaft geschwächt oder die verwendeten Ritztechniken, mit denen die Nasenscheidewand begradigt werden soll, führen zu keiner vollständigen Begradigung der Nasenscheidewand.
Auch die notwendige Korrektur der äußeren Nase, z.B. bei Vorliegen einer Schiefnase, wird in vielen Fällen vermieden. Dies liegt daran, dass sich der deutlich höhere operative Aufwand, unter betriebswirtschaftlichen Aspekten im Rahmen des DRG-Systems der gesetzlichen Krankenkassen, einfach nicht rentiert, manch Operateur den erhöhten Aufwand scheut oder aber den Patienten nicht zur Weiterbehandlung an ein spezialisiertes Zentrum überweisen möchte.

© BVDC_fotoliaAtemschwierigkeiten nach der Operation sind keine Seltenheit.Erschwerend kommt hinzu, dass an vielen Kliniken Eingriffe, wie die Scheidewand- und die Muschelkorrektur, aufgrund ihrer Häufigkeit und der "Unsichtbarkeit von außen" als einfache Anfängereingriffe gelten, mit denen junge Operateure Erfahrungen sammeln können. Dies ist gerade im Hinblick darauf, dass bei den sogenannten geschlossenen Zugängen eine zweifelsfrei schlechtere Übersicht über das Operationsfeld besteht umso unverständlicher, da gerade hierfür sehr viel Erfahrung notwendig ist, um wirklich minimalinvasiv, effektiv und sicher operieren zu können.

Was können Patienten beachten?

Generell ist bei der bevorzugten Anwendung von minimalinvasiven Maßnahmen eine umfassende Korrektur der inneren und äußeren Nase inklusive der Nasenscheidewand sowie der inneren und äußeren Nasenklappen nicht möglich. Gerade dies ist aber nicht selten notwendig und sollte dem Patienten von Anfang an geraten werden.
Dies alles erklärt die hohe Anzahl an unzufriedenen Patienten, die trotz einer Nasenscheidewandoperation und Muschelkorrektur keine Verbesserung ihrer Nasenatmung feststellen können und zum Teil zusätzlich auch noch unzufrieden mit dem Äußeren ihrer Nase sind. Die Nachkorrektur der Nase, die sogenannte Revisionsoperation der Nase, ist in diesen Fällen keine Seltenheit und stellt eine Herausforderung für den Operateur dar.
Eine erfolgreiche Operation ist aber auch in schwierigen Fällen für einen erfahrenen, spezialisierten Operateur durchaus möglich. Um bereits im Vorfeld eine unnötige oder unzureichende Operation zu vermeiden, ist der Patient aufgefordert, sich einen erfahrenen Nasenoperateur zu suchen, der die genannten Aspekte vor der Operation prüft, umfassend bespricht und in die Operationsplanung einbezieht.

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Kommentare zum Artikel (1)


16.02.2016 - 15:34 Uhr

Ich selbst wurde bei Dr. Quante (ist bereits in...

von Eva

... Pension) operiert und kann wieder frei durch die Nase atmen. Seit 1999 habe ich keinen Schnupfen mehr gehabt. Seitdem bin auch nicht mehr so anfällig, was Erkältungen oder Grippen angeht. Ich bin froh, dass ich mich bei so einem erfahrenen HNO-Arzt operieren lassen habe.


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