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Neue Behandlungsmöglichkeiten für die Volkskrankheit Gicht

Dr. M.Sc. Strauven

von
verfasst am 11.10.2011

Die Gicht, Hyperurikämie, ist eine Stoffwechselkrankheit. Die Volkskrankheit "Gicht", von der bis zu 2 % der Bevölkerung betroffen sind, ist seit Jahrhunderten bekannt. Sie tritt meist auf Grund zu üppiger Ernährung bei Völkern auf, denen es gut geht. Gicht tritt in Deutschland deutlich vermehrt mit Übergewicht und Diabetes auf.
Wurst- und Fleischkonsum, Alkohol, Tomaten und andere Nahrungsmittel wie geräucherte Genussmittel führen zur Überforderung bestimmter Abbauprozesse des Körpers. Es kommt zu einer Erhöhung der Harnsäure im Blut. Die Harnsäure lagert sich schließlich als Notlösung des Körpers in den Gelenken in Form von Harnsäurekristallen ab. Es kommt zu sehr schmerzhaften Gichtanfällen. Das Gelenk kann hierdurch in der Folge zerstört werden (Gicht-Tophi!). Es können auch Nierensteine entstehen (10% aller Nierensteinformen).

Die familiär vererbte Gicht ist wenig bekannt, aber wichtig. Hierbei können sogar die Harnsäurewerte im Blut normal sein. Gichtanfälle können dennoch entstehen! Die genaue Nachfrage familiär gehäufter Gicht ist entscheidend.

Therapie der Wahl:

    • Umstellung der Ernährung: weniger Wurst, Fleisch und geräucherte Genussmittel, Alkholreduktion.
    • Medikamentöse Therapie: Colchizin und Allopurinol, aber auch Ibuprofen waren bisher die medikamentösen Optionen bei familiärer Belastung und hartnäckigen Fällen.
    • Mit Febuxostat gibt es ein neues Medikament. Es ist gut verträglich und als Alternative bei Nebenwirkungen der andereren Medikamente wie Allopurinol (mindestens bis zu 10%: Haut-, Organschäden) geeignet. Es ist eine neue Option, um präventiv spätere Gelenkzerstörungen und Harnsteine durch die Gicht zu vermeiden. Dosen von 40-80mg tgl. werden gut vertragen. Eine Alternative zu den herkömmlichen Medikamenten! Laborkontrollen sind erforderlich unter dieser Therapie, denn jedes Mittel kann seine Nebenwirkungen haben.

Der häufigste Grund einer Gichtenstehung ist allerdings weiterhin unsere Lebensweise in einer Überflussgesellschaft. Deshalb reduzieren Sie während der Woche den Alkohol deutlich und essen Sie weniger Fleisch, Wurst, Tomaten. Dann können Sie auch einmal am Wochenende Ihren Ernährungswünschen nachgehen.

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Kommentare zum Artikel (4)


10.03.2014 - 19:37 Uhr

darf man bei Gicht geräuchertes Schweinefleisch...

von erich

... essen

21.08.2013 - 23:04 Uhr

Gicht: Weniger Fleisch und Wurst - ok! Aber...

von Christel

... weniger Tomaten? Bitte um Nachricht, wieso Tomaten schädlich sind?!

21.06.2012 - 08:32 Uhr

Kann man durch eine Ernährungsumstellung ggf....

von Mia

... komplett auf eine medikamentöse Behandlung verzichten - in dem ich den Fisch- sowie Fleischkonsum auf „max. 100g pro Woche reduziere“ (lt. purinarmer Diät gefunden unter http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/167402.html)? Welche Nahrungsmittel eignen sich besonders gut um den Harnsäurespiegel zu senken?

Dr. M.Sc. Strauven

Antwort vom Autor am 25.06.2012
Dr. med. M.Sc. Peter Strauven

eine Purinarme Kost, so wie Sie es beschreiben, ist sicher nicht lebenslang 100% einzuhalten. Sollten Ihre Harnsäurwerte erhöht sein deutlich, ist sicher eine medikamentöse Therapie sehr sinnvoll, auch lebenslang, zunächst immer niedrige Dosis täglich. Purinarme Kost am besten vermeidbar durch Fleisch-, Aufschnitt-Wurst, Alkoholkonsum, weietre ausführliche Tabellen finden Sie sehr übersichtlich im Internet! Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne auch einmal direkt bei mir melden. Ihr Dr.Peter Strauven.

31.05.2012 - 19:41 Uhr

warum weniger Tomaten,welche schädlichen Stoffe...

von Ursula Stienecker

... sind drin??


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