Mit Genuss essen bei Diabetes
Wer die Diagnose Diabetes hört, denkt unwillkürlich an entbehrungsreiche Mahlzeiten und langweiliges Diätessen. Doch in den letzten Jahren haben sich die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker grundlegend verändert, so dass auch Diabetiker ihr Essen genießen können. Extra kochen ist nicht nötig, denn Experten empfehlen Zuckerkranken die gleiche gesunde Ernährung wie stoffwechselgesunden Menschen.
Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Sie sind unter anderem in Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot, Obst, aber auch in Süßigkeiten enthalten. Für Diabetiker ist es wichtig, die richtigen Kohlenhydrate auszuwählen. Gut sind alle die Lebensmittel, die den Zuckerspiegel langsam steigern. Dazu gehören Vollkornprodukte. Vollkornbrot ist also für Diabetiker deutlich günstiger als Weizenbrötchen. Besonders Diabetiker, die Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen, sollten mit ihrem Arzt besprechen, welche Mengen an Kohlenhydraten über den Tag verteilt gegessen werden sollen. Das ist wichtig, damit der Blutzuckerspiegel weder zu hoch noch zu niedrig ausfällt.
Aus für Diabetiker-Produkte
Zucker, Cola und Kuchen lassen den Blutzucker rapide nach oben schnellen. Wer zuckerkrank ist und deshalb nur Diabetikerschokolade isst, tut aber weder seinem Portemonnaie noch seiner Gesundheit etwas Gutes. Denn Diabetes-Experten weisen schon seit langem darauf hin, dass spezielle Diabetikerprodukte nicht sinnvoll sind: Sie lassen zwar den Blutzuckerspiegel etwas langsamer ansteigen als normale Süßigkeiten, doch hängt das entscheidend von der verzehrten Menge ab. Besser als eine ganzer Riegel Diabetikerschokolade ist also ein kleines Stückchen normale Schokolade. Und außerdem enthalten die Produkte wie Schokolade und Kekse große Mengen an Fett, die den Stoffwechsel ebenfalls belasten. Deshalb hat der Gesetzgeber beschlossen, dass solche Süßwaren künftig nicht mehr mit dem Hinweis „Für Diabetiker geeignet" gekennzeichnet werden dürfen.
Ist Süßes ganz tabu?
Inzwischen wird für Diabetiker sogar die Devise ausgegeben: Bis zu 50 Gramm Zucker pro Tag sind erlaubt. Am besten sollte diese Menge nicht pur, sondern in anderen Lebensmitteln zu sich genommen werden. Das heißt konkret: Den Kaffee nicht mit Zucker, sondern mit Süßstoff süßen, der den Blutzucker nicht beeinflusst. Dafür kann aber beim normalen Kuchenrezept der Zuckergehalt um ein Drittel reduziert werden, dann kann auch der Diabetiker ein kleines (!) Stückchen mitessen. Meiden sollten Zuckerkranke allerdings Softdrinks, die viel schnell verfügbaren Zucker liefern.
Häufig unterschätzt wird auch die Rolle von Fett: Viele Diabetiker im fortgeschrittenen Alter haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Kreislauferkrankungen, das durch fettreiche Ernährung noch gesteigert wird. Deshalb sollten Diabetiker möglichst wenig tierische Fette (Fleisch, Butter, Sahne) zu sich nehmen und dafür lieber mehr pflanzliche Öle. Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren helfen, das Herz zu schützen. Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sorgen für eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Wer sein Körpergewicht reduziert und sich regelmäßig bewegt, hilft mit, den Blutzuckerspiegel zu senken.
Interessant für Sie:
Das diabetische Fußsyndrom - was Sie als Diabetiker dagegen tun können
Weitere Artikel zum Thema „Stoffwechsel” von anderen Ärzten

Diabetes und Sport
Verfasst am 25.03.2013
von Claudia Galler

Hilfe für den Fettstoffwechsel
Verfasst am 23.04.2012
von Claudia Galler

Diagnose Fettleber oder ist die Fettleber eine Zivilisationskrankheit?
Verfasst am 06.02.2011
von Dr. med. Ulrich Tappe
Passende Ärzte zu diesem Themengebiet
- Diabetologen & Endokrinologen
- Innere Mediziner
- Gastroenterologen (Darmerkrankungen)
- Ernährungsmediziner
Anmeldung zum jameda-Newsletter
Wir informieren Sie regelmäßig zu aktuellen und wichtigen Themen rund um Ihre Gesundheit




