Die Gicht - eine Stoffwechselkrankheit
Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Wohlstandskrankheit" oder "Zipperlein", in der medizinischen Literatur "Arthritis urica" oder "Hyperurikämie" genannt. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Harnsäure, ein natürliches Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels (sog. Purine) der Körperzellen, bedingt ist. Der Harnsäurespiegel im Blut kann durch vermehrte Zufuhr (z.B. purinreiche Nahrung, Alkohol), vermehrte Bildung im Körper (z.B. angeborene Enzymdefekte) oder eine verminderte Ausscheidung über die Nieren (z.B. Nierenkrankheiten, Medikamente) bedingt sein. Meist kommen mehrere dieser Mechanismen zum Tragen, bevor eine Gicht entsteht. Durch Auskristallisierung der Harnsäure, vor allem an kühlen Körperregionen (Großzehengrundgelenk, Ohrknorpel), entstehen entzündliche Knoten ("Tophus", siehe Bild unten). Bei fortbestehender, bzw. unbehandelter Harnsäureerhöhung kann die Gicht fast alle großen und kleinen Gelenke betreffen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt männlich : weiblich = 8 : 1. Durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen im Nierengewebe kann es im fortgeschrittenen Stadium der Gicht auch zu einer zusätzlichen Schädigung der Nieren kommen.
Krankheitssymptome:
Typischerweise kommt es zu einem akut, über Nacht auftretenden Gichtanfall der Großzehe ("Podagra"), welcher zu einer schmerzhaften entzündlichen Schwellung des Großzehengrundgelenkes führt, einschließlich einer ausgeprägten Schmerzempfindlichkeit der Haut.
Therapie:
Die Behandlung des akuten Gichtanfalls besteht in Ruhigstellung, Kühlung und Gabe von pflanzlichen Medikamenten (Colchicin). Der Prophylaxe des Gichtanfalls dienen diätetische Maßnahmen (Vermeidung von Hülsenfrüchten und Fleisch, insbesondere Innereien) und die Reduktion des Alkoholkonsums, vor allem Bier! Wird die Gicht durch diese Maßnahmen nicht gebessert, ist eine dauernde Gabe von Medikamenten notwendig, welche die Bildung der Harnsäure im Körper vermindern (Allopurinol).
Prognose:
Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Die individuelle Beratung umfasst das Essverhalten und den Alkoholkonsum im Alltag. Begleitende Maßnahmen wie z. B. Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität. Die Gicht bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle (Blutabnahmen: Harnsäurespiegel) und einer intensiven, langandauernden Behandlung.
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Kommentare zum Artikel (2)
02.06.2012 - 13:05 Uhr
Ich bin 82 Jahre und bekam den ersten Gichtanfall...
von Jochen Seepold
... vor ca.30 Jahren.Trotz verschiedenen Medikamenten wiederholten sich diese Anfälle.Allopurinol löst bei mir nach kürzester Zeit einen akuten Gichtanfall aus. Seit ca. 1 Jahr trinke ich täglich 1/2Stunde vor dem Frühstück eine Tasse Bärlappkraut Tee.Seitdem habe ich keinen Anfall mehr gehabt.Sogar die Verformungen an den Zehen sind leicht zurück gegangen.
Antwort vom Autor am 18.06.2012
Dr. med. Christian Merettig
Bärlappkraut wird traditionell bei Blasen- und Nierenerkrankungen, Leberkrankheiten und Verdauungsstörungen verwendet, der Tee vor allem bei Blasen- und Nierenerkrankungen. Eine Beeinflussung des Harnsäure-Stoffwechsels ist nicht bekannt. Machen Sie trotzdem weiter, Nebenwirkungen sind ebenso bekannt. MfG Dr. Merettig
29.07.2012 - 13:53 Uhr
Wie kann ich Gicht verhindern im Rahmen der...
von Rolf Gut
... persönlichen Ernährungs-und Trinkgewohnheiten? Besten Dank für Ihre Stellungnahme. R.Gut
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