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All on 4: Neue Zähne in kürzester Zeit

All on 4: Neue Zähne in kürzester Zeit

Dr. Dr. Eißing

von
verfasst am 25.07.2012

© Yuri Arcurs - Fotolia.com
Gerade bei älteren Patienten mit nicht ausreichender Knochensubstanz und bei langjähriger Zahnlosigkeit ist die implantologische Wiederherstellung eines festen Bisses zuweilen ein recht langwieriger Prozess. Zunächst müssen nicht erhaltungswürdige Zähne entfernt und eine Prothese eingebracht werden. Nach der Wundheilung werden vier bis sechs Implantate eingesetzt. Die Einheilung dauert mehrere Monate, erst dann wird der Zahnersatz angefertigt. Von den Patienten erfordert dies viel Zeit und Geduld; häufig sind mehrere Operationen notwendig.

Mit dem neuen Verfahren „All on 4“ ist es dagegen möglich, die Extraktion der Zähne in Ober- beziehungsweise Unterkiefer, die Implantation und die Versorgung mit einer provisorischen Brücke in einer einzigen Sitzung durchzuführen.

Voraussetzung dafür ist, dass ein ausreichendes Knochenangebot und eine entsprechend günstige Knochenstruktur vorliegen. Eine exakte Planung vor der Operation ist deshalb unverzichtbar. Dazu wird mittels Computertomografie oder mit Hilfe der sogenannten digitalen Volumentomographie (DVT) zunächst ein dreidimensionales Bild des Kiefers erzeugt. Auf der Basis dieser Daten erfolgt am Computer eine punktgenaue Planung. Ein Navigationssystem ermittelt die optimale Position für die Implantate im Kieferknochen. Dabei werden auch die Sicherheitsabstände zu sensiblen Nerven im Unterkiefer, zu den Kieferhöhlen und anderen kritischen anatomischen Strukturen genau berücksichtigt.
Somit ist die Gefahr, dass Nerven und andere wichtige anatomische Strukturen verletzt werden, nahezu ausgeschlossen.

Ist die Planung abgeschlossen und der Patient für das All on 4-Verfahren geeignet, erfolgt der implantologische Eingriff – in der Regel in örtlicher Betäubung.
Auf Wunsch kann jedoch auch eine Vollnarkose oder ein Dämmerschlaf gewählt werden. Im Rahmen der implantologischen Operation erfolgt die Entfernung der erhaltungsunwürdigen Zähne.

Anschließend wird der Kiefer für das Einbringen der Implantate vorbereitet.
Auf Grundlage der dreidimensionalen Computerplanung werden die vier bis sechs Implantate in den optimalen, vorher berechneten Positionen eingebracht.
Auch in Fällen mit erheblichem Knochenverlust (z. B. durch Parodontose) ist durch Verwendung spezieller sogenannter Zygomaimplantate eine Sofortbelastung möglich. Ein komplizierter Kieferaufbau lässt sich dadurch umgehen.

Diese speziellen 35 – 60 Millimeter langen Implantate (Zygomaimplantate) werden im Jochbeinknochen verankert. Da für eine Sofortbelastung bestimmte Messwerte erforderlich sind, wird die Stabilität der Implantate exakt analysiert. Es werden verschiedene Parameter erhoben, um dadurch die Festigkeit der Implantate im Kieferknochen zu ermitteln. Falls die Voraussetzungen vorliegen, was in der Regel der Fall ist, wird nun mit der prothetischen Versorgung begonnen.

Dazu werden zunächst noch während der Operation Abdrücke genommen, auf deren Grundlage der Zahntechniker die provisorische Brücke fertigt. Diese ist in der Regel am Abend des Operationstages fertig und kann eingegliedert werden.

Der Patient ist bereits am Operationstag in der Lage, weiche Kost zu sich zu nehmen. Um eine komplikationslose Einheilung zu gewährleisten, sollte es in den ersten Wochen bei weicher Kost bleiben.

Nach mindestens dreimonatiger Tragedauer wird der definitive Zahnersatz angefertigt und eingegliedert. Da sich das Gewebe um die künstlichen Zahnwurzeln nach der Operation vor allem dann verändert, wenn Zähne gezogen werden mussten, ist es sinnvoll, den endgültigen Zahnersatz nicht sofort einzusetzen.
So können auch kleine Veränderungen des umgebenen Gewebes berücksichtigt werden. Ästhetische Korrekturen lassen sich auf Wunsch des Patienten problemlos umsetzen.

Mit dem All on 4-Konzept kann der Patient in kürzester Zeit wieder in seinem normalen Alltag zurückkehren, seiner Berufstätigkeit nachgehen und sich sicher in der Öffentlichkeit bewegen.

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Kommentare zum Artikel (3)


31.08.2012 - 10:53 Uhr

Für vorgesehene 6 Implantate im Oberkiefer wurde...

von Roland Wolz

... bei der DVT festgestellt, daß der Knochenschwund sehr weit fortgeschritten ist und eine größere Augmentation notwendig sein wird. Trage seit Jahren eine Vollprothese und nachdem im Unterkiefer auch nur noch eine Brücke zwischen den Eckzähnen besteht, müsste auch der Unterkiefer mit Implantaten versehen werden. Aber auch hier ist ein deutlicher Knochenschwund zu sehen. Sollte ich daher nur den Unterkiefer "neu gestalten " lassen, oder welche Empfehlung können Sie geben ?

10.08.2012 - 12:12 Uhr

Ich bin einsehr sehr großer Angstpatient,habe...

von Helga Dräger

... aber im Oberkiefer einige Lücken und ein stummel,ich möchte keine Implantate,da ich 71 Jahre bin und auch nur eine kleine Rente beziehe.Für Ihren Rat sage ich schon einmal danke.Frau Helga Dräger

28.07.2012 - 12:09 Uhr

hatte vor 10 jahren im oberkiefer 4 implantate und...

von heide rosenau

... im unterkiefer 3 implantate diese sind dann durch eine starke paradentose und knochenabbau rausgefallen jetzt habe ich im oberkiefer nur noch ein implantat und im unterkiefer vorne 2,ich trage jetzt oben eine vollprothese und unten ein provisorium es ist alles recht komplieziert, können sie mir einen rat geben. ich bin 67 jahre und möchte meine lebensqualität zurück.

Dr. Dr. Eißing

Antwort vom Autor am 30.07.2012
Dr. Dr. med. Alfons Eißing

Zunächst müsste die Ursache der Implantatverluste abgeklärt werde. Eine klinische Unteruchung und ein CT bzw. DVT Röntgenuntersuchung könnte Aufschluss über eine mögliche Nachimplantation geben.


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