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Bei Kopf- und Rückenschmerzen ist oft der ...

Bei Kopf- und Rückenschmerzen ist oft der Kiefer schuld

Dr. Visse

von
verfasst am 31.08.2012

© Puje - Fotolia.com
Kopf, Nacken und Rücken zählen zu den am häufigsten von Schmerzen betroffenen Körperregionen. Etwa 70 Prozent der deutschen Bevölkerung kennen solche Beschwerden aus eigener leidvoller Erfahrung und wissen, wie stark die Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird. Bei einem Großteil der Fälle ist die Ursache eine Funktionsstörung des Kiefergelenks, die medizinisch als Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet wird.

Die CMD tritt in jedem Alter auf und betrifft daher Kinder und Erwachsene. Kau- und Bewegungssystem sind eng miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Störungen im Bereich der Kiefergelenke führen daher oftmals zu folgenden Symptomen:

  • Knack- oder Reibegeräusche im Bereich der Kiefergelenke
  • Verspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur
  • Spannungskopfschmerz oder Migräne
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Hüftschmerz mit Beckenschiefstand

Ehe die Diagnose CMD gestellt wird, haben zahlreiche Patienten nicht selten wahre Arzt-Odysseen hinter sich, bei denen die Symptome unter anderem mit Medikamenten, Spritzen und Physiotherapie behandelt werden. Meist erfolgt zwar eine kurze Besserung der Beschwerden. Da sich die Therapie jedoch nicht der Ursache der Problematik widmet, treten die Schmerzen nach kurzer Zeit wieder auf. Eine dauerhafte Besserung kann so nicht erreicht werden.

© Dr. Visse
Ausgelöst wird eine CMD vielfach durch Fehlkontakte der Zähne. Diese Fehlkontakte beeinflussen die Stellung der Kiefergelenke (vgl. Abbildung). Da die Gelenksysteme über Funktionsketten miteinander verbunden sind, führen Probleme im Bereich der Kiefergelenke auch zu Funktionsstörungen in anderen Gelenksystemen.

Experten wissen, dass es sich bei der CMD um ein äußerst komplexes Krankheitsbild handelt, dessen Diagnose ein umfangreiches Spezialwissen erfordert. Grundlage bildet eine sogenannte Funktionsanalyse mit einer genauen Untersuchung der Körperstatik, die für den Patienten nicht belastend oder schmerzhaft ist. Die Frage, ob eine CMD vorliegt oder nicht, kann direkt danach beantwortet werden.

Mit Einleitung der Therapie bessern sich die Symptome schnell oder verschwinden sogar ganz. Die Therapie erfordert in aller Regel ein interdisziplinäres Vorgehen, also eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Nur so wird ein gezieltes und aufeinander abgestimmtes Behandlungskonzept möglich, das dem Patienten auch tatsächlich hilft. Wichtig ist daher die Zusammenarbeit in einem medizinischen Netzwerk, zu dem unter anderem Orthopäden, Physiotherapeuten, Zahnärzte und Kinderärzte gehören.

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Kommentare zum Artikel (3)


10.04.2014 - 07:23 Uhr

Mir wurde der Biss angehoben,Brücken passen...

von canim

... nicht,Unterkiefer rutscht nach hinten.Esse seit 2,5 Jahren nur Brei,Nacken und halbes Gesicht taub.Orthopäden,Neurologen können nichts finden.Können die Beschwerden vom Kiefer kommen?

17.12.2012 - 17:50 Uhr

CMD ist in meinem Freundeskreis sehr bekannt und...

von MaryJane

... meiner Meinung ein Thema womit sich mehrere Ärzte mal beschäftigen sollten. Leider gibt es kaum Zahnärzte/Kieferorthopäden die davon je gehört haben. Ich selber bin mir sehr sicher schon jahre unter CMD zu leiden (Unterkiefer nicht gerade nach vorne gewachsen, zu klein, kiefergelenkfehlstellung, habituelle Kieferluxation, zähnepressen, wenns still ist tinnitus, kopfschmerzen die als migräne diagnostiziert wurden, ohrenschmerzen, verspannungen im gesamten schulter-nacken-kopf-bereich,kiefergelenkschmerzen, Knieschmerzen, usw), wenngleich nicht so schlimm wie meine Freundin... Doch was bringt einem das Wissen um CMD als Patient, wenn die Krankenkasse, die großen Medizinuni´s und die gesetzlichen Ärzte davon kaum wissen und vor allem auch keinen Cent zahlen? Mir selber wird es auf Grund dessen vielleicht nie möglich sein zu einem CMD Spezialisten zu gehen, die Krankheit diagnostizieren zu lassen und sie richtig zu behandeln. Und mit dem Problem bin ich nicht alleine. Im moment bin ich einer kombiniert kieferorthopädischen behandlung, habe eine operative gaumennahterweiterung hinter mir und die verschiedensten spangen... wird diese Behandlung alleine überhaupt irgendetwas bezwecken?

20.09.2012 - 13:21 Uhr

Die Aufbißschiene gefällt mir sehr gut. Meinem...

von ClaudiaK

... Nacken geht es schon viel besser. Nach 6 Jahren habe ich endlich etwas gefunden, dass mir hilft. Ich trage die Schiene fast 24 Std am Tag und wache auch morgens entspannter auf. Meinen Kopf kann ich schon etwas besser drehen und ich bin sehr zuversichtlich, dass es in den nächsten Wochen noch besser werden könnte. Ich übe fleißig die Drehung. Es ist sehr schade, dass die KK die Kosten nicht übernimmt, oder sich zumindest daran beteiligt. In den letzten Jahren haben sie die Kosten für ein MRT, Röntgenaufnahmen, mehrere Arztbesuche, Akupunktur, Streckgalgen, Tabletten, Elektro-anwendungen und 30 x Krankengymnastik pro Jahr für meinen Nacken übernommen. Aber alles hat nicht geholfen und es wurde eher noch schlimmer. Ich merkte, dass ich immer mehr einsteifte und der Kopf sich immer schlechter drehte. Meine letzte Hoffnung wäre eine Botox-Behandlung für einen Schiefhals gefwesen. Seitdem ich die Schiene trage (seit ca. 4 Wochen) bin ich beweglicher und kann den Kopf schon um ein paar Millimeter mehr nach links und rechts drehen. Auch das Aufschauen nach oben geht einfacher.


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