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Die richtige Zahncreme - was ist "RDA" und "ppm"?

Die richtige Zahncreme - was ist "RDA" und "ppm"?

Dr. Mayer

von
verfasst am 27.01.2012


Was ist eigentlich die richtige Zahncreme? Gibt es die "ultimative Zahncreme" für alles? Die Antwort ist: Es gibt sie nicht! Zumindest kann man nicht sagen, diese Creme sei die beste für jeden.

Einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung von Karies und Entzündungen rund um den Zahnhalteapparat ist das Vorhandensein und die bakterielle Zusammensetzung der sogenannten Plaque. Deshalb spielt das regelmäßige und gründliche Entfernen dieser eine erhebliche Rolle. Als Werkzeuge steht uns dabei neben der Zahnbürste auch die Zahncreme zur Verfügung. Jedoch gibt es da viele verschiedene. Die für Kinder, die mit Weißmacher, mit Bleachingeffekt, für Sensible, die Naturbelassene, für Patienten mit Parodontitis und so weiter. Um nun herauszufinden, welche für einen selbst die „richtige“ ist, kann man sich an zwei Werten, die eigentlich fast immer auf der Tubenrückseite zu finden sind, orientieren.

Das wären:

1. "ppm" ist ein Ausdruck aus dem Englischen und steht für „parts per million“ oder zu deutsch „Teile von einer Million“, genauso wie "Prozent" für den hundertsten Teil steht.

Im Zusammenhang mit Zahncremes beschreibt „ppm“ die Menge des enthaltenen Fluorids. Diese Mengen bewegen sich stets zwischen 250 ppm und 1500 ppm. Als Orientierung gilt:
Für Kinder bis sechs Jahre oder ab dem ersten Zahn sollten die Zahncremes einen Fluoridgehalt von 500ppm nicht überschreiten. Dies sind die so genannten "Kinderzahncremes".

Für Kinder zwischen sechs und 12 Jahren sind die so genannten "Junior"-Zahncremes mit einem Fluoridgehalt von 1000-1450 ppm anzuraten. Ab dem 12. Lebensjahr empfiehlt sich die Verwendung einer "Zahncreme für Erwachsene". Diese enthalten dann mindestens 1450 ppm.

2. "RDA" steht für "Radioactive Dentinabrasivität". Der Wert beschreibt den Grad an Abrieb auf dem Dentin durch die in der Zahnpasta enthaltenen Putzkörper. Putzkörper sind wichtig, sollten aber auch nur in Maßen enthalten sein. Je höher der RDA, desto höher der Abrieb. Damit ein akzeptabler Reinigungseffekt entsteht, sollte ein RDA von mindestens 35 erreicht werden.

Als Orientierung gilt:

Für empfindliches Zahnfleisch oder bei Parodontitis verwendet man sogenannte "sensitive" Zahncremes mit einem RDA zwischen 20 und 30. Die Standard-Zahncreme enthält zwischen 40 und 70 RDA.

Zahncremes mit einem RDA höher als 100 sind die sogenannten Raucher- oder auch „Weißmacher“- Zahncremes. Diese sind in der Lage, festsitzende Verfärbungen von der Oberfläche förmlich herunterzuhobeln. Für kurze Einsätze sind diese Zahncremes erfolgsversprechend, aber für den Dauergebrauch keinesfalls zu empfehlen.

Welche nun die "richtige" Zahncreme ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die Übersicht oben sollte aber die Wahl etwas erleichtern. Ihr behandelnder Zahnarzt oder Ihre Prophylaxehelferin werden Ihnen aber sicher bei weiteren Fragen zur Seite stehen.

Zum Schluss sollte noch erwähnt werden, dass die Zahncreme natürlich nur dann ihren Zweck erfüllt, wenn eine korrekte Putztechnik und die richtige Zahnbürste gebraucht werden.

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Kommentare zum Artikel (2)


12.06.2013 - 22:53 Uhr

Hallo Herr Dr. Mayer, zur Wirksamkeit von Xylitol...

von Moppel

... gibt es ja wohl mehrere Studien (http://de.wikipedia.org/wiki/Xylitol#Anti-kariogene_Wirkung), daran sollte es wohl keine Zweifel mehr geben. Wenn man den Durchfall fürchtet, spuckt man es nach minutenlangem Spülen einfach wieder aus. Und ich bleibe dabei, das ist viel wichtiger als das "richtige" Putzen mit der "richtigen" (mehr oder weniger schädlichen) Zahncreme. Diese Erfahrung haben schon viele Kariesanfällige gemacht. Übrigens sind die Verfärbungen, die Chlorhexidin erzeugt, völlig reversibel, und ein Antiverfärbungssystem gibt es auch schon. Viele Grüße Moppel

03.04.2013 - 08:52 Uhr

Seit wann schützt Zähneputzen vor Karies? Dann...

von Moppel

... würden nicht 95% der Deutschen darunter leiden! Gegen Karies hilft nur die richtige (haushaltszuckerfreie) Ernährung von innen und von außen bakterientötende Stoffe (Chlorhexidin oder besser Xylit), die in den üblichen Zahnpasten nicht oder in viel zu geringer Menge vorhanden sind.

Dr. Mayer

Antwort vom Autor am 18.04.2013
Dr. med. dent. Wolf-Karsten Mayer

Hallo Moppel, Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre Fragestellung scheint sich nicht auf diesen Artikel zu beziehen. Jedenfalls ist diese Aussage auch nach mehrfachen lesen nicht zu finden. Beim längeren Einsatz von Chlorhexidin kommt es zu massiven Verfärbungen an den Zähnen. Schlimmer ist noch das die Bakterien unserer Mundhöhle beim Dauereinsatz zu Resistenzen neigen. Chlorhexidin ist nur für einen temporären, also kurzzeitigen Einsatz in der Mundhöhle vorgesehen. Xylit (Xylitol) wird tatsächlich eine Anti-kariogene Wirkung nachgesagt. Im Austausch aller üblichen Haushaltzucker aber sicherlich nur als Ergänzung Sinnvoll. Es ersetzt keinesfalls eine vernünftige Mundhygiene. Weiterhin reagieren viele Menschen auf die vermehrte Einnahme von Xylitol mit Durchfall. Hier ist auch folgendes zu beachten: Viel Xylit = viel Durchfall Aber: Viel häusliche und professionelle Mundpflege = viel Mundgesundheit Vielleicht hilft das viele Grüße aus Dresden Kesselsdorf


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