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Das Geheimnis gesunder Zähne - Zahnprobleme ...

Das Geheimnis gesunder Zähne - Zahnprobleme sind kein Schicksal

Dr. Rocholl

von
verfasst am 20.01.2012

© Pressmaster - Fotolia.com
Gesunde weiße Zähne? Wer hätte die nicht gerne? Dennoch haben sie die wenigsten. Die Realität sieht meistens anders aus: Werden erste Zahnschäden noch mit Füllungen behoben, werden bei vielen Menschen im Laufe ihres Lebens umfangreichere Maßnahmen notwendig. Entstandene Schäden werden durch Füllungen, Inlays oder Kronen versorgt, Zähne gehen verloren und müssen durch Implantate oder anderen Zahnersatz ersetzt werden.
Manche Patienten erleben eine regelrechte Leidensgeschichte. Oft hört man als Zahnarzt dann in der Praxis den Kommentar: "Die schlechten Zähne habe ich von meiner Mutter / meinem Vater geerbt." Dagegen bleiben einige Glückliche von Zahnkrankheiten und Zahnverlust verschont und behalten die eigenen Zähne bis ins hohe Alter. Ist das Glück, oder kann man etwas dafür tun?

Grundsätzlich gibt es zwei Krankheiten, die für fast alle Probleme mit Zähnen verantwortlich sind. Es sind Karies und marginale Parodontitis, im Volksmund "Parodontose" genannt. Durch Karies bekommen Zähne Löcher, die unbehandelt den Zahn zerstören und zu schmerzhaften Entzündungen der Zahnnerven führen. Durch Parodontitis verlieren die Zähne langsam den Halt im Kieferknochen und werden locker. Leider kann eine lange Zeit vergehen, ohne dass der Patient irgendwelche Beschwerden hat.

Zahnärzte beschäftigen sich fast ausschließlich mit der Behandlung der Folgen dieser beiden Krankheiten. Löcher werden gefüllt; wenn nötig werden Zähne mit Kronen oder Wurzelfüllungen versorgt. Treten Komplikationen auf, müssen Zähne gezogen werden. Die entstandenen Lücken werden versorgt, um Kaufähigkeit und Ästhetik zu erhalten oder wiederherzustellen.

All diese Maßnahmen sind notwendig und wichtig, jedoch sind sie nur ein Teil einer wirksamen Zahnbehandlung. Warum?
Beide Krankheiten, Karies und Parodontitis, sind von Bakterien verursachte Infektionskrankheiten. Das bedeutet am Beispiel "Karies", dass das Loch im Zahn, das landläufig Karies genannt wird, nicht die Krankheit ist, sondern lediglich die Folge der Erkrankung. Die eigentliche Karies, also die Ursache für das Entstehen der Löcher in Zähnen, ist der Umstand, dass man sich irgendwann in seinem Leben, meist bereits in früher Kindheit, mit bestimmten Bakterien infiziert hat. Diese speziellen Bakterienarten haben die Fähigkeit, Kohlenhydrate (Zucker), die man mit der Nahrung aufnimmt, zu Säure zu verstoffwechseln. Wirkt die aggressive Säure lange genug auf einen Zahn ein, wird dieser entmineralisiert und bekommt irgendwann ein Loch.

Wird dieses Loch dann vom Zahnarzt gefüllt, beseitigt er lediglich die Folge des Säureangriffs der Bakterien. Wird weiter nichts gegen die Anwesenheit dieser Bakterien getan, nimmt man weiterhin Kohlenhydrate oder Zucker zu sich und gibt der von den Bakterien produzierten Säure weiterhin Zeit, auf die Zähne einzuwirken, sind neue Löcher vorprogrammiert. Die Zerstörung geht weiter!

Gleiches gilt für die Parodontitis: Hier sind es ebenfalls Bakterien, die sich bei nicht ausreichender Pflege in Form von Zahnbelag auf den Zähnen festsetzen. Toxine dieser Bakterien verursachen eine Entzündung des Zahnfleischs, die zur Bildung von Zahnfleischtaschen und zur Zerstörung des Kochens führen kann, der die Zähne hält.

Der Zahnarzt schafft durch seine Behandlungen (Füllungen, Zahnersatz, etc.), also die Maßnahmen, die man als Zahnbehandlung bezeichnet, lediglich die Voraussetzung zur erfolgreichen Bekämpfung der bakteriellen Infektion.
Bei genauem Hinsehen ist eine Zahnbehandlung also nur die Vorbehandlung. Sie stellt die Kaufähigkeit wieder her, schafft aber vor allem eine pflegefähige Mundhöhle, indem sie alle Stellen beseitigt, die der Zahnpflege des Patienten nicht zugänglich sind, an denen die krank machenden Bakterien überleben und von wo aus sie sich wieder in der Mundhöhle verbreiten können.
Diese Stellen sind zerstörte Zähne, kariöse Defekte, aber auch rauhe, undichte oder überstehende Füllungen oder Kronen sowie Zahnstein und infizierte Zahnfleischtaschen, die kennzeichnend für eine Parodontitis sind. Solange solche der Mundhygiene nicht zugänglichen Stellen in der Mundhöhle verbleiben und nicht vollständig behandelt werden, ist eine wirksame Bekämpfung der bakteriellen Infektionskrankheiten Karies und Parodontitis aussichtslos.
Damit ist auch der Erfolg jeder Zahnbehandlung mit Füllungen, Kronen, Implantaten und so weiter gefährdet. Entsprechend muss der Zahnarzt hier sehr sorgfältig entscheiden: Ist eine vorhandene Versorgung wirklich in Ordnung, das heißt glatt, kariesfrei und pflegefähig? Erfüllt irgendeine Füllung, Krone oder sonstige Versorgung diese Voraussetzungen nicht, muss sie erneuert werden. "Ein bisschen gesund" kann hier keinen Erfolg haben, da mit falschen Kompromissen eine wirksame Bekämpfung der Bakterien unmöglich gemacht wird.

So ernüchternd es klingt: Die eigentliche Zahnbehandlung, also die Behandlung der bakteriellen Infektion durch gründliche Zahn- und Mundpflege, ist dann Aufgabe des Patienten.
Regelmäßige Prophylaxebehandlungen und professionelle Zahnreinigungen sollten daher auch Bestandteil jeder systematischen Zahnbehandlung sein, denn nur dadurch kann der Patient in der Zahnarztpraxis lernen, wie er zu Hause Zähne und Zahnfleisch durch effektive Pflege langfristig gesund halten kann.

Zurück zum Ausgangspunkt: Gesunde Zähne sind für jeden möglich und keine Frage von Glück oder Zufall. Entscheidend ist eine umfassende Vorbehandlung durch den Zahnarzt, durch die er eine pflegefähige Mundhöhle schafft und erhält. Bei regelmäßiger, guter Pflege halten hochwertiger Zahnersatz und vor allem die eigenen Zähne ein Leben lang!

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