Kiefergelenkbeschwerden und Funktionsdiagnostik

Dr. Jochum

von
verfasst am 02.08.2011


© LanaK - Fotolia.comKiefergelenke, Zähne und Kaumuskeln sind im Idealfall präzise aufeinander abgestimmt. Dieses hochsensible System ist Teil des Kauorgans, auf welches ein Leben lang viele unterschiedliche Einflüssen wirken.

Liegen Unstimmigkeiten in diesem System vor, treten Schmerzen auf. Wenn die Ursachen einer Funktionsstörung des Kauorgans längere Zeit bestehen, können sie sehr schädigende Auswirkungen mit chronischen Beschwerden haben. Aufgrund der engen Verbindung zur Skelettmuskulatur, können Veränderungen im Kauorgan Einfluss auf die gesamte Körperstatik nehmen. Für den Zahnarzt ist es daher sehr wichtig, Störungen dieses sensiblen Systems frühzeitig zu erkennen und effektiv zu therapieren.

Die zahnärztliche Funktionsdiagnostik und -therapie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen des Kausystems, den craniomandibulären Dysfunktionen. Der Begriff craniomandibuläre Dysfunktion (international abgekürzt CMD) leitet sich her von „Cranium“ (Schädel), „Mandibula“ (Unterkiefer) und Dysfunktion (Fehlfunktion).

Ursachen einer CMD

Das gesunde Kauorgan:
In einem gesunden Kauorgan haben die Ober- und Unterkieferzähne binnen 24 Stunden nur etwa 30 Minuten lang direkten Kontakt zueinander. Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Zähne haben somit im Normalfall sehr lange Erholungszeiten.

Funktionsstörungen:
Wird das System gestört, erhöht sich oftmals unbemerkt für den Patienten die Muskelanspannung und somit die Belastung aller beteiligten Strukturen.

Aus wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass die Anspannungsphasen beim Zähneknirschen oder -pressen ohne Unterbrechung bis zu 45 Minuten andauern können und der gemessene Kaudruck um ein Vielfaches höher ist als beim normalen Kauen. In der Folge treten Beschwerden auf.

Ursachen:
Oftmals geht der Beginn der Beschwerden zeitlich mit einer Kombination von zwei oder mehr Auslösern einher. Ursächlich für eine craniomandibuläre Dysfunktion sind in vielen Fällen Zahnfehlstellungen in Verbindung mit erhöhtem psychischem Stress.

• Störungen in der Verzahnung können verursacht sein durch mangelhaft angepasste Kronen, Brücken oder Prothesen, zu hohe oder zu niedrige Füllungen oder auch Zahnlücken.
• Auslöser für die CMD können in gleicher Weise traumatische Ereignisse wie z. B. Unfälle oder Operationen sein, die mit einer Überdehnung der Kiefergelenke einhergehen.
• Mögliche Ursachen stellen ebenso Fehlstellungen der Zähne oder kieferorthopädische Behandlungen dar.
• Anhaltende ungesunde Körperhaltungen mit Belastung der Schulter-Nacken-Region können ebenfalls zu einer CMD führen.

Wer ist betroffen?

Störungen des Kauorgans finden sich bei ca. 80 % aller Menschen - die meisten Beschwerden sind jedoch derart milde, dass ihnen kein Krankheitswert beigemessen werden kann. 3-5% aller Menschen haben so starke Beschwerden, dass sie ärztlich behandelt werden müssen.

Beschwerden und Folgeerkrankungen der CMD

Akute und chronische Schmerzen:
• Zahnschmerzen und Überempfindlichkeiten durch chronische Überbelastung
• Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich, mitunter ausstrahlend zu umfassenden Kopfschmerzen insbesondere im Bereich von Schläfe und Wange
• Schmerzen beim Kauen, Sprechen, Schlucken, Gähnen

Zahnschäden aufgrund chronischer Über- und Fehlbelastung:
• obwohl der Zahnschmelz zu den härtesten Substanzen überhaupt gehört, können Schleifspuren oder auch ein massiver Verlust der Zahnhartsubstanz (Abrasion) auftreten. Diese können sowohl einzelne Zähne als auch das gesamte Gebiss betreffen
• Schmelzrisse und -frakturen, im schlimmsten Fall die Längsfraktur des gesamten Zahnes
• zerstörte Zahnhälse mit Hypersensibilität
• abgestorbene Zahnnerven / tote Zähne aufgrund des zunehmenden Abbaus der Hartsubstanz und des Halteapparates
• Schädigungen des Zahnhalteapparates führen zu Zahnlockerungen, -wanderungen und ggfs. zum Zahnverlust

Muskelverspannungen:
• dauerhafte Überanstrengung der Kaumuskulatur führt zu einer Veränderung der Muskelfasern - der Muskel verhärtet sich und es entstehen kleine schmerzhafte Knötchen, die den Bewegungs-ablauf und das Zusammenspiel von Kiefergelenken und Kaumuskulatur stören
• verspannte Kaumuskulatur kann zu Bewegungsstörungen führen, meist kann der Mund nicht mehr normal weit geöffnet werden
• Verspannungen der Nackenmuskulatur mit Blockaden der Halswirbelsäule sowie Rückenleiden, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenzen

Kiefergelenkerkrankungen:
• durch eine chronische Überbelastung können Kiefergelenkentzündungen (Arthritis) und erhebliche Beschädigungen des Bandapparates auftreten.
• die Lage der Gelenkscheibe kann sich in einem oder beiden Gelenken verändern, was oftmals mit Kiefergelenkgeräusche wie Knacken oder Reiben beim Kauen oder weitem Mundöffnen einhergeht
• mitunter kann sich die Gelenkscheibe auch derart verschieben, dass sie die Öffnungsbewegung teilweise oder total blockiert und der Mund nicht mehr normal weit geöffnet werden kann
• möglich sind ebenso Überbeweglichkeiten des Unterkiefers, die als „Ausrenken“ des Kiefergelenks bei weiter Mundöffnung (z. B. beim Gähnen) auftreten

Ohrgeräusche (Tinnitus)
• aufgrund der engen anatomischen Beziehung der Kiefergelenke zu Mittel- und Innenohr werden mögliche Zusammenhänge von Beschwerden wie Ohrenschmerzen, Tinnitus oder Schwindel mit CMD zunehmend diskutiert

Funktionsdiagnostik

Im Rahmen der Funktionsdiagnostik werden die die Unterkieferbewegungen, die Kaumuskulatur sowie die Kiefergelenke untersucht. Die Funktionsdiagnostik dient dazu, Symptome der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) zu erkennen.

Die Kiefergelenke sind somit die die einzigen Gelenke, welche primär nicht von Orthopäden, sondern von Zahnärzten untersucht werden. Dies ist sinnvoll, da die Kiefergelenke zusammen mit den Kaumuskeln und den Zähnen Teil des Kauorgans sind.

Wann ist Funktionsdiagnostik wichtig?

Funktionsdiagnostik sollte immer durchgeführt werden vor der Anfertigung größeren Zahnersatzes, umfassenden konservierenden Therapien und kieferorthopädischen Behandlungen sowie bei Vorliegen von Symptomen, welche eine Verdachtsdiagnose auf CMD erlauben.

Klinische und instrumentelle Analyse

Wichtigstes Element im Rahmen der klinischen Untersuchung ist die Erhebung der individuellen Krankheitsgeschichte. Dazu wird der Patienten nach möglichen Symptomen einer CMD befragt.

Für den Zahnarzt ist es wichtig zu erfahren, ob
• der Patient das Gefühl hat, der Biss sei nicht mehr stimmig
• die Zähne Beschwerden bei Druck- bzw. Temperaturunterschieden bereiten
• nächtlich mit den Zähnen gepresst oder geknirscht wird
• die Unterkieferbeweglichkeit und die Mundöffnung eingeschränkt sind
• der Patient Knack- und Reibegeräusche bei Mundöffnung bzw. -schluss bemerkt
• Schmerzen im Bereich der Wange und des Ohres bestehen
• Verspannungen der Nacken-, Schultermuskulatur vorliegen
• der Patient des öfteren unter Kopfschmerzen / Migräne leidet
• weitere orthopädische Probleme wie Wirbelsäulenbeschwerden, Beckenschiefstand oder Beinlängendifferenz vorliegen
• der Patient unter Schwindel, Ohrgeräuschen oder Tinnitus leidet

Teil der klinischen Untersuchung ist ferner die manuelle Diagnostik. Mittels gezielter Handgriffe wird in spezifischen Belastungstests detailliert ermittelt, welche Strukturen des Kauorgans geschädigt sind. Bei Verdacht auf eine schwere Erkrankung der Kiefergelenke können Röntgenaufnahmen erforderlich sein, ggfs. ergänzt durch eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Im Rahmen der klinischen Untersuchung können technisch aufwändige Verfahren der instrumentellen Funktionsdiagnostik Anwendung finden. Diese reichen von der Montage und Analyse der Kiefermodelle in einem Simulator bis zur computergestützten Aufzeichnung der Bewegungsbahnen des Unterkiefers, wie beispielsweise mit dem Freecorder BlueFox.

Mit Hilfe des Freecorder BlueFox werden die patientenindividuellen Kiefergelenksbahnen computergestützt in drei Ebenen exakt erfasst und aufzeichnet. Eine optoelektrische Messtechnik erlaubt eine berührungsfreie und damit für den Patienten sehr komfortable Messung. Diese ist präzise und reproduzierbar.

Kodierte Muster, die am Patienten angebracht sind, werden von mehreren Spezialkameras mit integrierten Hochleistungsrechnern abgebildet, erkannt und dekodiert. Die Position jedes Musters wird 100 mal pro Sekunde mit hoher Auflösung (0,001mm) in Echtzeit verfolgt.

Diese hohe Aufzeichnungsgenauigkeit des Freecorder BlueFox in allen drei Dimensionen erlaubt eine sichere Diagnose und Therapie von Funktionserkrankungen des Kauorgans.

Im funktionstherapeutischen bzw. prothetischen Behandlungsverlauf erlauben die gewonnenen Messergebnisse das präzise Einstellen einer naturgemäßen oder therapeutischen Kiefergelenkposition unter Online-Kontrolle. Die Verwertung der patientenindividuellen Kiefergelenkbahnen zur Einstellung vollindividueller Artikulatoren (Kiefergelenk-Kopie für den Zahntechniker) ermöglicht die Fertigung vollständig gelenkbahnbezogenen Zahnersatzes und ebensolcher Schienen.

Warum ist Funktionsdiagnostik wichtig?

• Die Funktionsanalyse ist absolute Voraussetzung zur Therapie von Kiefergelenkserkrankungen.
• Im Rahmen einer prothetischen oder konservierenden Behandlung, ist die Funktionsanalyse eine wichtige Voraussetzung zur Erzielung eines ästhetisch wie funktionell hochwertigen Ergebnisses. Ästhetik und Funktion müssen sich ergänzen – nicht gegenseitig ausschließen.
• Die Untersuchung des Zusammenspiels von Kiefergelenken, Zähnen und Muskeln, die Funktionsdiagnostik, ist bei der Anfertigung therapeutischer Schienen und neuen Zahnersatzes von höchster Wichtigkeit. Nur wenn Zahnersatz optimal in das individuelle Gesamtgefüge eingepasst ist, kann das Kausystem langfristig gut funktionieren und gesund bleiben.

Therapie einer CMD

Eine Therapie von Kiefergelenkserkrankungen bezieht fast immer Maßnahmen am gesamten Kauorgan mit ein. Bei leichter Ausprägung des Krankheitsbildes können mitunter vom Patienten selbst durchzuführende Maßnahmen zu einer deutlichen Linderung führen. Dazu können gehören:

• Stressabbau und gesunde Lebensweise:
Vielfach entstehen Fehlverhaltensweisen wie Zähneknirschen und -pressen als körperliche Reaktion auf Anspannung, Belastung und Stress. Redewendungen wie "die Zähne zusammenbeißen" sind hier leider geradezu wörtlich zu verstehen.

Die Kaumuskeln können größte Kräfte erzeugen, welche die Zähne und auch die Kiefergelenke erheblich überbelasten, da körpereigene Schutzmechanismen in diesen Phasen nicht effektiv funktionieren. Nach nächtlichem Knirschen oder Pressen zeigen sich oftmals schmerzhaften Muskelverspannungen. Diese können sich als Kopfschmerzen am frühen Morgen äußern.
Um eine langfristige Beschwerdefreiheit zu erreichen, ist es bedeutsam, für Ausgeglichenheit und Entspannung zu sorgen. Nur dies erlaubt einen ruhigen und erholsamen Schlaf ohne nächtliche Stressbewältigung.

• Schonung:
Um Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke zu schonen, kann es sinnvoll sein, zeitweise auf harte Nahrungsmittel wie Äpfel, Brotkrusten, etc. zu verzichten. Ferner ist es oftmals hilfreich in Zeiten akuter Beschwerden langes Sprechen und weite Mundöffnung zu vermeiden. Ebenso sollte auf eine „Dauerbelastung“ durch Kaugummi kauen verzichtet werden.

• Muskelübungen:
Um die Kaumuskulatur zu lockern und zu entspannen, können geradlinige Mundöffnungs- und Mundschlussbewegungen hilfreich sein. Dabei sollte ein Kontakt von Ober- und Unterkieferzähnen vermieden werden.
Insbesondere bei konzentrierter Arbeit sollte man sich von Zeit zu Zeit vergegenwärtigen, ob die Kaumuskulatur entspannt ist oder die Zähne fest aufeinandergepresst werden. Die richtige Haltung ist die „Ruheschwebe“, in der sich die Ober- und Unterkieferzähne nicht berühren. Zwischen ihnen sollte ein Spalt von 2-3mm sein. Beobachtet man, dass die Zähne in den verschiedensten Situationen fest aufeinander gepresst sind oder aneinander reiben, sollte man anstreben, sich diese Verhaltensweise abzugewöhnen. Je häufiger man sich selbst beobachtet und korrigiert, desto größer der Lerneffekt.
In manchen Fällen können Selbstmassage der Kaumuskulatur oder abendliche feucht-warme Umschläge zur Entspannung hilfreich sein.

• Schlafhaltung:
Seiten- und Bauchlage können die Kiefergelenke einseitig durch Druck belasten. Lindernd bei Beschwerden ist oftmals eine Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen.

Die Behandlung einer manifesten CMD erfordert oftmals die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit von Zahnarzt, HNO-Ärzten, Neurologen, Orthopäden und Pysiotherapeuten um einen langfristigen Behandlungserfolg zu erreichen. Je nach Art und Schweregrad der Kiefergelenkserkrankung sowie der mitbetroffenen Strukturen können beispielsweise folgende Therapiemaßnahmen einzeln oder in Kombination durchgeführt werden:

• Schienentherapie:
Therapeutische Aufbissbehelfe mit Präzisionskauflächen simulieren über einen längeren Zeitraum die gesunde Bissposition. Ist ein „Wohlbefinden“ beim Patienten eingetreten, können an den natürlichen Zähnen entsprechende Veränderungen vorgenommen werden. Im Falle einer notwendigen prothetischen Versorgung, werden die Eigenschaften der Schiene initial auf einen präzise hergestellten provisorischen und anschließend auf den endgültigen Zahnersatz übertragen.

• Krankengymnastik und physikalische Therapie:
Mittels Einwirkung von Wärme bzw. Kälte können Beschwerden gelindert und die Muskulatur entspannt werden. Dank manueller Techniken im Rahmen der Krankengymnastik können die Kiefergelenke mobilisiert und muskuläre Verspannungen gelöst werden. Der Physiotherapeut vermag zudem, mögliche negative Auswirkungen der CMD auf die Wirbelsäule und das Becken zu untersuchen und ggfs. manualtherapeutisch zu behandeln.

• Medikamente:
In der akuten Phase kann es mitunter erforderlich sein, schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zu verordnen. In den meisten Fällen, ist dieser Zeitraum jedoch nur kurz und die Medikamente können bald wieder abgesetzt werden.

• zahnmedizinische Maßnahmen:
Die Regulierung des Biss kann in Form einer Einschleiftherapie, durch Versorgung mittels konservierender Restaurationen, durch das Eingliedern von Zahnersatz oder kieferorthopädisch erfolgen.

Craniomandibuläre Dysfunktionen sind in der Regel durchaus schmerzhaft und beeinträchtigend, aber praktisch nie gefährlich oder lebensbedrohend. Dank moderner Diagnose- und Therapiemittel kann Patienten in den allermeisten Fällen sehr gut geholfen werden.

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26.08.2015 - 20:25 Uhr

Hallo Herr Dr. Jochum, ich bin es wieder. Die...

von Alice

... Kieferschmerzen sind immernoch da. Denken Sie, dass eine chiropraktische Behandlung sinnvoll wäre? Ich habe mir auch überlegt noch einen echten CMD Spezialisten aufzusuchen. Nur möchte ich auch nicht Unsummen für etwas ausgeben, was sowieso keinen Erfolg hat. Die OP wird ja von der Krankenkasse übernommen. Zum Thema Schiene. Ich habe eine vom Zahnarzt bekommen. Etwas dicker und hart. Trage sie jetzt seit ca. 3 Monaten. Ich möchte einfach wieder ein normales Leben führen können und bin wirklich für jede Hilfe dankbar. Viele Grüße, Alice

13.08.2015 - 12:08 Uhr

Muss man jedesmal aus Angst vor den Schmerzen mit...

von Amur

... Ohrenstöpsel herum laufen oder kann man das behandeln ?

02.08.2015 - 08:07 Uhr

Ich habe seit ca. 2 Monaten unerklärliche...

von Kathleen

... Gesichtsschmerzen im Bereich Ohr, Schläfe und Wange...bin auch im Nacken und Schulter sehr doll verspannt..HNO konnte nichts feststellen, hat mir keltic forte verschrieben, die nehme ich nun seit 2 Wochen, aber keine Besserung. Wache die Nacht ständig auf, meine Lebensqualität ist sehr beeinträchtigt dadurch. Hab ganz schöne Angst, dass es was Schlimmes ist. Bei Windzug wird es schlimmer, wie soll ich jetzt vorgehen? Zu welchem Arzt als erstes? Gegen die Verspannungen bin ich in physiotherapeutischer Behandlung, gegen meine Angst bin ich in Psychologischer Behandlung bzw hab im September mein ersten Termin... Könnte es eine CMD sein? Bin gerade mal 29, das kann doch nicht das Ende sein...hab ein 2 jähriges Kind...freue mich über Antwort!

27.07.2015 - 11:47 Uhr

Hallo Herr Dr. Jochum! Ich habe seit ca. 7...

von Alice

... Monaten Kieferprobleme. MRT Befund ist: Kranialisation des Diskus links deutlich mehr als rechts. U ossäre Defekte im Polbereich der Köpfchen beidseits rechts mehr als links. Vollständige anterolaterale Subluxation des Diskus links, vollständige Mazeration des Diskus rechts. Bei Öffnung des Mundes und beidseits insuffiziente Opposition, auf der linken Seite nahezu Fixierung des Köpfchens. Hier unveränderte Lage des Diskus. Ich hab es schon mit Physiotherapie und Schienen versucht, aber nichts hilft. Ich bekomme meinen Mund ca. 3cm auf, habe manchmal Schmerzen am Kiefer und beim Essen. War schon bei allen Ärzten und der MKG- Chirug hat mir zu einer OP geraten, wobei der Zahnarzt erstmal davon abgeraten hat. Nun meine Frage: kann man bei dem Befund noch Erfolg mit konservativen Methoden erzielen oder ist die OP eine gute Idee? Viele Grüße, Alice

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 29.07.2015
Dr. med. dent. Frank Jochum

Hallo Alice, vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Beschreibung Ihrer Situation und Ihrer Befunde ist sehr detailliert und fachlich sehr fundiert. Es ist dennoch schwierig, Ihnen aus der Ferne einen Tipp in die eine oder andere Richtung zu geben. Die Mundöffnung ist defintiv zu gering. Wenn bisher keine konservative Massnahme die Mundöffnung verbessern konnte, kann es sinnvoll sein, sich über den genauen Verlauf und die Risiken einer OP zu informieren. Operationen am Kiefergelenk sind eher selten. Andererseits gibt es viele Kiefergelenke, die in der MRT-Diagnostik ähnlich eindrucksvolle Befunde hinterlassen würden, aber mit wenig subjektiven Beschwerden und Einschränkungen verbunden sind. Was für Schienen haben Sie denn bis jetzt angewendet/ausprobiert? (Dick/Dünn, Hart/Weich, Adjustiert/Nicht adjustiert, Oberkiefer/Unterkiefer...) Mit freundlichen Grüßen aus Essen, Frank Jochum

09.05.2015 - 10:58 Uhr

Aufgrund von Gehörgangsexostosen wurde ich vor...

von Detlev

... zwei Jahren am rechten Ohr operiert. Danach hatte ich mehrmals starke Ohrenschmerzen mit Entzündungen, die aber jedes Mal erfolgreich behandelt werden konnten. Im Herbst letzten Jahres wurde mir aufgrund meiner Schlafapnoe eine Protrusionsschiene verschrieben. Nach einigen Wochen bekam ich leichte Kiefer- und Ohrenschmerzen, die sich jedoch nach Angaben meines Zahnarztes im Laufe der Zeit legen sollten. Da sich die Schmerzen jedoch verstärkten, wurde die Schiene neu eingestellt (weniger Vorschub). Allerdings ohne Erfolg, denn die Schmerzen blieben. Vor zwei Wochen ließ ich probeweise die Schiene ganz weg, doch die Schmerzen blieben. Weder Ibuprofen 600 noch Thomapyrin Intensiv halfen. Deshalb ging ich gestern zum HNO, der jedoch keine Entzündung im Ohr feststellen konnte. Er verschrieb mir wieder Ibuprofen (3x tägl.) und gab mir eine Spritze ins Kiefergelenk und 10 Minuten Mikrowellenwärme auf's rechte Ohr. Danach waren die Schmerzen für etwa 2 Stunden fast weg, doch danach kamen sie wieder und wurden fast unerträglich (Brennen im Ohr mit starkem Druckgefühl und starkes, schubweises Stechen im und oberhalb des Ohrs). Da Ibuprofen sowieso noch nie geholfen hatte, nahm ich eine Arcoxia 120mg Etoricoxib Tablette, worauf die Schmerzen nur etwas nachließen. Deshalb kühlte ich am Abend das Ohr noch mit Eis, was eine weitere Erleichterung brachte. Jetzt, am Morgen, habe ich immer noch ein starkes Druckgefühl sowie leichtes Brennen im Ohr und auch das Stechen ist wieder da, jedoch reduziert. Habe im Internet einiges über craniomandibuläre Dysfunktion gelesen und im Test hierfür 6 Übereinstimmungen gefunden. Werde am Montag also einen weiteren Arzt aufsuchen müssen, doch zu welchem (Spezialisten?) soll ich gehen oder was raten Sie mir?

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 11.05.2015
Dr. med. dent. Frank Jochum

Hallo Detlev, es ist am Anfang oft unklar, ob es sich um Beschwerden handelt, die vom Ohr kommen oder vom Kiefergelenk. Da der HNO-Arzt bereits angegeben hat, dass er eine Ursache im / am Ohr ausschließen kann und da Sie eine Protrusionsschiene tragen, liegt es natürlich nahe, an das Kiefergelenk oder allgemein "CMD" zu denken. Es macht sicher Sinn, einen CMD-spezialisierten Zahnarzt aufzusuchen. Häufig findet eine Behandlung interdisziplinär statt mit Unterstützung eines Physiotherapeuten. Sicher wird man Ihnen dort raten, zunächst die Protrusionsschiene wegzulassen. Die Besserung durch Kühlung kann allerdings auch ein Zeichen für eine vorliegende Entzündung sein - auch das sollte geprüft werden, da aufgrund der Vorgeschichte hier ggf. wieder das Ohr als Ursache in frage kommt. Gute Besserung und viel Erfolg bei der Behandlung, Frank Jochum

20.03.2015 - 20:00 Uhr

auch zwei Jahre später leide ich noch an...

von teatime

... Kiefergelenksschmerzen. Zwischenzeitlich bekam ich noch 2-3 Aufbissschienen. Ich habe mittlerweile massive Schmerzen in den Kopfgelenken. Fraglich, wie sich der Zustand jemals bessern soll. Vermutlich werde ich nie wieder gesund. Schade, bin noch nicht einmal 30.

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 23.03.2015
Dr. med. dent. Frank Jochum

Hallo Teatime, es freut mich, 2 Jahre nach Ihrem letzten Post wieder von Ihnen zu hören. Gleichzeitig bedauere ich sehr, dass bei Ihnen offensichtlich keine Besserung sondern eher eine Verschlechterung eingetreten ist. Zum interdisziplinären Ansatz bemerkten Sie damals, dass sie in der Kiefergelenksprechstunde einer Uni-Klinik lediglich eine weiche Schiene bekommen hätten und dass Sie beim Orthopäden und Neurologen lediglich Medikamente ausprobieren würden, da Ihnen als Kassenpatient andere therapeutische Konzepte verwehrt bleiben würden. Natürlich weiss ich nicht, was Sie in der Zwischenzeit ausser den 2-3 AB-Schienen noch ausprobiert haben, aber ich möchte dennoch die Empfehlung aussprechen, ggf. eine osteopathische Diagnostik und Behandlung in Erwägung zu ziehen, falls Sie das nicht auch schon hinter sich haben. Ich wünsche Ihnen wirklich, dass ein Weg gefunden werden kann, Ihre Beschwerden zu reduzieren oder zu beseitigen. Viel Erfolg dabei! Beste Grüße aus Essen, F. Jochum

04.03.2015 - 19:12 Uhr

Guten Abend Dr. Jochum, ich bin zufällig auf...

von Anna

... dieser aufschlussreichen Seite angekommen. Ich hoffe sie können mir ein paar Fragen beantworten. Meine Krankheitsgeschichte zieht sich über Jahrzehnte. Da die Diagnose CMD Fachübergreifend ist, habe ich Jahre gebraucht, um da anzukommen wo ich jetzt bin. Bin seit 3 Jahren in Behandlung mit Knirschschienen, Kiefererhebungsschiene, Kieferführungsschienen, Physiotherapie und.... Meine Beschwerden sind weiterhin vorhanden wie: Kopfschmerzen, Drehschwindel, Ohrensausen, starke Verspannungsschmerzen im Nacken und Schulterbereich, Blockaden-Kopfgelenke, Kieferschmerzen und so weiter. Ein MRT ist auch gelaufen, hier die Beurteilung: Initiale degenerative Veränderung, betont rechtsseitig. Initiale Mazeration des Diskus rechtsseitig. Der Diskus lokalisiert sich bei geschlossenem Mund zu weit ventral. Beim offenem Mund umgreift der Diskus das Kieferköpfchen. Linksseitig regelrechte Artikulation beim geschlossenem Mund sowie zu weit ventral liegendes Kieferköpfchen bei geöffnetem Mund bei regelrechter Artikulation des Diskus. Hängen meine Beschwerden mit der Beurteilung zusammen? Laut MRT ist der Diskus verschoben, habe ich es richtig verstanden? Kann man dieses Problem konservativ behandeln? Kann man mit einer Bissschiene den Biss einstellen, da durch die Verschiebung auch der Biss nicht stimmt. Meine Zahnärztin hat vor meine Brücken runterzunehmen und zu erhöhen da auf die hinteren Zähne gar kein Kontakt besteht. Ich frage mich ob ich damit weiter komme. Ich verzweifele langsam, da sich nichts ändert. Ich hoffe sie können weiter helfen. Mit freundlichen Grüßen Anna

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 09.03.2015
Dr. med. dent. Frank Jochum

Guten Morgen Anna, Ihre Vorgeschichte klingt sehr komplex. Wenn ich es richtig verstehe, dann ist derzeit eine Erhöhung der Brücken geplant, obwohl zuvor Aufbissschienen keine Besserung herbeigeführt haben. Bei Ihrem Beschwerdebild gibt es m.E. 2 Möglichkeiten, die Erfolg haben könnten. Erstens kann man eine relativ dünne Schiene nach Vermessung der Gelenkbahnen herstellen, die permanent getragen wird und nicht nur nachts. Eine solche Schiene kann auch an kurzfristige Veränderungen (z.B. Positionswechsel des Diskus) gut angepasst werden. Zweitens kommen Langzeitprovisorien in betracht, mit denen man ebenfalls eine neue Bisslage zunächst ausprobieren kann und an denen Veränderungen durchgeführt werden können. Ausdrücklich warnen möchte ich davor, sich zum jetzigen Zeitpunkt neue endgültige Brücken herstellen zu lassen ohne dass die Ziel-Bisslage zuvor ausprobiert wurde. Mit freundlichen Grüßen aus Essen, Frank Jochum

08.01.2015 - 21:03 Uhr

Guten Tag Dr. Jochum, dieser Artikel ist für...

von Manfred

... mich sehr aufschlussreich. Die o.g. Probleme, Symptome bei einer CMD treffen mehr oder weniger auf meinen Gesundheitsstatus zu. Aber dieser Prozess hat sich schleichend entwickelt. Ich habe im Verlauf der letzten drei Jahre Zahnimplantate mit entsprechenden Kronen etc. bekommen. Ist auch alles prima und korrekt verlaufen. Seit ca. 6 Wochen erlebe ich folgendes Problem: Beim Zusammenbeißen der Zähne bekomme ich auf der rechten Seite nur schwer einen sauberen Kontakt hin. Es besteht hier nun ein winziger Spalt zwischen der oberen und unteren Zahnleiste. Mein Zahnarzt, ein guter präziser Facharzt in Sachen Zahnersatz, Implantologie etc., empfiehlt mir nun eine Michiganschiene, da ich sicher auch nachts im Schlaf meine Zähne sehr "bearbeite". Ferner soll dieser Spalt durch einen Aufbau geschlossen werden. Nur - an den Ursachen wird dadurch nichts verändert. Ohne Vorwurf, aber ich denke, der zweite Schritt ist bei mir vor dem ersten getan worden. Ich bin 68 Jahre alt und gut sportlich unterwegs, und habe daher die Frage: Ist an meinen Kiefergelenken, Muskeln etc. überhaupt noch eine Therapie mit einer CMD-Schiene möglich und kann man die schon eingesetzten Implantate/Kronen (3 u.r./3 o.l) schonend mit einbeziehen? Denn diese dürften nicht zerstört, sondern evtl. nur leicht angepasst werden. Aber es kommt wohl auch auf die Gelenke an, die mit 68 Jahren schon einen gewissen Verschleiß hinter sich haben. Ich komme aus dem Raum Münster / Osnabrück und würde durchaus auch zu einem Untersuchungstermin nach Essen kommen können. Über eine Antwort freue ich mich sehr und wünsche noch einen schönen Tag. Manfred

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 12.01.2015
Dr. med. dent. Frank Jochum

Guten Tag Manfred, ich verstehe Ihre Sorgen gut. Wenn bei einem vormals passenden Zahnersatz relativ kurzfristig etwas nicht mehr passt, so kann es sein, dass sich etwas im Kiefergelenk verschoben hat, z.B. die dort befindliche Bandscheibe. Eine Aufbisschiene kann durch Entlastung der Kiefergelenke dafür sorgen, dass sich der jetzige Zustand gravierend bessert und dadurch die Kronen auch wieder passen. Ich empfehle Ihnen daher, die Schienen-Therapie wie angedacht durchführen zu lassen und mit etwas Geduld die vom Kollegen empfohlene Tragezeit abzuwarten, bevor überhaupt etwas an den Kronen geändert wird. Eine Frage zum Schluss: Können Sie während der Mundöffnungsbewegung, wenn Sie ihre Frontzähne im Spiegel beobachten, sehen, ob der Unterkiefer zu einer Seite abweicht statt gerade zu öffnen? Freue mich auf ein kurzes Feedback, mit freundlichen Grüßen aus Essen, Frank Jochum

21.12.2014 - 12:08 Uhr

Sehr geehrte Dr.Jochum, ich habe seid Zwei...

von Muharrem

... Moneten Tinnitus,war sofort beim HNO Arzt, habe Infusion und Kortison bekommen das über Zwei Wochen.Es hat mir leider nicht geholfen.ich knirsche Nachts.Habe Knirschschiene bekommen das hilft leider auch nicht viel.Mir fehlen seid Zwei Jahre zwei Zähne in der Oberkiefer letzten beide zähne, seid über Zwanzig Jahren Brücke im Unterkiefer fehlen auch Zwei Zähne viele Zahnfüllungen und Wurzelbehandlung ,habe kaum Profil auf die zähne.Tonlage der Tinnitus ändere sich nur über Nachts und bleibt ganze Tag so.ich vermute dass das mit mein Kiefer zutun hat. Ich bin Privatversichert bei DKV Möchte gern ein Termin von ihnen. Mit freundlichen Grüßen Muharrem

19.09.2014 - 12:48 Uhr

Hallo ich mache zur Zeit eine CMD-Behandlung. War...

von Natalie

... am Montag bei der Behandlung. Habe seit Mittwoch Schmerzen im Kiefer (beidseitig). Der Zahnarzt gestern meinte ich sollte Schmerztabletten nehmen. Er konnte sich das nicht erklären. Können Sie mir vielleicht weiter helfen was ich machen kann? Freundliche Grüße

01.09.2014 - 09:44 Uhr

Hallo Ich habe seit 2 Monaten schmerzen im linken...

von Miriam

... Kiefergelenk beim öffnen und beim Kauen. Ich war bei meinem Zahnarzt der mir eine Aufbissschiene verschrieben hat, da es vom Zähneknirschen kommt. Nach einer Woche waren die Schmerzen immer noch gleich. Der ZA hat dann gemeint das Gelenk wäre auch noch entzündet und mir wurde noch Ibuprofen 3x täglich 400mg verschrieben. Die nehme ich jetzt auch bereits eine Woche und es ist noch nicht besser. Manchmal kann ich den Mund auch nicht ganz öffnen, nur unter sehr starken Schmerzen. Was kann man da noch tun? Oder kommen die Schmerzen von etwas anderem?

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 01.09.2014
Dr. med. dent. Frank Jochum

Hallo Miriam, häufig hilft es, sich zusätzlich physiotherapeutisch bzw. osteopathisch behandeln zu lassen. Das Rezept hierfür kann auch ihr Zahnarzt ausstellen. Gute Besserung & freundliche Grüße aus Essen, Frank Jochum

26.08.2014 - 18:25 Uhr

Hallo Herr Dr. Jochum, haben Zahnärzte ein...

von Helmut

... Budget für CMD Heilmittelverordnungen? Dürfen Zahnärzte ökonomisch indiziert verordnen? Der Hintergrund meiner Anfrage: Bezüglich meiner zahnärztlichen Verordnung entstehen in der Diskussion der CMD (cranio mandibuläre Dysfunktion) Physiotherapie zunehmend atmosphärische Störungen im Dialog zwischen Zahnarzt/Physiotherapeut und Patient. Mein Zahnarzt sagt: “ laut meiner KZV darf ich nur 6/10 x MT oder KG .... verordnen”. Meine Frage hierzu, was darf/kann der Zahnarzt explizit in Baden-Württemberg verordnen? Sind alle Kombinationen der Physiotherapie und Folgeverordnungen möglich? Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden. Mit freundlichen Grüßen Helmut

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 28.08.2014
Dr. med. dent. Frank Jochum

Hallo Helmut, leider ist dieses Thema nicht bundeseinheitlich geregelt. Über die Regelungen in BW weiss ich nicht bescheid. Es ist in NRW zutreffend, dass in den Verhandlungen zwischen KZV und Krankenkassen für CMD bei den Primärkassen ein Bugdet ausgehandelt wurde, welches nicht dem Prozentsatz der Erkrankungen in der Bevölkerung entspricht.Behandelt der Zahnarzt mehr, bekommt er nicht nur kein Geld, sondern haftet auch noch für die Laborkosten der Schiene, die üblicherweise längst an das gewerbliche Labor bezahlt sind. Ggf. hilft eine Nachfrage beim Ombudsmann oder der Schlichtungsstelle der KZV in BW zusammen und in Absprache mit Ihrem Zahnarzt. Viel Erfolg für Ihre Behandlung, Frank Jochum

13.05.2013 - 11:25 Uhr

Die teuerste Schienentherapie schlug übrigens mit...

von teatime

... über 3000€ zu Buche. Die Bezeichnung Spezialist der dgfdt ist in meinen Augen nichts weiter als Synonym für schnelle und bequeme Geldschneiderei.

13.05.2013 - 11:15 Uhr

Wie sollte mir denn in der Uniklinik geholfen...

von teatime

... werden? Dort war ich aus Kostenersparnisgründen zudem gleich zu Beginn. Ergebnis: eine weiche Schiene für den Oberkiefer, bei deren Anfertigung nicht einmal ein Abdruck des Unterkiefers genommen wurde. Auch diese trug zur Verschlechterung meines Zustandes bei. Ich bin übrigens mitte 20 und mein zuletzt gefertigtes MRT weist mittlerweile arthrotische Veränderungen im Gelenk auf, welche im Dez. 2011 noch nicht bestanden. Wohl aber nicht derart schlimm, dass minimalinvasive Maßnahmen am Gelenk in Frage kämen, was ja primär die ultima ratio Funktion der Unklinken ist. Ich bin zudem durchgehend bei einem Orthopäden sowie einem Schmerztherapeuten, der gleichzeitig Neurologe ist, in Behandlung. Erfolg bleibt bis dato aus. Als Kassenpatient teste ich dort nämlich nur Medikamente durch.

27.04.2013 - 10:15 Uhr

leider helfen o.g. Maßnahmen nicht. Die gesamte...

von teatime

... Funktionsdiagnostik ist nichts weiter als Geldschneiderei. Habe mittlerweile seit 2 Jahren unfassbare Kiefergelenksschmerzen und bin nach diversen überteuerten Schienen (Gesamtkosten ca. 7000), die meine Verzahnung nichts weiter als zerstörten, mehrfachen Schmerztherapien, in denen selbst Opiate keine Wirkung zeigten und der Injektion von Botulinumtoxin am Ende! Letzte Woche mietete ich mir ein EMG-Gerät, welches in der Lage ist, die Muskelanspannung zu messen: Ergebnis: Die Schiene bewirkt keinerlei Veränderung der muskulären Aktivität. Auch scheine ich überhaupt nicht zu Knirschen/Pressen, wie mir von zahnärztliche Seite oft eingeredet wurde.

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 13.05.2013
Dr. med. dent. Frank Jochum

Sehr geehrte/r Teatime, Sie beschreiben einen dramatischen Verlauf, der wenig mit den üblichen Kiefergelenk/CMD-Beschwerden zu tun hat. 2 Dinge fallen mir ganz deutlich auf: - Bei einer so schweren und langwierigen Ausprägung der Problematik & Schmerzen kann meistens nur ein interdisziplinärer Ansatz helfen, d.h. eine Zusammenarbeit von mehreren Fachbereichen. - Die von Ihnen genannten Gesamtkosten für Funktionsanalyse und -therapie scheinen tatsächlich - v.a. angesichts des ausbleibenden Erfolges - unfassbar hoch. Ich hoffe natürlich, dass Ihnen ggf. in der Kiefergelenksprechstunde einer Universitätszahnklinik geholfen werden kann, kann aber trotz Ihrer schlechten Erfahrungen NICHT bestätigen, dass CMD-Therapie nutzlos ist - im Gegenteil! Mit freundlichen Grüßen aus Essen, Frank Jochum

27.08.2012 - 11:50 Uhr

habe schon zwei schienen und keine hat geholfen,es...

von elfriede schmider

... wurde immer schlimmer,konnte meinen mund garnicht mehr öffnen und hatte sehr viel schwindel und sehstörung.ist es möglich das mir beim atlas einrenken irgend ein muskel abgerissen wurde,das ich jetzt diese probleme habe,denn vorher war ich gesund

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 27.08.2012
Dr. med. dent. Frank Jochum

Sehr geehrte Frau Schmider, wenn bei Ihnen ein orthopädischer Eingriff durchgeführt wurde (\"Atlas Einrenken\") und von da an Ihre Probleme bestehen, dann sollte unbedingt dort (beim Orthopäden oder Physiotherapeuten) nach der Ursache gesucht werden, bevor Sie sich weitere Aufbissschienen anfertigen lassen. Leider ist es bei der geschilderten Problematik häufig unklar, was \"Henne oder Ei\" ist, d.h. ob letztendlich die Wirbelsäule oder der Kiefer die Beschwerden ausgelöst hat. Bei Ihnen gibt es diesbezüglich doch einen klaren Verdacht, wenn ich Sie richtig verstehe. Viele Erfolg für die weitere Behandlung, Frank Jochum

05.08.2012 - 22:12 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, danke für diese...

von Rudi Strauss

... aufschlussreiche Webseite. Was ich vermisse, ist eine Checkliste für einen Selbsttest und Zahnarzt-Adresse für CMD-Patienten aus den Raum Freiburg im Breisgau. Freundliche Grüße Rudi Strauss

Dr. Jochum

Antwort vom Autor am 08.08.2012
Dr. med. dent. Frank Jochum

Sehr geehrter Herr Strauss, als Zahnarzt, der sich mit der Thematik beschäftigt, habe ich diesen Artikel für den Experten-Ratgeber verfasst. Testbögen und eine bundesweite Zahnarztsuche können hier leider nicht angeboten werden. Diesbezüglich kommen Sie sicher auf der Seite der zuständigen wissenschaftlichen Gesellschaft DGFDT weiter (einfach bei Google suchen). Viel Erfolg und freundliche Grüße aus Essen, Frank Jochum


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