Artikel 01/04/2015

Kosmetische Kieferorthopädie für Erwachsene - lose und feste Verfahren

Dr. med. dent. Senay Lale Zahnarzt
Dr. med. dent. Senay Lale
Zahnarzt
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Gerade Zähne im sichtbaren Frontzahnbereich sind für viele Patienten ein unabdingbares Attribut guten Aussehens. Sollte dieses Attribut Ihrer persönlichen Schönheit nicht in gewünschter Form gegeben sein, gibt es inzwischen viele Möglichkeiten der kosmetischen Zahnkorrektur.

Diese unterscheidet sich zur umfassenden kieferorthopädischen Behandlung vor allem darin, dass nur der sichtbare Frontzahnbereich im Fokus steht und eine erheblich kürzere Behandlungsdauer angestrebt wird. An dieser Stellte möchte ich aus der Vielzahl der inzwischen am Markt vertretenen Produkte exemplarisch ein ‘loses’ und ein festes Verfahren vorstellen. Beide Möglichkeiten sind gut in den Alltag zu integrieren, da aufgrund der Materialwahl kaum sichtbar.

Zahnkorrektur mittels Schienen

Die schon seit längerem auf dem Markt befindliche Lösung der Zahnkorrektur mittels Schienen ist ein Verfahren, dass auf dem Einsatz von Kunststoffschienen beruht (lose kosmetische Kieferorthopädie). Schienen stellen eine Kunststoffschicht dar, die die Zähne einfasst und durch Druck und Zug in eine harmonische Stellung bringt. Bei Zahnstellungsproblemen geringen oder mittleren Ausmaßes ist die Schienentechnik eine gute Wahl. Bei größeren Zahnstellungsproblemen, insbesondere stärkeren Verschachtelungen der Frontzähne und/oder kleinen Backenzähne sind die Möglichkeiten der Schienen jedoch eingeschränkt. Wählt man dennoch dieses Verfahren, muss dann eine deutlich größere Anzahl an Schienen zum Einsatz kommen und eine längere Behandlungsdauer in Kauf genommen werden. Das Ergebnis bei kürzerer Behandlungsdauer führt dann eher zu einem Kompromiss, als zu der bestmöglichen Lösung. Der große Vorteil der Schienenmethode liegt in ihrer ‘Unsichtbarkeit’ beim täglichen Tragen und dem hohen Tragekomfort. Die Korrekturschienen werden aus dünnen durchsichtigen Kunststofffolien gefertigt, die nach Formung und Härtung vergleichbar einer Kontaktlinse auf den Augen, die Zähne nahezu unsichtbar umfassen. Die verwendeten Kunststoffe sind durchsichtig, biologisch gut verträglich, geruchs- und geschmacksneutral. Auch bei leicht aufkommendem Würgereflex ist die Schiene gut einsetzbar. Eine Schiene wird üblicherweise 2 Wochen über den ganzen Tag getragen. Nur zum Essen und Zähneputzen wird diese herausgenommen. Für eine komplette Zahnkorrektur werden mehrere Schienen nacheinander verwendet, die jeweils die Zahnfehlstellung ein Stückchen weiter korrigieren. Die Anzahl der benötigten Schienen und somit auch die Dauer der Behandlung variiert nach Schweregrad der Fehlstellungen.

Six Month Smiles

Im Gegensatz dazu stellt bspw. das in Deutschland recht neue Verfahren Six Month Smiles auf die Anwendung von Brackets mit Korrekturbögen ab (feste kosmetische Kieferorthopädie). Die Brackets sind transparente Ankerpunkte, die auf die Zähne geklebt werden. An diesen Ankerpunkten wird ein Drahtbogen befestigt; pro Kiefer ein Drahtbogen. Dieser Bogen macht die eigentliche Bewegungsarbeit an den Zähnen, da er fest im Bracket befestigt ist und mit seinem Rückstellungvermögen die schiefen Zähne in die richtige Stellung bringt. Anfänglich wird ein dünnerer Bogen verwendet, der im Verlauf der Behandlung durch einen dickeren ersetzt wird. Die einmal geklebten Brackets bleiben während der gesamten Behandlung erhalten. In der Regel kommen drei verschiedene Drahtbogenstärken zur Anwendung, die jeweils ca. 2 Monate getragen werden. Geeignet ist dieses Verfahren für Patienten, die im Bereich der großen Backenzähne kein Zahnstellungsproblem aufweisen, aber den Frontzahnbereich behandeln lassen möchten. Dort, wo das ‘lose Verfahren’ der Schienen bei starken Verschachtelungen an seine Grenzen stößt, sind aufgrund des zahnindividuelleren Einsatzes von Brackets und Korrekturbögen diese Behandlungen mit dem ‘festen Verfahren’ erfolgversprechender. Die Dauer der Behandlung ist bei angepasstem Schwierigkeitsgrad in etwa gleich, wie bei dem Schienenverfahren.

Die verwendeten Materialien für die ästhetischen Brackets sind durchsichtig, Metalle für die Korrekturbögen, üblicherweise flexible Nickel-Titan Drähte sind weiß beschichtet. Beide Materialien sind biologisch gut verträglich, geruchs- und geschmacksneutral. Bei Nickel-Allergikern stehen alternative Metalle zur Verfügung. Auch bei leicht aufkommendem Würgereflex ist das feste Verfahren gut einsetzbar, da die Brackets und Bögen bei der kosmetischen Kieferorthopädie auf der Außenseite der Zähne angebracht werden. Da Brackets und Korrekturbögen für den Patienten nicht abnehmbar an den Zähnen fixiert werden, wird der Patient angewiesen, zusätzlich Zahnzwischenraumbürsten zur Zahnpflege einzusetzen. Bei den zyklisch notwendigen Kontrolluntersuchungen erfolgen professionelle Reinigungen.

Beide Verfahren liefern nach meiner Erfahrung in ihrem jeweiligen Anwendungsfeld sehr gute Ergebnisse und verhelfen Ihnen zu einem ästhetisch schönen Lächeln.

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