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Metallfreie Implantate versus Reintitan-Implantate

Metallfreie Implantate versus Reintitan-Implantate

Dr. Prechtel

von
verfasst am 10.11.2012

© Dr. Prechtel
Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die einen festsitzenden Zahnersatz oder einen implantatgetragenen Zahnersatz ermöglichen. Kurzum, die künstlichen Zahnwurzeln aus Titandioxid oder Zirkonoxid können für die Herstellung von implantatgetragenen Kronen, Brücken oder Prothesen dienen.

In der modernen Zahnheilkunde ist die Implantologie ein nicht mehr wegzudenkender medizinischer Teilbereich. Altmodische Brücken- oder Prothesenversorgungen werden zunehmend verdrängt.
Zahnimplantate stellen eine sinnvolle und sichere Behandlungsoption bei einem fehlenden Zahn, bei mehreren fehlenden Zähnen (Schaltlücken oder Freiendsituationen) und beim zahnlosen Kiefer dar.

Bei Zahnverlusten gibt es heute verschiedenste Möglichkeiten, die entstandene Zahnlücke zu schließen. Implantate sind jedoch ohne Frage die beste und sicherste Lösung. Sie werden als Ersatz für die fehlende Zahnwurzel in den Kieferknochen gesetzt.
Nach der Heilung kann der Zahnarzt darauf einzelne weiße Vollkeramikkronen, Brücken oder sogar eine ganze Zahnreihe befestigen. Die implantatgetragenen Zahnnachbildungen sitzen genauso fest wie die natürlichen Zähne. Nichts stört und es müssen auch keine gesunden Zähne zur Befestigung des Zahnersatzes abgeschliffen werden.

Implantate können besonders im fortgeschrittenem Alter die Lebensqualität deutlich verbessern. Sie ermöglichen sowohl eine optimale Funktion, Phonetik (Aussprache) und Ästhetik. Implantatzähne können festsitzend oder herausnehmbar (z. B. implantatgetrage gaumenfreie Brücken oder Prothesen) hergestellt werden.

Doch für welches Implantatmaterial entscheide ich mich? In einigen Fällen bieten sich weiße metallfreie Implantate als Alternative zu Titanimplanaten an.
Welche Art der Implantation realisiert werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem vom quantitativem und qualitativem Restkochenangebot, der Anatomie und Kieferknochenbeschaffenheit. Selbst bei ungenügendem Knochenangebot des Kiefers sind durch aufbauende Maßnahmen Implantatversorgungen möglich.

Oft lehnen Kinesiologen und Heilpraktiker Reintitanimplanate bei speziellen Patientengruppen ab.
Bei einfachen Fällen kommen dann weiße Zirkonoxid-Implantate als Alternative in Frage.

Vorteile von Zirkon-Implantaten sind:

  • Keine operative zweite Freilegung
  • einphasig (ein Implantakörper mit direktem Aufbauteil)
  • hohe Ästhetik (kein metalliges Durchschimmern der Implantatschulter möglich)
  • hohe Verträglichkeit

Nachteile von Zirkon-Implantaten sind:

  • weniger Einheilsicherheit
  • kostenintensivere Operation 
  • höherer Pflegeaufwand bei der Einheilung 
  • noch anspruchsvoller in der Anwendung, nur für Implantatspezialisten mit hoher Erfahrung geeignet

Weiße Zahnimplantate werden immer beliebter. Aktuell werden bereits mehr als 50 % der weißen Dentalimplantate von Facharzt für Oralchirurgie oder Kieferchirurgie gesetzt. Das Titanimplantat bleibt jedoch zunächst der golden standard und ist universeller im Einsatz.

 

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Kommentare zum Artikel (5)


24.07.2014 - 14:06 Uhr

Ich suche Zirkon Implantate ? wer ist der Arzt in...

von Karl-Josef

... NRW z.B. der diese einsetzt. MfG K.J.

06.02.2013 - 11:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Prechtel, mein Sohn hat...

von Beate

... eine interne resorption am Zahn 11, der Zahn ist nicht mehr zu retten und muss entfernt werden. Frage ab welchen Alter ist es problemlos ein Implantat zu machen, denn es gibt unterschiedliche Meinungen dazu, 1. ein Implantat sofort möglich, 2. Implantat nach 3 - 4 monatiger Abheilung machen, 3. Meinung warten bis zum 22 Lebensjahr Die Meinungen sind auch verschieden welches Material für ein Implantat verwendet werden soll Titandioxid oder Zirkonoxid. Mit bestem Dank für Ihre Hilfe und freundlichen Grüssen Beate

Dr. Prechtel

Antwort vom Autor am 07.02.2013
Dr. Peter Prechtel

Liebe Beate, erstmal herzlichen Dank für Ihre gut strukturierten Fragen zu Implantaten. Klasse. Das Thema \"ab wann kann man bei Jugendlichen implantieren\" finde ich sehr interessant und werde dies später auch aufgreifen. Wir implantieren in der Regel bei Mädchen ab 16 Jahren und bei Jungen ab 17 Jahren. Das Kieferwachstum sollte also abgeschlossen sein. Von Sofortimplantaten raten wir bei chronischen (älteren) Frontzahntraumatas (Entündungen) ab, da meist regional Knochenentzündungen vorhanden sind. Dies würde das Einheilrisiko erhöhen. Besser man wartet 6-8 Wochen ab und führt die sogenannte verzögerte Sofortimplantation durch. In dieser Phase ist der Knochen sehr umbaufreudig - diese aktive Phase der Knochen- Regeneration nützen wir in unseres Praxisklinik erfolgreich seit über 15 Jahren aus. Ob das Primärteil aus Reintitan oder Zirkonoxid sein soll, kann man wie all die anderen Dinge individuell in unserer Implantatsprechstunde für ästhetische Frontzahnrehabilitationen abklären. Hier geht es v.a. um Weichgewebsmanagement, Knochenlageroptimierungen, Papillenzüchtungen usw. . Diese Dinge entscheiden meist, wie lange ein Implantat ohne jegliche Entzündungszeichen im Körper bleiben kann. Gerade bei jüngeren Patienten geht es um diesen Langzeiterfolg. Gerne berate ich Sie und Ihren Sohn mal persönlich und individuell in meiner Praxis. Vorabinfos finden Sie auch unter www.prechtel-implantologie.de. Kommen Sie vorbei. Ein eingespieltes Team im Herzen von München erwartet SIE. Ihr Dr. Peter Prechtel, Dentini Smile München

08.01.2013 - 20:42 Uhr

Hallo Soll ich liebe die Implantatbehandlung beim...

von lilli

... Oralchirurg im Krankenhaus machen lassen,oder besser beim Zahnartz? denn es ist ja immerhin Operativeneingriff..

Dr. Prechtel

Antwort vom Autor am 09.01.2013
Dr. Peter Prechtel

Liebe Lilli, liebe Patientin, aus unserer Sicht ist der operative Eingriff fast immer sehr gut ambulant in LA in einer chir. Fachpraxis durchführbar. Auch ambulante Sedierungen, Halbschlaf, Dämmerschlaf bis hin zur ambul. Vollnarkose sind hier meist möglich. Einen stat. Krankenaufenthalt braucht man seltenst. Da es ein kleiner minimalinvasiver dentoalveolärer Eingriff ist, dürfen Sie ein Einzelimplantat mit einer leichten Zahnentfernung vergleichen. Mehr ist es nicht - tut auch wirklich nicht weh. Ihr Dentini Smnile Team München - implants forever

08.01.2013 - 11:37 Uhr

Hallo Ich habe vor,Implantatebehandlung für...

von lilli

... meine Zähne machen zu lassen. nur wie finde ich den erfahrenen Zahnarzt dafür,oder besser gesagt,woher merkt man ,dasss der schon genug Erfahrung damit hat? Meist nach der Behandlung ist es dann schon zu spät. vielen dank vorerst

Dr. Prechtel

Antwort vom Autor am 08.01.2013
Dr. Peter Prechtel

Fragen Sie nach jährlicher Implantatfallzahl und ziehen Sie die Hälfte ab ;-) . Laut Industrieresearch wird hier übertrieben. Fragen Sie nach chirurgischer Facharztausbildung, Vita, Referententätigkeit, Kollegenempfehlungen usw.

04.12.2012 - 09:56 Uhr

. . . ist es nicht so, dass inzwischen auch...

von Michael Backes

... mehrteilige Zirkonium Implantate zum Einsatz kommen, mit deren Hilfe die Implatationsphase unkomplizerter erfolgen kann? Danke für Ihre Antwort. M.Backes

Dr. Prechtel

Antwort vom Autor am 08.01.2013
Dr. Peter Prechtel

Sehr geehrter Herr Backes, lieber Patient, ich stimme Ihnen völlig zu. Die Einheilungsphase der metallfreien zweiphasigen Zahnimplantate wird dadurch klar sicherer. Wiss. Langzeitstudien fehlen uns jedoch noch. Auch bei Titanimplantaten gab es die letzten 20 Jahre Probleme mit Schulterfrakturen durch Überlastung. Hatte man nicht die operative Erfahrung und die tägliche Routine, kam es schon mal zu Überlastungsrissen, Ermüdungfrakturen sowie Zerstörung der Implantatplatform und anderen intraoperativer Komplikationen. Entscheidend für den Implantaterfolg ist und bleibt die chirurgische Versiertheit des Operateurs, die Erfahrung sowie die Routine des OP Teams. Viele Grüsse aus München Ihr Dr.Peter Prechtel Oralchirurg, Spezialist Implantologie, Zahnarzt


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