Mundgeruch und Parodontalerkrankung
Dies ist ein sehr persönlicher Beitrag, weil ich als Zahnarzt von einem langjährigen Problem spreche, das mich selbst betroffen und verunsichert hat: Mundgeruch.Mein ganzes Praxispersonal wurde gebeten mir schon morgens mitzuteilen, ob ich schlecht rieche. Das bedeutete für mich: Spülung mit einem Halitosis-Mittel und Mundschutz beim Patienten ständig hoch geschoben, was beim Gespräch nicht angenehm und eigentlich auch nicht höflich ist. Immer wieder wurden meine Zahnfleischtaschen mit Ultraschall gereinigt, ein Erfolg stellte sich aber nicht ein.
Schließlich führte meine Frau, die Parodontologin ist, einen Parodontitiserreger-Markertest durch mit dem Ergebnis, dass ich zwar den gefährlichesten Keim in den Zahnfleischtaschen nicht hatte, dafür aber 10 Keime in stark erhöhter Konzentration.
Ich nahm eine Woche ein spezifisches Antibiotikum und der Mundgeruch ist seitdem völlig weg! Dazu ist meine Magenüberempfindlichkeit, die ich auf Stress und ähnliches zurückgeführt hatte, ebenfalls verschwunden. Dies hängt möglicherweise mit der Wirksamkeit von Metrodinazol auf den Heliobacter zusammen.
Es ist mir klar, dass die Bakterien wieder zurückkehren werden, ich also in ca. 3 Jahren die Antibiotikatherapie wiederholen muss, aber ich bin derart erleichtert, dass ich mich im Umgang mit meinen Patienten wie neu geboren fühle.
Meine Empfehlung deshalb an alle: Haben Sie den Mut uns sprechen Sie dieses Thema in Ihrem Umfeld an, wenn jemand anhaltend schlechten Atem hat. Vielleicht hat ein Parodontologe in der Umgebung hierfür eine Lösung.
Lesen Sie auch:
Was tun gegen Mundgeruch?
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