Zahnerhalt um jeden Preis oder doch lieber ein Implantat?
Wer schon von der Ausbildung her auf Zahnerhalt ausgerichtet ist, wird um jeden Zahn kämpfen - ob über eine Wurzelbehandlung oder eine Parodontosetherapie.Es gibt eine kritische Grenze für jeden Zahn, bei der ein weiteres Zuwarten eher schädlich ist. Da der Kieferknochen, in dem die Wurzel verankert ist, in der Regel mit einem oder zwei Nachbarzähnen geteilt wird, kann ein kritischer Zahn durchaus andere "in der Abgrund mitreißen".
In diesem Fall ist es besser den Zahn zu entfernen und den Defekt mit Eigenknochen oder künstlichem Knochenmaterial zu füllen. Diese "socket preservation" verhindert, dass der Kieferknochen im Rahmen der Abheilung weiter schwindet.
So bleibt dann oft genügend Knochen, um ein Zahnimplantat zu setzen, ohne teure und aufwendige Knochenaufbaumaßnahmen durchführen zu müssen. Ein Implantat an dieser Stelle gibt dann wieder einen funktionellen Reiz auf den Knochen, der sich verdichtet und mit Glück über viele Jahre stabil bleibt.
Diese Knochenerhaltungsfunktion sollte bei der Planung in die Zukunft nicht vergessen werden.
Nicht stabil sitzende Prothesen führen oft zu fortgeschrittenem Knochenabbau. Manchmal genügen schon wenige Implantate an strategischen Stellen, um diese zu stabilisieren und einen weiteren Abbau zu verhindern.
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Kommentare zum Artikel (1)
31.01.2011 - 18:29 Uhr
Zahnerhalt um jeden Preis? Aber ja! Solange die...
von Prof. Dr. Rauch
... Behandlung nicht gegen die Regeln der zahn-ärztlichen Kunst verstösst, ist die Zahnerhaltung oberstes Ziel der Therapie. Der natürliche Zahn ist durch nichts zu ersetzen! Eine systematische Prophylaxe seitens der Praxis und eine entsprechende Mundhygiene zuhause sind der sicherste Weg sich die Zähne zu erhalten. Ist der Fall einer Parodontitis (Zahnfleischerkrankung) eingetreten, ist die moderne Zahnheilkunde häufig in der Lage den Zahnverlust aufzuhalten. Auch Zähne mit umfangreichen Knochenverlusten müssen nicht zwangsläufig entfernt werden, Schienungen und/oder Knochenaufbauverfahren sind mögliche Auswege vor dem drohendem Zahnverlust. Die Erhebung der Krankengeschichte, des Befundes und daraus folgend die Diagnose sind die Grundlage der zahnärztlichen Behandlung. Und nicht selten sind auch verschiedene Wege denkbar und machbar. Hier gilt es in Absprache mit dem Patienten die optimale Lösung zu finden.
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