Inhaltssuche

Suche im Experten-Ratgeber, Lexika und Medikamenten
Böse Bakterien, die viel Gutes tun

Böse Bakterien, die viel Gutes tun

Dr. Dr. Jan Jürgens

von
verfasst am 12.05.2010

Bakterien sind die ältesten Lebewesen auf der Welt. Der Mensch wäre ohne seine Bakterien nicht lebensfähig. Die Mundhöhle ist der Anfang des Verdauungstraktes und in der Mundhöhle wird der Verdauungsvorgang - durch die Bakterien - gestartet.
Wenn sich in der Mundhöhle von Natur aus millionen Keime tummeln, warum werden diese dann so häufig von Ärzten und Zahnärzten bekämpft?

Die Antwort könnte lauten: "Die Dosis macht´s!". Jeder von uns war schon einmal erkältet und hat während dieser Zeit an einer Entzündung im Rachen gelitten. Durch die Erkältung wird das menschliche Immunsystem verstärkt beansprucht; das Gleichgewicht zwischen vorhandener Keimflora und den aktiven Abwehrkräften verschiebt sich zu Gunsten der Keime, diese erlangen ein Übergewicht, die Schleimhaut im Rachen entzündet sich und der Patient bekommt Halsschmerzen.

Gleiches gilt für die Mandeln, die als Träger und "Wohnort" vieler Keime für Entzündungen prädestiniert sind.
Ähnlich, aber doch anders verlaufen Entzündungen auf der Basis einer erlittenen Verletzung der Mundschleimhaut. Derartige Verletzungen können durch zu heiße Speisen, durch einen unbeabsichtigten Biss mit den eigenen Zähnen in die Mundschleimhaut oder durch scharfe Knochen, eine Fischgräte oder Ähnliches verursacht worden sein. Auch eine Aphthe als Folge einer Virusinfektion, bedeutet eine Verletzung der Schleimhautoberfläche.

Alle diese Verletzungsarten werden in kürzester Zeit von pathogenen (krank machenden) Keimen besiedelt. Das verletzte Gewebe bildet einen schmierig gräulichen Belag mit einem entzündlichen Randwall. Den Entzündungskeimen zum Trotz leidet die Wundheilung in keinster Weise und nach kürzester Zeit findet man wieder einen normalen Schleimhautbefund. Freilich ist dieser Heilungsverlauf nur denkbar, wenn der Grund für die Epithelschädigung (oberste Zellschicht der Haut und Schleimhaut), nämlich die verursachende Verletzung, weg gefallen ist.

Ist dies nicht der Fall und hält die Schädigung des Epithels dauerhaft an, kann es nicht zu einer Ausheilung der Verletzung kommen. Wie im Artikel Zahnfleischrückgang aufgezeigt, ist das Zahnfleisch nur gesund, wenn der darunter liegende Knochen gesund ist. Befindet sich der Knochen in der Kontaktzone zu einzelnen Zähnen in einem anhaltend chronischen Auflösungsprozess (Parodontose), bleibt auch das Zahnfleisch in diesen Regionen entzündlich verändert. Die Folge ist ein hervorragender Nährboden für die Keime verschiedenster Art, die sich spezifisch rasch vermehren und deren verhältnismäßig starker Anstieg in den Zahn- und Knochentaschen seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht wird. Durch Bekämpfung dieser Keime kann es allenfalls gelingen, für eine relativ kurze Dauer die Keimzahl zu verringern. Denn so lange es dem darunter liegenden Knochen schlecht geht, bleibt der Nährboden durch diese Taschenbildung für die starke Verkeimung erhalten. Nun sind nicht alle Regionen im Kiefer in gleicher Weise von derartigen Knochenauflösungsprozessen befallen. Das lässt sich schon allein an den Zahnfleischpartien erkennen, die nicht entzündlich verändert sind. Daraus folgt zwangsläufig, dass nicht die Anzahl und Art der Keime für die Parodontose ursächlich sein kann, sondern die Epithelverletzung, die den Keimen die Möglichkeit zur Einnistung und Vermehrung geben und die dann schlussendlich in die Ausbildung von Taschen mündet. Hier treffen sie auf den, durch Osteolyseprozesse (Knochenauflösung durch die Knochenabbauzellen Osteoklasten) geschädigten Knochen und der Kreislauf - Keim - Entzündung - Osteolyse - Taschenbildung - Keimreservoir - kann beginnen.

Die oben geschilderte Erkenntnis wird bestätigt durch die Erfolge mit unserer Monoblocktherapie, die wir seit über 25 Jahren durchführen und seit über 10 Jahren mit Patientenfragebögen sorgfältig dokumentieren. Der Monoblock neutralisiert alle Fehlbelastungen im Zahn- und Kieferbereich, unterbindet Fehlfunktionen und schaltet Früh- und Fehlkontakte aus. Dadurch werden die Knochenaufbauzellen (Osteoblasten) wieder aktiviert, der Knochen regeneriert und die Taschen schließen sich bzw. werden kleiner. Die Folge ist eine sichtbare Gesundung des Zahnfleisches. Das Zahnfleisch wird blass rosa und fest, das Bluten hört auf und die Zähne fühlen sich wieder fester an. Der Monoblock hat sich zur Therapie einer Parodontose bei uns bestens bewährt.

Als alternative Therapie empfiehlt sich, speziell bei der Parodontose, die Miniplastschiene. Es können sogar im Ober- und Unterkiefer jeweils eine Schiene zeitgleich eingesetzt werden. Dieses Vorgehen kann ebenfalls zu ansehnlichen Erfolgen führen. Anweisungen zu besonderen und übermäßigen Zahnhygienemaßnahmen und Zahnputztechniken erhalten unsere Patienten nicht.

Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) auch durch andere, z.T. schwerwiegende Allgemeinerkrankungen, hervorgerufen werden. So kann beispielsweise der Befund einer Gingivitis zur Frühdiagnose einer Leukämie führen. In diesem Fall wären tatsächlich die Keime für die Erkrankung ursächlich, weil das gesamte Immunsystem des erkrankten Menschen die Keimabwehr krankheitsbedingt nicht mehr bewältigen kann.

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Anmeldung zum jameda-Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig zu aktuellen und wichtigen Themen rund um Ihre Gesundheit

Medikamenten- und Lexikon-Suche

Arzneimittel und Generika finden und bestellen

Das jameda Lexikon

Häufig gesuchte Medikamente zum Thema "Zahn, Zähne, Mund":

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon

Häufig gesucht zum Thema "Zahn, Zähne, Mund":