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Zähne fürs Leben

Zähne fürs Leben

Herr Tomovic & Kollegen

von
verfasst am 18.07.2010

Wenn die Zähne ausfallen, z.B. wegen Alter oder durch einen Unfall, geht ein Stück Lebensqualität verloren. Das muss nicht sein. Zahnverlust ist heutzutage gut therapierbar, ein Zahnersatz problemlos. Es gibt jedoch unterschiedliche Verfahren Zähne zu ersetzen. Vorausgesetzt, man wendet sich an einen entsprechend qualifizierten Zahnarzt.

Warum sind Implantate die beste Lösung für Zahnlücken?
Immer mehr Patienten verlangen einen festsitzenden Zahnersatz. Mit Recht, denn für Menschen, die mitten im Leben stehen, ist eine herausnehmbare Prothese undenkbar. Zum einen aus ästhetischen Gründen, zum anderen aber auch aus ganz praktischen Gründen, denn der Kaukomfort bei einer Prothese ist sehr eingeschränkt, Essensreste bleiben hängen, das Geschmacksempfinden bleibt auf der Strecke.

Implantate sind ein Ersatz für die fehlende Zahnwurzel. Sie werden wie ein Dübel an der Stelle in den Kieferknochen eingesetzt, wo einst der natürliche Zahn gesteckt hat. Dies ist eine problemlose Behandlung mit einem Zeitaufwand von circa 90 Minuten. Die Implantate verwachsen dann allmählich mit dem Knochen. Nach der Heilung können darauf einzelne Zähne oder sogar ganze Zahnreihen fest verankert werden. Das Implantat ersetzt den verlorenen Zahn zu hundert Prozent, ohne dass andere Zähne im Umfeld zur Befestigung in Mitleidenschaft gezogen werden müssen. Die Ersatzzähne auf den Implantaten sitzen ganz fest, so wie die eigenen Zähne. So ist die Lebensqualität wieder vollständig hergestellt, als hätte das Problem nie bestanden. Sogar die Verdauung verbessert sich, weil die Nahrung richtig gekaut werden kann.

Wann ist ein Implantat sinnvoll?
Die meisten Implantate werden im Backenzahnbereich eingesetzt, denn die Backenzähne verlieren wir Menschen in der Regel als erstes. Auch wenn ein oder mehrere Zähne in einer Reihe ausgefallen sind, beispielsweise durch einen Unfall, ist eine Implantation dieser Zähne sinnvoll. Aber auch bei älteren Menschen, die ihre Zähne verlieren, ist ein Implantat der geeignetste Zahnersatz.

Welche verschiedene Arten von Implantaten gibt es?
Für den Ersatz eines Einzelzahnes bevorzuge ich das Sofortimplantat. Dabei wird die alte Zahnwurzel entfernt und das Implantat sofort eingesetzt. Der Zahnersatz ist bereits nach wenigen Tagen voll belastbar. Die häufiger verwendete Lösung ist das verzögerte Sofortimplantat. Vier bis sechs Wochen nachdem der Zahn entfernt wurde und die Entzündung vollständig abgeklungen ist, kann das Implantat eingesetzt werden.

Wenn ein Patient eine Teilprothese trägt oder bereits seit Jahren mit einer Zahnlücke im hinteren Bereich herumgelaufen ist, ist ein Implantat ebenfalls empfehlenswert. Vorher analysiert man, wie viel Knochensubstanz noch vorhanden ist, und ob vorher ein Knochenaufbau nötig ist.

Diese Implantate benötigen 3 bis 5 Monate zum Einheilen. Dazwischen werden die Patienten mit einem schönen Provisorium versorgt, um eine angenehme Übergangszeit zu gewährleisten. Sogar Patienten mit Vollprothesen, bei denen der Halt im Mund nicht mehr garantiert ist, gewinnen durch das Implantat wieder eine neue Lebensqualität: Die Prothese wird mit dem Implantat verbunden, das fest im Knochen sitzt, so dass diese Menschen dann wieder richtig kauen können.

Wie sieht es mit der Verträglichkeit dieser Implantate aus?
Die Implantate werden heutzutage zu 99 Prozent aus Titan hergestellt. Dieses Material geht nach dem aktuellen Wissensstand als einziges keine chemischen Reaktionen mit dem Körper ein, ist also sehr gut verträglich. Implantate auf Keramikbasis haben den Nachteil, dass die oberflächliche Integration schwierig und das Verwachsen des Knochens mit dem Material nicht so gut gewährleistet ist. Wichtig ist nur eine regelmäßige und gute Mundhygiene beizubehalten. So verhindert man dauerhaft und leicht Knochenentzündungen. Auf diese Weise bleibt das Implantat ein Leben lang stabil. Ein Problem gibt es bei starken Rauchern. Durch das Rauchen wird das Zahnfleisch so schlecht durchblutet, dass die Immunabwehr in diesem Bereich drastisch sinkt und es gegebenenfalls zu Entzündungen kommen kann. Hier empfehle ich, wenn der Patient mit dem Rauchen nicht aufhören möchte, einen herausnehmbaren Zahnersatz.

Im Rahmen eines Beratungsgespräches können Sie Im Vorfeld der Behandlung alle Fragen mit Ihrem behandelnden Zahnarzt aufgreifen und die für Sie beste Lösung eines Zahnersatzes finden.

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Kommentare zum Artikel (1)


09.01.2014 - 15:48 Uhr

Ich habe seit vielen Jahren sehr starke...

von irene

... Depressionen und wenn man sterben will ist es nicht mehr selbstverständlich, dass man sich zwei mal täglich die Zähne putzt, wenn überhaupt bei einem starken Schub. Entsprechend habe ich schlechte Zähne. Sind für mich Implantate trotzdem empfehlenswert?

Herr Tomovic & Kollegen

Antwort vom Autor am 12.03.2014
P. Tomovic & Kollegen

Hallo Irene, ganz grundsätzlich ist es so, dass Implantate, um langfristig zu bestehen, noch mehr Pflege als herkömmliche Zähne benötigen. Wir empfehlen unseren Implantat-Patienten deshalb alle 3 Monate zur Prophylaxe und Kontrolle zu kommen, um eine sog. "Perimplantitis", d.h. eine Entzündung des Bindegeweges rund im das Implantat, zu verhindern. Auch bei starken Rauchern sind die langfristigen Erfolgschancen von Implantaten sehr beeinträchtigt. Viele Grüße, P. Tomovic


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