Inhaltssuche

Suche im Experten-Ratgeber, Lexika und Medikamenten
HIV-Infektion und AIDS

HIV-Infektion und AIDS

Anfang der 1980er Jahre wurden in den USA die ersten Fälle einer neuen Immunschwäche-Krankheit beobachtet. In den amerikanischen Großstädten nahm die Zahl der Erkrankten, anfangs nur homosexuelle Männer, schnell zu. Bald war bekannt, das es sich um eine Infektionskrankheit handelt. Sie wurde AIDS genannt (acquired immun deficiency syndrome = erworbenes Immunschwächesyndrom). Im Jahr 1983 konnte das Virus identifiziert werden, das AIDS verursacht. Als Name für den Erreger setzte sich das Kürzel HIV durch, es steht für human immunodeficiency virus (menschliches Immunschwächevirus).

Mehr anzeigen



Diagnostik

Antikörpertest
Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein HIV-Test nur mit dem Einverständnis der oder des Betroffenen durchgeführt werden darf. Die derzeit am weitesten verbreitete Untersuchung, um eine HIV-Infektion festzustellen, ist der Suchtest auf Antikörper (z.

Wenn der Test positiv ist, das heißt, wenn HIV-Antikörper gefunden werden, muss das Ergebnis durch die Untersuchung einer zweiten Blutprobe bestätigt werden. Das ist notwendig, weil es beim Suchtest zu einem geringen Prozentsatz falsch positiver Testergebnisse kommt. Die zweite Probe wird mit einem anderen, teureren und noch genaueren Testverfahren (z.

Der Antikörpertest ist allerdings nicht unmittelbar nach einer Infektion aussagekräftig. In den ersten vier bis zwölf Wochen nach einer Infektion sind noch nicht ausreichend Antikörper vorhanden, sind noch nicht ausreichend Antikörper vorhanden, um sie mit diesem Test nachweisen zu können. In den ersten drei Monaten nach einem HIV-Ansteckungsrisiko bietet ein negativer Antikörpertest also keine Sicherheit dafür, dass wirklich keine Infektion vorliegt („diagnostische Lücke“ oder „diagnostisches Fenster“).

Mehr anzeigen



Die HI-Viren im Körper

Die HI-Viren befallen vor allem eine Untergruppe der T-Lymphozyten, die T-Helfer-Zellen. Diese Zellen heißen auch T4-Lymphozyten oder CD4-Lymphozyten. Sie gelten als eine Steuerzentrale des Immunsystems, denn sie aktivieren Killerzellen und Makrophagen zur Vernichtung von Krankheitserregern und stimulieren die B-Lymphozyten zur Bildung von Antikörpern.

Wenn CD4-Lymphozyten zu Virusträgern geworden sind, werden sie in ihrer Funktion stark gestört. Sie können die anderen Zellen des Immunsystems nicht mehr ausreichend aktivieren. Die HI-Viren integrieren ihre Erbinformation in die Lymphozyten und vermehren sich in ihnen. Die in den Wirtszellen neu produzierten Viren werden dann ins Blut freigesetzt und befallen weitere CD4-Lymphozyten.

Mehr anzeigen



HIV-Infektion im Kindesalter

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es Ende 2004 weltweit ca. 2,2 Millionen HIV-infizierte Kinder unter 15 Jahren, davon etwa 300 in Deutschland. Ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium der Mutter begünstigt die Infektion des Kindes im Mutterleib. Allerdings kann durch die vorbeugende Behandlung von infizierten Schwangeren, durch einen Kaiserschnitt und durch eine vorbeugenden Therapie der Neugeborenen das Infektionsrisiko für Neugeborene in den Industrieländern auf unter zwei Prozent gesenkt werden.

Mehr anzeigen



Prognose

Dank der neuen Therapiemöglichkeiten hat sich die Lebenserwartung von HIV-infizierten und AIDS-kranken Menschen in den Industrienationen deutlich erhöht. Dafür sind Aussagen über den Verlauf und die Prognose der HIV-Infektion sehr unsicher geworden. Weiterhin ist eine Heilung nicht möglich, so dass sich die Phasen mit schweren Komplikationen und auch der Tod zwar zum Teil lange hinausschieben, aber nicht verhindern lassen. Noch immer versterben viele AIDS-Patienten an opportunistischen Infektionen und Tumoren.

In den Entwicklungsländern geht eine HIV-Infektion nach wie vor meistens innerhalb von zwei bis sieben Jahren tödlich aus. Der Grund dafür ist letztlich die Armut. Aus Armut sind die Menschen unterernährt, was ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung begünstigt, sie leben in schlechten hygienischen Verhältnissen und können sich keine wirksamen Medikamente leisten.


Symptome und Beschwerden

Akute HIV-Infektion:

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Hautausschläge

Symptomfreies Stadium (Latenzphase):

  • Keine Beschwerden

Symptomatisches Stadium:

  • Lymphknotenschwellungen
  • Infektionskrankheiten, die aber nicht lebensbedrohlich sind

AIDS:

  • Fieber und Nachtschweiß
  • Atemnot, Husten, eventuell Brustschmerzen beim Atmen
  • Mundbrennen und Schluckbeschwerden
  • Anhaltende Durchfälle
  • Deutlicher Gewichtsverlust
  • Violette Hautflecken oder Hautknoten
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Wesensveränderungen
  • Vermindertes Sehvermögen

Symptome der HIV-Infektion

Die eigentliche AIDS-Krankheit, das letzte Stadium der HIV-Infektion, tritt in der Regel erst mehrere Jahre nach der Neuinfektion auf. Der AIDS-Krankheit gehen meistens drei Phasen voraus.

Mehr anzeigen



Therapie

Konventionelle Medizin

Eine HIV-Infektion ist auch heute noch nicht heilbar, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich jedoch in der Vergangenheit stetig verbessert. Inzwischen stehen mehr als 20 antiretrovirale Wirkstoffe aus verschiedenen Substanzgruppen für die Therapie zur Verfügung. Alle diese Substanzen hemmen die Vermehrung der HI-Viren. Die größten Erfolge verspricht eine Therapie, bei der Wirkstoffe kombiniert werden, die an unterschiedlichen Stellen in die Vermehrung der Viren eingreifen und sich dabei gegenseitig ergänzen. Diese Form der Therapie wird hoch aktive antiretrovirale Therapie (HAART) genannt.

Mehr anzeigen



Ursachen

Die HIV-Infektion und die AIDS-Erkrankung werden durch das menschliche Immunschwächevirus (human immunodeficiency virus, HI-Virus oder HIV) ausgelöst. Eine HIV-Infektion ist allerdings nicht gleichbedeutend mit AIDS. Erst das letzte Stadium der Infektion, wenn das Abwehrsystem weitgehend zerstört ist und als Folge der Immunschwäche verschiedene Krankheitsbilder auftreten, wird als eigentliche AIDS-Erkrankung bezeichnet.

Der wichtigste Übertragungsweg
Die HIV-Infektion wird in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Sämtliche Körperflüssigkeiten HIV-infizierter oder AIDS-kranker Menschen können Viren enthalten. Virusmengen, die für eine Ansteckung ausreichen, sind aber nur im Blut (auch im Menstruationsblut), im Sperma, im Scheidensekret und in Muttermilch vorhanden. Schon bei kleinen Schleimhautverletzungen kann das Virus in den Körper der Partnerin oder des Partners eindringen. Das gilt für den Vaginalverkehr und besonders für verletzungsreiche Sexualpraktiken wie den Analverkehr.

Mehr anzeigen



Links

Informationen des Robert Koch-Instituts über Aids
Kompetenznetz HIV/AIDS
Gib Aids keine Chance
Welt-Aids-Tag
Deutsche AIDS-Hilfe
Aids-Hilfe Schweiz
Aids-Hilfen Österreichs
Deutsche AIDS-Stiftung
Deutsche AIDS-Gesellschaft
Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter
Elterninitiative HIV-betroffener Kinder


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

Medikamenten- und Lexikon-Suche

Arzneimittel und Generika finden und bestellen

Das jameda Lexikon

Häufig gesuchte Medikamente zum Thema "Infektionen, Viren":

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon

Häufig gesucht zum Thema "Infektionen, Viren":