HIV-Infektion und AIDS
Anfang der 1980er Jahre wurden in den USA die ersten Fälle einer neuen Immunschwäche-Krankheit beobachtet. In den amerikanischen Großstädten nahm die Zahl der Erkrankten, anfangs nur homosexuelle Männer, schnell zu. Bald war bekannt, das es sich um eine Infektionskrankheit handelt. Sie wurde AIDS genannt (acquired immun deficiency syndrome = erworbenes Immunschwächesyndrom). Im Jahr 1983 konnte das Virus identifiziert werden, das AIDS verursacht. Als Name für den Erreger setzte sich das Kürzel HIV durch, es steht für human immunodeficiency virus (menschliches Immunschwächevirus).
Wahrscheinlich gab es die Krankheit AIDS schon bevor sie bei den ersten amerikanischen Patienten erkannt wurde. Experten vermuten heute, dass das HI-Virus möglicherweise schon vor mehr als 100 Jahren erstmals auf Menschen übertragen wurde. Vermutlich stammt das Virus von einem eng verwandten Virus ab, das in Schimpansen gefunden wurde.
Ende 2004 waren weltweit etwa 40 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Mehr als drei Millionen starben 2004 an der Immunschwäche und etwa fünf Millionen Menschen infizierten sich neu.
Fast 95 Prozent der Betroffenen leben in Entwicklungsländern, mehr als drei Viertel davon allein in Afrika südlich der Sahara. In einigen Ländern ist etwa ein Drittel der Erwachsenen infiziert. Die Krankheit bedroht die Existenz ganzer Gesellschaften. Der Kampf gegen HIV und AIDS gilt heute als eine der größten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft.
In Deutschland lebten Ende 2004 etwa 44000 HIV-positive Menschen, ungefähr 5000 von ihnen waren an AIDS erkrankt. Etwa 77 Prozent der Infizierten waren Männer, etwa 22 Prozent waren Frauen, weniger als ein Prozent waren Kinder.
Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland lag 2004 bei etwa 2000 (1600 Männer, 400 Frauen und 20 Kinder). 700 Menschen erkrankten neu an AIDS. Seit Beginn der Epidemie infizierten sich in Deutschland etwa 67500 Personen mit dem HI-Virus; bis Ende 2004 starben 23500 Menschen an AIDS.
Eine AIDS-Erkrankung ist in Deutschland nicht meldepflichtig. Allerdings muss der direkte oder indirekte Nachweis von HI-Viren in Untersuchungslabors an die Behörden gemeldet werden. Die Meldung erfolgt „nichtnamentlich“ - es wird also nur mitgeteilt, dass eine Infektion diagnostiziert wurde. Der Name, die Adresse oder andere persönliche Daten des Patienten werden nicht weitergegeben.
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Diagnostik
Antikörpertest
Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein HIV-Test nur mit dem Einverständnis der oder des Betroffenen durchgeführt werden darf. Die derzeit am weitesten verbreitete Untersuchung, um eine HIV-Infektion festzustellen, ist der Suchtest auf Antikörper (z.
Wenn der Test positiv ist, das heißt, wenn HIV-Antikörper gefunden werden, muss das Ergebnis durch die Untersuchung einer zweiten Blutprobe bestätigt werden. Das ist notwendig, weil es beim Suchtest zu einem geringen Prozentsatz falsch positiver Testergebnisse kommt. Die zweite Probe wird mit einem anderen, teureren und noch genaueren Testverfahren (z.
Der Antikörpertest ist allerdings nicht unmittelbar nach einer Infektion aussagekräftig. In den ersten vier bis zwölf Wochen nach einer Infektion sind noch nicht ausreichend Antikörper vorhanden, sind noch nicht ausreichend Antikörper vorhanden, um sie mit diesem Test nachweisen zu können. In den ersten drei Monaten nach einem HIV-Ansteckungsrisiko bietet ein negativer Antikörpertest also keine Sicherheit dafür, dass wirklich keine Infektion vorliegt („diagnostische Lücke“ oder „diagnostisches Fenster“).
Durch Weiterentwicklung der Antikörpersuchtests versucht man, das diagnostische Fenster zu verkleinern. Suchtests der vierten Generation weisen neben HIV-Antikörpern gleichzeitig ein bestimmtes Eiweiß nach, das von den Viren gebildet wird (p24-Antigen). Aber auch bei diesen Tests bleibt das Risiko, eine Infektion nicht nachweisen zu können.
Polymerase-Kettenreaktion
Mit dem PCR-Test können die HI-Viren direkt nachgewiesen werden. Die PCR (polymerase chain reaction = Polymerase-Kettenreaktion) ist eine gentechnische Methode. Mit ihr wird ein Teil der Erbinformation des Virus mehrere 1000-mal vervielfältigt, so dass auch eine geringe Anzahl von Viren nachgewiesen werden kann. Dieser Test ist allerdings sehr teuer und verkleinert das diagnostische Fenster nur um einige Tage. Zur Diagnose einer Neuinfektion wird er deshalb nur in Einzelfällen durchgeführt.
Alle weiteren diagnostischen Maßnahmen dienen der Verlaufskontrolle der HIV-Infektion.
Viruslast
Um das Stadium der Infektion zu erkennen und den Erfolg der Therapie zu messen, wird mit dem PCR-Test immer wieder die so genannte Viruslast bestimmt.
Sie wird in Kopien der HIV-RNS gemessen. Die Nachweisgrenze der PCR liegt heute bei etwa 20 Viruskopien pro Milliliter. Eine Viruslast unter 10000 Viruskopien pro Milliliter Blut gilt allgemein als niedrig, Werte über 100000 werden als hoch eingestuft.
Es hat sich herausgestellt, dass die Größe der Viruslast in Kombination mit der Zahl der CD4-Lymphozyten sechs Monate nach Beginn einer antiretroviralen Therapie eine Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufs ermöglicht. Die Prognose ist nur individuell anhand der Testergebnisse des einzelnen Patienten möglich. Allgemein gilt aber, dass Infizierte mit geringer Viruslast in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht an AIDS erkranken. Bei hoher Viruslast muss man dagegen deutlich eher mit dem AIDS-Vollbild rechnen.
Zahl der CD4-Zellen
Um beurteilen zu können, ob mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden muss, wird die Zahl der CD4-Lymphozyten bestimmt. Normalerweise sind in einem Mikroliter Blut mehr als 500 dieser Zellen vorhanden. Hat die Zahl der CD4-Lymphozyten auf weniger als 200 pro Mikroliter Blut abgenommen, ist das Immunsystem deutlich geschwächt.
Weitere Untersuchungen
Je nach Zahl der CD4-Lymphozyten und nach den Beschwerden werden weitere Untersuchungen vorgenommen. Leidet der Patient an Husten, Atemnot und Fieber, wird eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Sputumuntersuchung oder eine Bronchialspiegelung durchgeführt. Bei Verdacht auf einen Tumor des Magens oder der Speiseröhre wird eine Magenspiegelung vorgenommen. Klagt der Patient über Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder machen sich Sprechstörungen und Gangunsicherheiten bemerkbar, sind eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) des Kopfes sinnvoll. Eine Ultraschalluntersuchung dient der Beurteilung der Lymphknoten im Bauchraum sowie der Milz, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Nieren.
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Die HI-Viren im Körper
Die HI-Viren befallen vor allem eine Untergruppe der T-Lymphozyten, die T-Helfer-Zellen. Diese Zellen heißen auch T4-Lymphozyten oder CD4-Lymphozyten. Sie gelten als eine Steuerzentrale des Immunsystems, denn sie aktivieren Killerzellen und Makrophagen zur Vernichtung von Krankheitserregern und stimulieren die B-Lymphozyten zur Bildung von Antikörpern.
Wenn CD4-Lymphozyten zu Virusträgern geworden sind, werden sie in ihrer Funktion stark gestört. Sie können die anderen Zellen des Immunsystems nicht mehr ausreichend aktivieren. Die HI-Viren integrieren ihre Erbinformation in die Lymphozyten und vermehren sich in ihnen. Die in den Wirtszellen neu produzierten Viren werden dann ins Blut freigesetzt und befallen weitere CD4-Lymphozyten.
Eine geringe Zahl von Zellen wird dadurch direkt zerstört und auch weitere, indirekte Mechanismen führen dazu, dass die Population der Helferzellen immer kleiner wird. Der Körper versucht zwar, den Verlust der Zellen durch die Bildung neuer CD4-Lymphozyten auszugleichen, meistens gelingt ihm das aber nicht vollständig. Sinkt die Zahl der CD4-Lymphozyten auf weniger als 200 pro Mikroliter Blut (der Normalwert liegt über 500), kann das Immunsystem nicht mehr ausreichend vor Infektionen schützen. Dann erkranken die HIV-Infizierten nicht nur an schweren Infektionen durch "normale" Krankheitserreger, sondern auch an Infektionen durch Mikroorganismen, mit denen ein intaktes Immunsystem mühelos fertig wird (opportunistische Infektionen). Allerdings vergehen in der Regel einige Jahre, bis die Zahl der CD4-Lymphozyten so stark reduziert ist.
Auch Makrophagen und deren Vorläuferzellen, die Monozyten, besitzen das CD4-Eiweiß auf ihrer Zelloberfläche. Das HI-Virus dringt auch in diese Zellen ein. Sie sind aber sehr viel robuster als die CD4-Lymphozyten. Makrophagen teilen sich nicht und können über lange Zeit Viren produzieren, ohne selbst dabei zerstört zu werden. Deshalb stellen sie ein Virusreservoir dar und übertragen HIV auf andere Zellen und auf Organe.
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HIV-Infektion im Kindesalter
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es Ende 2004 weltweit ca. 2,2 Millionen HIV-infizierte Kinder unter 15 Jahren, davon etwa 300 in Deutschland. Ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium der Mutter begünstigt die Infektion des Kindes im Mutterleib. Allerdings kann durch die vorbeugende Behandlung von infizierten Schwangeren, durch einen Kaiserschnitt und durch eine vorbeugenden Therapie der Neugeborenen das Infektionsrisiko für Neugeborene in den Industrieländern auf unter zwei Prozent gesenkt werden.
Da Kinder von HIV-infizierten Müttern in der Regel mütterliche Antikörper gegen HIV in sich tragen, wird die Diagnose bei Säuglingen durch einen Direktnachweis des Virus mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) gestellt.
Symptome im Kindesalter
Ohne Medikamente erkranken HIV-infizierte Kinder sehr früh an opportunistischen Infektionen. Viele Kinder zeigen bereits im ersten Lebensjahr Symptome und Krankheiten, beispielsweise eine Pneumocystis-carinii-Lungenentzündung oder eine Candida-Infektion. Bis zum Ende des sechsten Lebensjahrs zeigen sich bei den meisten Kindern Symptome der AIDS-Erkrankung. Nur ein ganz geringer Anteil der infiziert geborenen Kinder zeigen bis zum sechsten Lebensjahr keinerlei Auffälligkeiten.
Therapie im Kindesalter
Die Therapie HIV-infizierter Kinder ist problematisch, weil viele Medikamente im kindlichen Organismus anders verwertet werden als im erwachsenen. Ferner liegen bisher zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von antiretroviralen Medikamenten bei Kindern noch nicht so viele gesicherte Erkenntnisse vor wie bei Erwachsenen.
Da es sich bei der antiretroviralen Therapie infizierter Kinder um lebenslange Maßnahmen nach strengen Vorgaben handelt, müssen die Eltern besonders gründlich und wiederholt über die damit verbundenen Probleme aufgeklärt werden. Werden die Medikamente beispielsweise nicht ausreichend hoch dosiert oder nicht regelmäßig gegeben, besteht die Gefahr, dass die HI-Viren resistent werden und die Medikamente nicht mehr wirken.
Die Unterbrechung einer Therapie oder eine unzuverlässige Medikamenteneinnahme kann größere Schäden verursachen, als der vorübergehende Verzicht auf die Behandlung. Besonders bei der Therapie von jugendlichen Kindern ist es schwer, eine zuverlässige Mitarbeit der Patienten (Compliance) zu erreichen.
Von medizinischer Seite wird die Entscheidung für eine Therapie in Abhängigkeit vom Alter des Kindes und von der Höhe der nachgewiesenen Viruslast gefällt. Kinder zwischen 0 und 3 Monaten werden in jedem Fall antiretroviral behandelt. Kinder zwischen 4 und 24 Monaten werden behandelt, wenn sie im PCR-Test mehr als 75000 Viruskopien aufweisen, Kinder über zwei Jahren werden behandelt, wenn sich in ihrem Blut mehr als 25000 Viruskopien pro Milliliter befinden.
Derzeit wird im Kindesalter eine Kombination aus drei Medikamenten empfohlen.
Bei Kindern, die von spezialisierten Kinderärzten behandelt werden, können durch die antivirale Behandlung langfristige Erfolge erzielt werden, sofern die Eltern für eine regelmäßige Medikamenteneinnahme nach Vorschrift sorgen.
Die Kinder müssen regelmäßig dem Facharzt vorgestellt werden. Der Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule wird individuell gemeinsam mit dem Kinderarzt entschieden und richtet sich nach dem Zustand des Kindes und dem Stadium der Erkrankung.
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Prognose
Dank der neuen Therapiemöglichkeiten hat sich die Lebenserwartung von HIV-infizierten und AIDS-kranken Menschen in den Industrienationen deutlich erhöht. Dafür sind Aussagen über den Verlauf und die Prognose der HIV-Infektion sehr unsicher geworden. Weiterhin ist eine Heilung nicht möglich, so dass sich die Phasen mit schweren Komplikationen und auch der Tod zwar zum Teil lange hinausschieben, aber nicht verhindern lassen. Noch immer versterben viele AIDS-Patienten an opportunistischen Infektionen und Tumoren.
In den Entwicklungsländern geht eine HIV-Infektion nach wie vor meistens innerhalb von zwei bis sieben Jahren tödlich aus. Der Grund dafür ist letztlich die Armut. Aus Armut sind die Menschen unterernährt, was ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung begünstigt, sie leben in schlechten hygienischen Verhältnissen und können sich keine wirksamen Medikamente leisten.
Symptome und Beschwerden
Akute HIV-Infektion:
- Fieber
- Halsschmerzen
- Lymphknotenschwellungen
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Durchfall
- Gewichtsverlust
- Hautausschläge
Symptomfreies Stadium (Latenzphase):
Symptomatisches Stadium:
- Lymphknotenschwellungen
- Infektionskrankheiten, die aber nicht lebensbedrohlich sind
AIDS:
- Fieber und Nachtschweiß
- Atemnot, Husten, eventuell Brustschmerzen beim Atmen
- Mundbrennen und Schluckbeschwerden
- Anhaltende Durchfälle
- Deutlicher Gewichtsverlust
- Violette Hautflecken oder Hautknoten
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Wesensveränderungen
- Vermindertes Sehvermögen
Symptome der HIV-Infektion
Die eigentliche AIDS-Krankheit, das letzte Stadium der HIV-Infektion, tritt in der Regel erst mehrere Jahre nach der Neuinfektion auf. Der AIDS-Krankheit gehen meistens drei Phasen voraus.
Akute HIV-Infektion (primäre Infektion)
Bei vielen Menschen beginnt die HIV-Infektion ohne Symptome. Bei anderen Neuinfizierten entwickeln sich akute, grippeähnliche Symptome. Dann treten sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion Fieber, Halsschmerzen und Lymphknotenschwellungen sowie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen auf. Auch Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust und Hautausschläge kommen vor. Dieser akute, fieberhafte Infekt klingt nach drei Tagen bis drei Wochen ab. Weil die Symptome auch bei vielen anderen, harmlosen Infektionskrankheiten vorkommen, werden sie von den meisten Infizierten nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht.
Die Viruslast und damit die Gefahr, andere Menschen anzustecken, ist im Anfangsstadium sehr hoch.
Während der Primärinfektion bekämpfen die Zellen des Immunsystems die HI-Viren und der Organismus beginnt, Antikörper dagegen zu bilden. Diese Antikörper sind meistens nach drei bis sechs, manchmal auch erst nach zwölf Wochen im Blut des Infizierten nachweisbar.
Symptomfreies Stadium (Latenzphase)
Nach dem Abklingen der akuten HIV-Infektion, etwa sechs Wochen bis sechs Monate nach der Virusübertragung, beginnt die Latenzphase. In diesem Stadium verspüren die HIV-Infizierten keine Beschwerden. Dem Immunsystem gelingt es, eine Art von Gleichgewicht zwischen der Vermehrung der HI-Viren und der körpereigenen Abwehr herzustellen. Eine Vernichtung der Viren gelingt nicht, sie bleiben lebenslang im Körper; die Anzahl der CD4-Lymphozyten sinkt in der Latenzphase langsam ab.
Die Infizierten fühlen sich im symptomfreien Stadium gesund, können aber auf den bekannten Infektionswegen durchaus andere Personen anstecken. Die Latenzphase kann, auch ohne Behandlung, deutlich mehr als zehn Jahre dauern. Je mehr Viren bei der Neuinfektion übertragen wurden, umso kürzer ist die Latenzphase. Eine Bestimmung der Virusmenge im Blut (Viruslast) kann darum dabei helfen, die voraussichtliche Länge des symptomfreien Stadiums abzuschätzen.
Symptomatisches Stadium
Nach der Latenzzeit machen viele Infizierte ein drittes Stadium der Infektion durch. In dieser Phase treten Infektionskrankheiten häufiger als bei Gesunden auf, weil das Immunsystem schon geschwächt ist. Die Krankheiten sind aber nicht lebensbedrohlich. Typische Symptome in diesem Stadium sind Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiß, Hautveränderungen, Pilzerkrankungen u.
Diese Phase kann Wochen bis Jahre dauern. In der Regel geht sie in das Vollbild der AIDS-Krankheit über.
Symptome der AIDS-Krankheit
Der Übergang zur letzen Phase der HIV-Infektion, der AIDS-Erkrankung, ist bei jedem Patienten anders und kann fließend sein.
In vielen Fällen häufen sich zuerst die so genannten opportunistischen Infektionen. Das sind Infektionen durch überall vorhandene Mikroorganismen, mit denen ein gesundes Immunsystem gut fertig wird. Natürlich erkranken AIDS-Patienten aber außerdem auch an Infektionen, für die gesunde Menschen anfällig sind.
Von einer AIDS-Erkrankung oder dem „AIDS-Vollbild“ spricht man erst, wenn bei einem schweren durch HIV verursachten Immundefekt ganz bestimmte Krankheiten auftreten - sie werden auch „AIDS definierende Krankheiten“ genannt. Dazu gehören z.
Im Folgenden einige typische Symptome der AIDS-Erkrankung:
Fieber und Nachtschweiß
Diese Symptome sind häufige Begleiterscheinungen bei opportunistischen Infektionen und bei Tumoren.
Husten und Atemnot
Eine häufige opportunistische Infektion bei AIDS-Patienten ist eine Lungenentzündung, die durch den Erreger Pneumocystis carinii verursacht wird. Diese Entzündung beginnt meist schleichend mit trockenem Husten, Atemnot und langsam steigendem Fieber und wird mit Antibiotika behandelt.
Wesentlich dramatischer beginnt die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung. Die Patienten erkranken plötzlich mit hohem Fieber und Schüttelfrost, und sie werden von starkem Hustenreiz mit bellendem Husten, Auswurf, Luftnot und Brustschmerzen beim Atmen gequält.
Die Ursache für Husten mit Auswurf, Atemnot und Brustschmerzen, begleitet von leicht erhöhten Temperaturen und Nachtschweiß, kann auch eine Tuberkulose sein. Auch Lungenentzündungen durch Viren, Pilze und andere Erreger kommen bei AIDS-Patienten vor.
Mundbrennen und Schluckbeschwerden
Bei vielen AIDS-Patienten ist die Mundhöhle mit dem Hefepilz Candida albicans besiedelt. Diese Infektion äußert sich als Mundbrennen, vor allem beim Verzehr von gewürzten Speisen und Alkoholika. Zusätzlich können auch Geschwüre an der Mundschleimhaut und Einrisse in den Mundwinkeln bestehen. Typisch für einen Candidabefall sind weißliche Beläge auf der Mundschleimhaut. Erstreckt sich der Candidabefall auch auf Rachen und Speiseröhre, kommen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Sodbrennen hinzu. All diese Beschwerden können so stark sein, dass die Betroffenen kaum noch essen.
Durchfall
AIDS-Patienten sind anfällig für Infektionen des Verdauungstrakts. Durchfall ist das häufigste Symptom. Je nach Erreger können die Durchfälle wässrig oder mit Blutbeimengungen auftreten und von Bauchkrämpfen und Fieber begleitet sein. Anhaltende Durchfälle können durch das Zytomegalievirus und das Herpesvirus, bei ausgeprägter Immunschwäche auch durch tierische Einzeller verursacht werden. Bakterielle Darminfektionen durch Salmonellen oder Shigellen kommen relativ selten vor, meist im Anschluss an eine Behandlung mit Antibiotika. Anhaltende Durchfälle können aber auch ein Symptom der sehr fortgeschrittenen AIDS-Erkrankung sein, die man als Wasting-Syndrom (to waste = schwinden) bezeichnet.
Wasting-Syndrom (HIV-Kachexiesyndrom)
Der unfreiwillige Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts sowie Durchfälle, anhaltendes Schwächegefühl und ständiges beziehungsweise wiederkehrendes Fieber über mehr als 30 Tage werden als Wasting-Syndrom bezeichnet, wenn ihm keine andere Krankheit zugrunde liegt.
Hautveränderungen
Violette, braun-bläuliche oder rot-braune Hautflecken und Hautknoten sind sichtbare Symptome des Kaposi-Sarkoms. Das ist ein Tumor, der aus den Blutgefäßen der Haut hervorgeht. Häufig treten die Hautveränderungen an den Beinen auf, prinzipiell sind sie aber auf der ganzen Haut zu finden. Auch die Schleimhäute, vor allem die Mundschleimhaut, sind betroffen. Das Kaposi-Sarkom mag zunächst als kosmetisches Problem erscheinen. Das stimmt auch, solange wenige Herde auf die Haut beschränkt bleiben. Das Kaposi-Sarkom wächst jedoch in die Tiefe der Haut und bildet dort ebenfalls Tumorknoten. Bei Einbruch des Tumors in die Lymphbahnen können Arme oder Beine durch Lymphstauungen massiv anschwellen. Das Kaposi-Sarkom ist bei Männern eine häufige Begleiterkrankung von AIDS, Frauen erkranken zehnmal seltener daran. Die Ursache des Sarkoms gilt heute als unklar; früher wurde eine Herpesvirusinfektion als Auslöser angenommen.
Nervenstörungen
Bei vielen AIDS-Patienten treten Störungen des Nervensystems auf. Diese Störungen können Symptome von AIDS, Zeichen eines Gehirntumors oder die Folge einer opportunistischen Infektion sein. Manche Patienten können sich nicht mehr richtig konzentrieren, außerdem lässt ihr Gedächtnis spürbar nach. Etwa 15 Prozent der Patienten erleidet einen dauerhaften Intelligenzverlust (HIV-Demenz). Auch Sprechstörungen, Gangunsicherheiten oder ein Zittern der Hände können sich bemerkbar machen. Andere Patienten wirken depressiv, sehr ängstlich oder aggressiv. Solche Wesensveränderungen können sowohl Ausdruck einer Gehirnbeteiligung als auch Folge der belastenden Erkrankung sein. Weiterhin kommen Taubheits- und Kribbelgefühle an den Beinen und zunehmende Muskelschwäche vor.
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Therapie
Konventionelle Medizin
Eine HIV-Infektion ist auch heute noch nicht heilbar, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich jedoch in der Vergangenheit stetig verbessert. Inzwischen stehen mehr als 20 antiretrovirale Wirkstoffe aus verschiedenen Substanzgruppen für die Therapie zur Verfügung. Alle diese Substanzen hemmen die Vermehrung der HI-Viren. Die größten Erfolge verspricht eine Therapie, bei der Wirkstoffe kombiniert werden, die an unterschiedlichen Stellen in die Vermehrung der Viren eingreifen und sich dabei gegenseitig ergänzen. Diese Form der Therapie wird hoch aktive antiretrovirale Therapie (HAART) genannt.
Die richtige Behandlungsstrategie für den einzelnen Infizierten zu entwickeln, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Auch die Beratung des Patienten und die Verlaufskontrolle der Behandlung erfordern ein großes Maß an Wissen und Erfahrung von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Therapiebeginn
Die medikamentöse Hemmung der Virusvermehrung verhindert ein Fortschreiten der Krankheit und führt zu einer Rückbildung von HIV-bedingten Symptomen. Die Frage, wann mit der Therapie am besten begonnen werden sollte, ist noch nicht geklärt; sowohl für einen möglichst frühen, als auch für einen möglichst späten Therapiebeginn gibt es gute Argumente. Für einen frühen Therapiebeginn spricht z.
Hat ein HIV-Infizierter Krankheitssymptome, so gilt das in der Regel als Indikation für den Beginn einer medikamentösen Kombinationstherapie. Sie kann die Symptome beseitigen und eine erhebliche Schädigung des Immunsystems vermeiden.
Bei Infizierten ohne Anzeichen einer Erkrankung muss individuell entschieden werden, wann mit der Therapie begonnen werden soll. Für diese Entscheidung sind sowohl die Viruslast, als auch die Zahl der CD4-Zellen wichtig. Oft wird mit der Therapie begonnen, wenn die CD4-Zellzahl zwischen 200 und 350 pro Mikroliter liegt. Ein Absinken der Zellzahl unter 200 CD4-Zellen pro Mikroliter Blut sollte jedoch vermieden werden. Ziel der Therapie bei unsymptomatischen Patienten ist es, den Übergang der Infektion in eine symptomatische Phase so lange wie möglich zu verhindern.
Dazu soll die Vermehrung der Viren so gehemmt werden, dass sie im Blut nicht mehr nachweisbar sind; die Nachweisgrenze liegt bei 20 bis 50 Viren pro Milliliter Blut.
Wird dieses Ziel durch die Kombinationsbehandlung erreicht, sollte die Therapie unverändert fortgesetzt werden. Dann steigt auch meistens die Zahl der CD4-Lymphozyten wieder an. Lässt sich die Viruslast durch die Behandlung nicht erheblich reduzieren oder kommt es nach einer Reduktion zu einem erneuten Anstieg, dann waren die HI-Viren entweder von vornherein gegen die Medikamente resistent oder sind es im Lauf der Behandlung geworden. In diesem Fall muss die Behandlung auf eine andere Kombination umgestellt werden.
Antiretrovirale Medikamente
Anders als noch vor einigen Jahren müssen die Patienten heute nicht mehr täglich bis zu 20 Tabletten einnehmen. Die vorschriftsmäßige Einnahme der Präparate ist aber nach wie vor Vorraussetzung für den Therapieerfolg. Sie wird vor allem durch eine gute Information des Patienten und eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit seinem Arzt erreicht.
Die Medikamente gegen HIV lassen sich drei Gruppen zuordnen: Hemmstoffe der Reversen Transkriptase, Hemmstoffe der Protease und Hemmer der Fusion.
Reverse-Transkriptase-Inhibitoren
Diese Wirkstoffe hemmen ein Enzym, das im Inneren der HI-Viren vorhanden ist, die Reverse Transkriptase. Das Enzym hat die Aufgabe, die Erbinformation des HI-Virus von der einsträngigen RNA des Virus in die doppelsträngige DNA der menschlichen Zellen zu „übersetzen“, damit sie dann in die menschliche DNA integriert werden kann. Wird das Enzym gehemmt, ist keine Virusvermehrung möglich.
Drei Wirkstoffgruppen werden eingesetzt: Die Nukleosid- und die Nukleotidanaloga (NRTI) sowie die nicht-nukleosidartigen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI).
Proteaseinhibitoren
Auch die Protease ist für die Virusvermehrung unentbehrlich, sie wandelt die unreifen Virusvorstufen in reife HI-Viren um. Durch die Hemmung der Protease wird dies verhindert.
Fusionsinhibitoren
Diese Wirkstoffe verhindern den Eintritt des Virus in die Zelle. Sie hemmen die Infektion weiterer Zellen und damit indirekt die Virusvermehrung. Die Fusionshemmer sind relativ neu entwickelte Substanzen und noch nicht für die Initialtherapie zugelassen.
Post-Expositions-Prophylaxe
Die Post-Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP) ist eine vorbeugende Therapie. Sie wird eingesetzt, wenn eine Übertragung von HIV erfolgt sein könnte - z.
Ob eine HIV-PEP sinnvoll und erfolgversprechend ist, muss im Einzelfall durch einen erfahrenen Arzt geklärt werden. Es ist wichtig, dass sie so früh wie möglich einsetzt, am besten innerhalb von zwei Stunden nach dem Risikokontakt, mindestens aber innerhalb von 24 Stunden. Je mehr Zeit vergeht, desto geringer wird die Aussicht, dass die Prophylaxe wirkt; nach 72 Stunden bestehen dafür keine Aussichten mehr.
Die Behandlung besteht aus einer vierwöchigen Kombinationstherapie mit drei antiretroviralen Wirkstoffen.
Der Patient sollte in dieser Zeit intensiv betreut werden, um die Einnahme der Medikamente und dadurch den Therapieerfolg sicherzustellen.
Ob die HIV-PEP wirkt, kann im Einzelfall nicht gesagt werden. Es liegen sowohl Berichte für den Erfolg, als auch für den Misserfolg der Prophylaxe vor. Die Post-Expositions-Prophylaxe ist in keinem Fall eine Alternative zur Infektionsverhütung durch Safer Sex.
Schutz vor opportunistischen Infektionen
Zum Schutz vor einigen opportunistischen Infektionen werden Medikamente und Schutzimpfungen eingesetzt.
Medikamente
Zusätzlich zu den Medikamenten gegen das HI-Virus benötigen HIV-Infizierte, deren CD4-Lymphozytenzahl unter 200 pro Mikroliter Blut gesunken ist, weitere antiinfektiöse Medikamente. Dazu gehört vor allem die Inhalation von Pentamidin, um eine Lungenentzündung durch Pneumocytis carinii zu vermeiden. HIV-Infizierte mit positivem Tuberkulintest und solche, die Kontakt mit einem Tuberkuloseinfizierten hatten, erhalten außerdem für ein Jahr eine eine Isoniazid-Prophylaxe. Isoniazid ist ein Medikament, das zur Therapie der Tuberkulose eingesetzt wird.
Die Zytomegalievirus-Retinitis, eine infektiöse Entzündung der Netzhaut im Auge, war früher eine häufige AIDS-Erkrankung. Bis zu 30 Prozent der Kranken, die unter einer Infektion mit dem Zytomegalievirus litten, erblindeten. Vor allem durch die Wirkung der antiretroviralen Kombinationstherapie (HAART) hat sich die Prognose der Patienten inzwischen deutlich verbessert. Eine Zytomegalie-Retinitis ist immer ein Anlass, sofort mit einer HAART zu beginnen. Darüber hinaus kann die Infektion heute mit speziellen Medikamenten, die auch direkt ins Auge injiziert werden können, gut behandelt werden.
Schutzimpfungen
HIV-Infizierte ohne Immunschwäche sollten Schutzimpfungen möglichst früh im Krankheitsverlauf erhalten, damit sie noch ausreichend Antikörper bilden können. HIV-Infizierte sollten alle sechs Jahre gegen Pneumokokken und jedes Jahr im Herbst gegen Grippe geimpft werden. Planen sie eine Reise in tropische Länder, sollten sie sich unbedingt rechtzeitig über die notwendigen Schutzimpfungen und sonstigen Schutzmaßnahmen informieren.
Wenn sich bei HIV-Infizierten bereits Anzeichen der Immunschwäche bemerkbar machen, sind aktive Impfungen wenig erfolgversprechend oder sogar schädlich. Für diese Patienten ist es wichtig, dass ihre Kontaktpersonen einen guten Impfschutz haben. Sie sollten über die Möglichkeiten, Infektionen zu vermeiden, aufgeklärt werden. Im Einzelfall kann auch die passive Immunisierung, also die Applikation von Antikörpern sinnvoll sein; sie bietet allerdings nur einen relativ kurzzeitigen Schutz.
HIV-positive Kinder erhalten die routinemäßigen Impfungen im Kleinkindalter. Gegen Windpocken, Masern, Mumps und Röteln sollten sie allerdings nicht geimpft werden.
Komplementäre Medizin
Allgemein
Eine kausale Therapie gibt es auch in der Naturheilkunde nicht. Die Betroffenen müssen sich daher selbst zu Fachleuten für ihre Erkrankung schulen und entscheiden, wie die Therapie aussehen soll. Unterstützung ist vor allem durch andere Betroffene zu erhalten. Ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zum Arzt ist unbedingt notwendig. Die heute verfügbaren Medikamente haben in der Therapie große Fortschritte gebracht. Weitere wichtige Faktoren sind Ernährung, ausreichend Bewegung, ein stabiles soziales Umfeld und eine im weitesten Sinn gesunde Lebensführung. Die naturheilkundlichen Maßnahmen dienen der Linderung der Krankheitssymptome und der Abfederung der Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente.
Ernährungstherapie
Die Ernährung spielt beim Verlauf der HIV/AIDS-Erkrankung eine große Rolle. Sowohl der Verlauf der eigentlichen Erkrankung als auch die Ausprägung der medikamenteninduzierten Nebenwirkungen können durch diätetische Maßnahmen günstig oder ungünstig beeinflusst werden.
Es wird empfohlen, eine genügend hohe Kalorienzahl zuzuführen. Für viele Patienten sind ca. 3000 Kalorien pro Tag notwendig. Die Nahrungszufuhr sollte auf mindestens drei Mahlzeiten täglich verteilt werden. Die Eiweißzufuhr sollte bei 100 bis 120 Gramm pro Tag liegen. Ein Drittel des Kalorienbedarfs kann über Fett abgedeckt werden, wobei mehrfach ungesättigte Fettsäuren in hochwertigen Pflanzenölen (z.
Im Zusammenhang mit der Verdauung treten eine ganze Reihe von Problemen auf, die über die Nahrungszufuhr beeinflusst werden können. Manche Kranke fühlen sich schon von sehr kleinen Mengen Nahrung gesättigt und schaffen es nicht annähernd, auf eine genügende Kalorienzahl zu kommen. Diesen Menschen wird empfohlen, die Nahrungszufuhr über viele Mahlzeiten zu verteilen. Sollten sie eine Portion nicht schaffen, kann der Rest ein oder zwei Stunden später gegessen werden. Langsames Essen und das Aufschieben des Trinkens auf eine Stunde nach jeder Mahlzeit sind ebenfalls günstig. Am leichtesten zu verdauen sind Nudeln, Kartoffeln, Brot, Obst und Obstsäfte. Sehr fette Speisen sind schwer verdaulich und tragen zu Völlegefühl bei. Ebenfalls ungünstig sind sehr scharfe Speisen und Kaffee.
Ein weiteres sehr häufiges Problem ist das Auftreten von Durchfällen. In diesem Fall sollten Milchprodukte, sehr fetthaltige Speisen, Apfelsaft, zuckerhaltige Speisen, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol ganz gemieden werden. Günstig sind Bananen, geschälte Kartoffeln und Reis. Außerdem ist auf ausreichende Trinkmengen zu achten.
Bei Übelkeit sollte darauf geachtet werden, keine Mahlzeit auszulassen, da kleine Nahrungsmengen im Magen die Übelkeit reduzieren. Wenn möglich, sollten die Patienten während des Kochens der Küche fern bleiben. Klare kühle Getränke sind günstig. Sobald die Patienten Flüssigkeit bei sich behalten können, sollten viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden. Zu bevorzugen ist leichte Kost wie Toastbrot, Nudeln, Reis und Früchte.
Andere Patienten neigen zu Verstopfung. Diese Gruppe sollte die Trinkmenge um einen weiteren halben Liter erhöhen. Bei sehr niedrigen T-Zellwerten sollte Wasser nur gefiltert oder abgekocht getrunken werden. Apfel- oder Pflaumensaft unterstützen die Stuhlentleerung. Nahrungsmittel, die den Stuhlgang fördern, sind Vollkorngetreide, Rosinen, Backpflaumen, Nüsse und Bohnen. Viele Diätprodukte sind mit dem Süßstoff Sorbitol gesüßt, der ebenfalls eine abführende Wirkung hat. Zu vermeiden sind hingegen Bananen, weißer Reis, Weißbrot, Kartoffelmus und Dosenfrüchte.
Mikrobiologische Therapie
Durch eine ungesunde Ernährung, vor allem aber durch die Antibiotikatherapie, kann die Zusammensetzung der Darmflora gestört werden. Eine fehlerhafte Zusammensetzung der Darmflora schwächt das Abwehrsystem, führt zu Gasbildung im Darm und es entstehen Darmgifte. In der ersten Phase einer Symbioselenkung werden die pathogenen Bakterien reduziert. Dies geschieht durch den Einsatz von Magnesiumperoxid. In der zweiten Phase werden die Verdauungsdrüsen angeregt und das Milieu im Dünndarm durch die Gabe von Milchzucker und Kamille stabilisiert. Die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen kann mit Bitterstoffen, z.
Die Symbioselenkung oder mikrobiologische Therapie kann nicht nur dazu beitragen, die Abwehr zu unterstützen, sondern ist besonders angezeigt, wenn Beschwerden von Seiten des Verdauungstrakts vorliegen, z.
Phytotherapie
Das bekannteste Mittel zur Abwehrsteigerung ist der Sonnenhut (Echinacea purpurea). Der Sonnenhut stimuliert das Lymphsystem, er kann die Tätigkeit der Abwehr gegen Viren steigern und in hohen Dosen Fieber auslösen. Das Mittel wird in Form von Fertigarzneien verabreicht und sollte nur genommen werden, wenn kleinere Infektionen und Erkältungen vorliegen, die noch keine Antibiotikatherapie erfordern. Die Einnahme darf nicht länger als zwei Wochen erfolgen, da es die Vermehrung der HI-Viren anregen kann.
Ginkgo (Ginkgo biloba) wird verwendet, wenn sich Veränderungen des Gedächtnisses bemerkbar machen. Das Mittel wirkt durchblutungsfördernd. Als Nebenwirkungen können Magenprobleme und leichte Kopfschmerzen auftreten. Die Einnahme sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Aloe (Aloe ferox) wird bei bestehender Verstopfung gegeben. Der Saft der Blätter wird zu einem Extrakt verarbeitet. Das Mittel darf nur kurze Zeit genommen werden. In Schwangerschaft und Stillzeit ist es kontraindiziert.
Die Mariendistel (Carduus marianus) ist ein wichtiges pflanzliches Mittel zur Unterstützung der Leber. Die Leberfunktion, vor allem die Entgiftung, wird angeregt, der Fluss des Gallensafts gefördert und geschädigte Leberzellen werden regeneriert. In der Regel werden Fertigpräparate aus den Früchten hergestellt.
Bewegungstherapie
Bewegung ist aus verschiedenen Gründen wichtig. Es ist bekannt, dass eine angemessene Bewegung sich günstig auf die Tätigkeit des Immunsystems auswirkt. Bei der HIV/AIDS-Krankheit ist sie auch wichtig, um dem Wasting-Syndrom zu begegnen. Um gegen dauerhaften Gewichtsverlust gefeit zu sein, muss eine ausreichende Muskelmasse aufgebaut werden. Es reicht also nicht aus, nur genügend Kalorien zuzuführen, da diese als Fett gespeichert werden, wenn der Muskelapparat nicht gefordert wird. Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust sollte immer zu einer gründlichen ärztlichen Untersuchung Anlass geben, um die Ursache festzustellen. Ausmaß und Art der regelmäßigen Bewegung sollten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Auf keinen Fall darf jedoch Leistungssport getrieben werden, da eine körperliche Überforderung schädlicher sein kann als auf Sport zu verzichten. Das richtige Maß ist individuell herauszufinden. Jede Anstrengung sollte von einer Ruhepause gefolgt werden. Wichtig ist weiterhin, dass eine Bewegungsform gefunden wird, die Spaß macht.
Orthomolekulare Therapie
Es wird empfohlen, hohe Dosen Vitamin C zu geben. Die Angaben schwanken zwischen einem Gramm und zehn Gramm über den Tag verteilt. Vitamin C kann Durchfall auslösen. Am besten steigert man die Dosis langsam, um sie dort einzupendeln, wo gerade noch Durchfall vermieden wird. Vitamin C ist ein so genanntes Antioxidans, es stärkt das Immunsystem.
Vitamin E (500 Milligramm pro Tag) wirkt unterstützend zur Vorbeugung gegen Infektionen. Auch Vitamin A hat eine immunstärkende Wirkung. Hohe Dosierungen (bis zu 50000 IE/Tag) dürfen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt genommen werden.
L-Carnitin ist ein Eiweißbaustein, der mit ein bis drei Gramm täglich zugeführt werden sollte. Das ist besonders wichtig, wenn man die Zufuhr von tierischem Eiweiß reduziert hat. L-Carnitin unterstützt u.
Weiterhin wird die Einnahme eines Vitamin-B-Komplexes empfohlen. B-Vitamine werden für den Aufbau von Blutzellen benötigt und begrenzen Schädigungen des Nervensystems.
Außer von Vitaminen werden die körpereigenen Abwehrzellen durch Zink (100 Milligramm pro Tag), Kupfer (fünf Milligramm pro Tag), Selen (400 Mikrogramm pro Tag) und Coenzym Q 10 (200 Milligramm pro Tag) gestärkt.
Ozontherapie
Die Ozontherapie wird in der Komplementärmedizin mit Erfolg bei einer ganzen Reihe von Krankheiten eingesetzt. Es handelt sich nicht um eine naturheilkundliche Therapie im engeren Sinn, da Ozon eine durchaus aggressive Substanz ist. Bei Einatmung kann es zu einer Schädigung der Lungenbläschen führen. Bei der Ozontherapie wird dreiwertiger Sauerstoff (Ozon) ins Blut gegeben und bewirkt dort eine Verbesserung der Stoffwechsellage sowie der Durchblutung und hemmt Entzündungen. Ozon hat eine unmittelbare Wirkung gegen Viren und wird verwendet, um die Übertragung von Hepatitis über Blutspenden einzuschränken. In den USA laufen erste wissenschaftliche Studien, die hoffen lassen, dass Ozon bei genügend hoher Konzentration auch das HI-Virus angreift.
Psychotherapie
Starke Ängste und schwere Depressionen sind bei HIV-Patienten häufig. Am gravierendsten werden die Veränderungen im Kontakt zu anderen Menschen erlebt. Ein Psychotherapeut sollte in erster Linie Begleiter sein. Es geht um eine einfühlsame Unterstützung in Form von Gesprächen zur Bewältigung der starken Gefühle, die mit der Erkrankung oft verbunden sind. Ein Psychotherapeut sollte Erfahrung in der Behandlung von HIV/AIDS-Kranken haben, da viele spezielle Probleme auftreten können und Informationen notwendig sind. In den Medien sind z.
Homöopathie
Auch in der Homöopathie stehen eine Fülle von Mitteln zur symptomatischen Behandlung zur Verfügung. Die Auswahl sollte im Einzelfall durch einen erfahrenen Homöopathen erfolgen.
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Ursachen
Die HIV-Infektion und die AIDS-Erkrankung werden durch das menschliche Immunschwächevirus (human immunodeficiency virus, HI-Virus oder HIV) ausgelöst. Eine HIV-Infektion ist allerdings nicht gleichbedeutend mit AIDS. Erst das letzte Stadium der Infektion, wenn das Abwehrsystem weitgehend zerstört ist und als Folge der Immunschwäche verschiedene Krankheitsbilder auftreten, wird als eigentliche AIDS-Erkrankung bezeichnet.
Der wichtigste Übertragungsweg
Die HIV-Infektion wird in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Sämtliche Körperflüssigkeiten HIV-infizierter oder AIDS-kranker Menschen können Viren enthalten. Virusmengen, die für eine Ansteckung ausreichen, sind aber nur im Blut (auch im Menstruationsblut), im Sperma, im Scheidensekret und in Muttermilch vorhanden. Schon bei kleinen Schleimhautverletzungen kann das Virus in den Körper der Partnerin oder des Partners eindringen. Das gilt für den Vaginalverkehr und besonders für verletzungsreiche Sexualpraktiken wie den Analverkehr.
Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass bei Geschlechtskrankheiten das Risiko einer HIV-Infektion stark steigt. Da Geschlechtskrankheiten meist Entzündungen und Geschwüre an den Genitalien verursachen, ist hier die natürliche Barriere einer gesunden Schleimhaut stellenweise zerstört. Dann ist die Gefahr einer HIV-Infektion besonders groß.
Auch durch oralen Sex ist eine HIV-Infektion möglich. Zwar ist das Infektionsrisiko gering, aufgrund der weiten Verbreitung von Zahnfleischläsionen kann aber auch dieser Übertragungsweg von Bedeutung sein.
Das Risiko sich anzustecken ist umso größer, je mehr Viren der bereits HIV-infizierte Sexualpartner im Blut hat, mit anderen Worten, je höher die Viruslast des Partners ist. Besonders hoch ist die Viruslast innerhalb der ersten Wochen nach der Infektion, bei Verschlechterung des Gesundheitszustands und im eigentlichen AIDS-Stadium.
Weitere Übertragungswege
Das HI-Virus kann auch durch Blut und Blutprodukte sowie von einer schwangeren Frau oder einer stillenden Mutter auf ihr Kind übertragen werden. Für eine Infektion durch Blut reichen bereits sehr kleine Blutmengen aus. Deshalb infizieren sich Heroinabhängige häufig über gemeinsam benutztes Spritzbesteck. Da Drogensüchtige im Rahmen der Beschaffungsprostitution häufig ungeschützten Sex zulassen, sind sie durch das Spritzen und den sexuellen Übertragungsweg doppelt gefährdet.
Selten ziehen sich auch im medizinischen Bereich tätige Menschen eine HIV-Infektion zu. Das kann durch versehentliche Nadelstichverletzungen bei der Blutabnahme oder beim Legen einer Infusion passieren.
In der Anfangsphase der Epidemie wurde das HI-Virus auch durch Bluttransfusionen oder Blutprodukte übertragen. Vor allem Bluter, die Blutgerinnungspräparate erhielten, wurden auf diesem Weg infiziert. In den Industrienationen ist dieser Übertragungsweg heute bis auf ein sehr geringes Restrisiko ausgeschlossen, da alle Blutprodukte und auch Spenderorgane einem HIV-Test unterzogen werden.
Die HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind kann im Mutterleib oder beim Stillen erfolgen. Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr außerdem während der Geburt. Das Risiko einer Ansteckung des Kindes ist erhöht, wenn der Gesundheitszustand der HIV-infizierten Mutter schlecht ist oder wenn sie sich während der Schwangerschaft mit HIV infiziert.
Durch medikamentöse Therapie und optimale Betreuung der Mutter während der Schwangerschaft kann das Übertragungsrisiko von ursprünglich etwa 20 auf unter zwei Prozent reduziert werden: Um eine Infektion unter der Geburt zu verhindern, wird ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt und um eine Infektion über die Muttermilch zu vermeiden müssen die betroffenen Frauen auf das Stillen verzichten.
Auch die Einnahme von Medikamenten gegen HIV in den letzten Wochen der Schwangerschaft reduziert das Risiko für das Kind. Vorsorglich werden die Neugeborenen in den ersten Lebenswochen ebenfalls antiretroviral behandelt.
Keine Übertragung
Das HI-Virus gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern, es kann außerhalb des Körpers nicht lange überleben. Deshalb wird es beim alltäglichen Kontakt mit HIV-infizierten Menschen nicht übertragen. Die gemeinsame Benutzung von Geschirr, Besteck, Telefon, Türklinken, Handtüchern, Toiletten, Sauna oder Schwimmbad birgt keine Ansteckungsgefahr. Auch vor Anhusten, Händeschütteln oder Umarmungen braucht man keine Angst zu haben. Weltweit ist kein Fall einer Übertragung des Virus durch Küssen bekannt.
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Links
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