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HIV-Infektion und AIDS
Symptome und Beschwerden
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Akute HIV-Infektion:
- Fieber
- Halsschmerzen
- Lymphknotenschwellungen
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Durchfall
- Gewichtsverlust
- Hautausschläge
Symptomfreies Stadium (Latenzphase):
- Keine Beschwerden
Symptomatisches Stadium:
- Lymphknotenschwellungen
- Infektionskrankheiten, die aber nicht lebensbedrohlich sind
AIDS:
- Fieber und Nachtschweiß
- Atemnot, Husten, eventuell Brustschmerzen beim Atmen
- Mundbrennen und Schluckbeschwerden
- Anhaltende Durchfälle
- Deutlicher Gewichtsverlust
- Violette Hautflecken oder Hautknoten
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Wesensveränderungen
- Vermindertes Sehvermögen
Symptome der HIV-Infektion
Die eigentliche AIDS-Krankheit, das letzte Stadium der HIV-Infektion, tritt in der Regel erst mehrere Jahre nach der Neuinfektion auf. Der AIDS-Krankheit gehen meistens drei Phasen voraus.
Akute HIV-Infektion (primäre Infektion)
Bei vielen Menschen beginnt die HIV-Infektion ohne Symptome. Bei anderen Neuinfizierten entwickeln sich akute, grippeähnliche Symptome. Dann treten sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion Fieber, Halsschmerzen und Lymphknotenschwellungen sowie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen auf. Auch Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust und Hautausschläge kommen vor. Dieser akute, fieberhafte Infekt klingt nach drei Tagen bis drei Wochen ab. Weil die Symptome auch bei vielen anderen, harmlosen Infektionskrankheiten vorkommen, werden sie von den meisten Infizierten nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht.
Die Viruslast und damit die Gefahr, andere Menschen anzustecken, ist im Anfangsstadium sehr hoch.
Während der Primärinfektion bekämpfen die Zellen des Immunsystems die HI-Viren und der Organismus beginnt, Antikörper dagegen zu bilden. Diese Antikörper sind meistens nach drei bis sechs, manchmal auch erst nach zwölf Wochen im Blut des Infizierten nachweisbar.
Symptomfreies Stadium (Latenzphase)
Nach dem Abklingen der akuten HIV-Infektion, etwa sechs Wochen bis sechs Monate nach der Virusübertragung, beginnt die Latenzphase. In diesem Stadium verspüren die HIV-Infizierten keine Beschwerden. Dem Immunsystem gelingt es, eine Art von Gleichgewicht zwischen der Vermehrung der HI-Viren und der körpereigenen Abwehr herzustellen. Eine Vernichtung der Viren gelingt nicht, sie bleiben lebenslang im Körper; die Anzahl der CD4-Lymphozyten sinkt in der Latenzphase langsam ab.
Die Infizierten fühlen sich im symptomfreien Stadium gesund, können aber auf den bekannten Infektionswegen durchaus andere Personen anstecken. Die Latenzphase kann, auch ohne Behandlung, deutlich mehr als zehn Jahre dauern. Je mehr Viren bei der Neuinfektion übertragen wurden, umso kürzer ist die Latenzphase. Eine Bestimmung der Virusmenge im Blut (Viruslast) kann darum dabei helfen, die voraussichtliche Länge des symptomfreien Stadiums abzuschätzen.
Symptomatisches Stadium
Nach der Latenzzeit machen viele Infizierte ein drittes Stadium der Infektion durch. In dieser Phase treten Infektionskrankheiten häufiger als bei Gesunden auf, weil das Immunsystem schon geschwächt ist. Die Krankheiten sind aber nicht lebensbedrohlich. Typische Symptome in diesem Stadium sind Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiß, Hautveränderungen, Pilzerkrankungen u.
Diese Phase kann Wochen bis Jahre dauern. In der Regel geht sie in das Vollbild der AIDS-Krankheit über.
Symptome der AIDS-Krankheit
Der Übergang zur letzen Phase der HIV-Infektion, der AIDS-Erkrankung, ist bei jedem Patienten anders und kann fließend sein.
In vielen Fällen häufen sich zuerst die so genannten opportunistischen Infektionen. Das sind Infektionen durch überall vorhandene Mikroorganismen, mit denen ein gesundes Immunsystem gut fertig wird. Natürlich erkranken AIDS-Patienten aber außerdem auch an Infektionen, für die gesunde Menschen anfällig sind.
Von einer AIDS-Erkrankung oder dem „AIDS-Vollbild“ spricht man erst, wenn bei einem schweren durch HIV verursachten Immundefekt ganz bestimmte Krankheiten auftreten - sie werden auch „AIDS definierende Krankheiten“ genannt. Dazu gehören z.
Im Folgenden einige typische Symptome der AIDS-Erkrankung:
Fieber und Nachtschweiß
Diese Symptome sind häufige Begleiterscheinungen bei opportunistischen Infektionen und bei Tumoren.
Husten und Atemnot
Eine häufige opportunistische Infektion bei AIDS-Patienten ist eine Lungenentzündung, die durch den Erreger Pneumocystis carinii verursacht wird. Diese Entzündung beginnt meist schleichend mit trockenem Husten, Atemnot und langsam steigendem Fieber und wird mit Antibiotika behandelt.
Wesentlich dramatischer beginnt die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung. Die Patienten erkranken plötzlich mit hohem Fieber und Schüttelfrost, und sie werden von starkem Hustenreiz mit bellendem Husten, Auswurf, Luftnot und Brustschmerzen beim Atmen gequält.
Die Ursache für Husten mit Auswurf, Atemnot und Brustschmerzen, begleitet von leicht erhöhten Temperaturen und Nachtschweiß, kann auch eine Tuberkulose sein. Auch Lungenentzündungen durch Viren, Pilze und andere Erreger kommen bei AIDS-Patienten vor.
Mundbrennen und Schluckbeschwerden
Bei vielen AIDS-Patienten ist die Mundhöhle mit dem Hefepilz Candida albicans besiedelt. Diese Infektion äußert sich als Mundbrennen, vor allem beim Verzehr von gewürzten Speisen und Alkoholika. Zusätzlich können auch Geschwüre an der Mundschleimhaut und Einrisse in den Mundwinkeln bestehen. Typisch für einen Candidabefall sind weißliche Beläge auf der Mundschleimhaut. Erstreckt sich der Candidabefall auch auf Rachen und Speiseröhre, kommen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Sodbrennen hinzu. All diese Beschwerden können so stark sein, dass die Betroffenen kaum noch essen.
Durchfall
AIDS-Patienten sind anfällig für Infektionen des Verdauungstrakts. Durchfall ist das häufigste Symptom. Je nach Erreger können die Durchfälle wässrig oder mit Blutbeimengungen auftreten und von Bauchkrämpfen und Fieber begleitet sein. Anhaltende Durchfälle können durch das Zytomegalievirus und das Herpesvirus, bei ausgeprägter Immunschwäche auch durch tierische Einzeller verursacht werden. Bakterielle Darminfektionen durch Salmonellen oder Shigellen kommen relativ selten vor, meist im Anschluss an eine Behandlung mit Antibiotika. Anhaltende Durchfälle können aber auch ein Symptom der sehr fortgeschrittenen AIDS-Erkrankung sein, die man als Wasting-Syndrom (to waste = schwinden) bezeichnet.
Wasting-Syndrom (HIV-Kachexiesyndrom)
Der unfreiwillige Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts sowie Durchfälle, anhaltendes Schwächegefühl und ständiges beziehungsweise wiederkehrendes Fieber über mehr als 30 Tage werden als Wasting-Syndrom bezeichnet, wenn ihm keine andere Krankheit zugrunde liegt.
Hautveränderungen
Violette, braun-bläuliche oder rot-braune Hautflecken und Hautknoten sind sichtbare Symptome des Kaposi-Sarkoms. Das ist ein Tumor, der aus den Blutgefäßen der Haut hervorgeht. Häufig treten die Hautveränderungen an den Beinen auf, prinzipiell sind sie aber auf der ganzen Haut zu finden. Auch die Schleimhäute, vor allem die Mundschleimhaut, sind betroffen. Das Kaposi-Sarkom mag zunächst als kosmetisches Problem erscheinen. Das stimmt auch, solange wenige Herde auf die Haut beschränkt bleiben. Das Kaposi-Sarkom wächst jedoch in die Tiefe der Haut und bildet dort ebenfalls Tumorknoten. Bei Einbruch des Tumors in die Lymphbahnen können Arme oder Beine durch Lymphstauungen massiv anschwellen. Das Kaposi-Sarkom ist bei Männern eine häufige Begleiterkrankung von AIDS, Frauen erkranken zehnmal seltener daran. Die Ursache des Sarkoms gilt heute als unklar; früher wurde eine Herpesvirusinfektion als Auslöser angenommen.
Nervenstörungen
Bei vielen AIDS-Patienten treten Störungen des Nervensystems auf. Diese Störungen können Symptome von AIDS, Zeichen eines Gehirntumors oder die Folge einer opportunistischen Infektion sein. Manche Patienten können sich nicht mehr richtig konzentrieren, außerdem lässt ihr Gedächtnis spürbar nach. Etwa 15 Prozent der Patienten erleidet einen dauerhaften Intelligenzverlust (HIV-Demenz). Auch Sprechstörungen, Gangunsicherheiten oder ein Zittern der Hände können sich bemerkbar machen. Andere Patienten wirken depressiv, sehr ängstlich oder aggressiv. Solche Wesensveränderungen können sowohl Ausdruck einer Gehirnbeteiligung als auch Folge der belastenden Erkrankung sein. Weiterhin kommen Taubheits- und Kribbelgefühle an den Beinen und zunehmende Muskelschwäche vor.

