Inhaltssuche

Suche im Experten-Ratgeber, Lexika und Medikamenten
Bakterielle Hauterkrankungen

Bakterielle Hauterkrankungen

Bakterien verursachen viele Hauterkrankungen. Die häufigsten Erreger sind kugelförmige Bakterien, die als Haufenkokken (Staphylokokken) oder Kettenkokken (Streptokokken) vorkommen.

Hautporen, Haarschäfte und feinste Hautverletzungen sind Eintrittspforten für eine Vielzahl von Keimen. Auch bei chronischen Entzündungen der Haut kommt es häufig zu einer bakteriellen Besiedlung. Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind besonders infektionsgefährdet.

Mitunter tritt die Entzündung der Haut als Folge einer Infektion der Schleimhäute oder inneren Organe auf. Bei wiederholt auftretenden eitrigen Hauterkrankungen muss deshalb immer nach dem Auslöser gesucht werden.


Diagnostik

Am Anfang jeder dermatologischen Untersuchung stehen die genaue Betrachtung der Haut und die körperliche Untersuchung mit Abtastung der Lymphknoten. Oftmals kann eine sichere Diagnose schon anhand der Hautveränderungen gestellt werden. Dies gilt auch für die bakteriellen Hautinfektionen, die oft an typischen Körperstellen auftreten und deren Aussehen charakteristisch ist.

Gelegentlich allerdings sind Blut-, Eiter- und Urinuntersuchungen notwendig, um den Erreger zu identifizieren.

Bei Erkrankungen mit schwerem Verlauf, z.

Zum Nachweis einer Zwergflechte macht man sich die Eigenschaft des Erregers zunutze, bei Licht einer bestimmtem Wellenlänge zu fluoreszieren. Hält man eine UV-Lampe über die infizierten Körperareale, leuchten diese korallenrot.


Eiterflechte

Die Eiterflechte (Impetigo contagiosa), auch als Grindflechte bezeichnet, wird durch Streptokokken, gelegentlich auch durch Staphylokokken ausgelöst. Sie ist sehr ansteckend und gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten im Kindesalter. Gewöhnlich befällt sie Gesicht, Kopf, Arme und Beine der Kinder. Die typischen Hautzeichen treten zwei bis fünf Tage nach der Infektion zuerst im Gesicht auf. Um den Mund herum haben die Kinder honiggelbe Krusten und Auflagerungen, die aus Bläschen und Pusteln entstanden sind.

Eine Sonderform der Impetigo ist das Mundwinkelgeschwür, auch Mundwinkelrhagade oder Faulecke genannt, das ohne Behandlung nur sehr langsam abheilt. Der eitrige Bläschenausschlag ist ansteckend und kann auch über Wäsche und Waschlappen übertragen werden.


Lochschwäre

Die Lochschwäre (Ekthym) ist eine fortschreitende Streptokokkeninfektion, die die oberste Hautschicht durchdringt und linsen- bis münzengroße, scharf geränderte Hautgeschwüre auslöst. Zudem kann es zu Fieber und Lymphknotenschwellungen kommen. Bei großflächiger Erkrankung besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Besonders Kinder mit stark herabgesetzter Infektabwehr leiden unter den Hautgeschwüren, die meist am Unterschenkel entstehen.


Rotlauf

Eine Reihe von Bakterieninfektionen werden von Tieren oder Tierprodukten auf den Menschen übertragen. Der gefährliche Milzbrand (Anthrax) kommt heute in Westeuropa nur noch selten vor. Häufiger ist der Rotlauf (auch Schweinerotlauf oder Erysipeloid). Schweinefleisch, Salzwasserfische und Geflügel sind typische Infektionsquellen. Einige Tage nach erfolgter Infektion bilden sich im Bereich der Eintrittspforte (meist an den Fingern oder dem Handrücken) blaurote, randbetonte Flecken aus. Die Infektion verläuft in der Regel ohne Schwellungen und Fieber. Ohne eine Behandlung kann es zu Schäden an Gelenken und inneren Organen kommen.


Symptome und Beschwerden

  • Pusteln, honiggelbe Krusten, meist nur an Gesicht und Händen
  • Wässriger oder eitriger Bläschenausschlag
  • Scharf begrenzte Rötung um eine kleine Hautwunde
  • Rote, randbetonte Flecken
  • Leicht schuppender Hautausschlag
  • Zeichen der akuten Entzündung mit Rötung, Erwärmung und Schwellung des betroffenen Hautbereichs
  • Schmerzen
  • Eventuell hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Eventuell Schwellung der benachbarten Lymphknoten

Therapie

Lokalisationen

Konventionelle Medizin

Bakterielle Infektionen der Haut werden mit Antibiotika behandelt. Zunächst wird häufig äußerlich mit Salben behandelt, die Antibiotika enthalten und auf die Haut aufgetragen werden. Tritt nach einem Zeitraum von vier bis fünf Tagen keine Besserung ein, was häufig der Fall ist, wird eine systemische Therapie eingeleitet, meist in Form einer oralen Antibiotikatherapie.

Um die Heilung zu beschleunigen, behandelt man bei einigen Erkrankungen wie der Wundrose zusätzlich örtlich mit keimabtötenden Alkohollösungen.

Mehr anzeigen



Wundrose

Betroffene Hautschichten

Die Wundrose (Erysipel) ist eine akute Infektion der tiefer liegenden Hautschichten (Lederhaut), die sich über die Lymphgefäße ausbreitet. Um eine oftmals unscheinbare Eintrittspforte, z.

Bei der Wundrose kommt es häufig zu Rückfällen; die Schädigung der Lymphgefäße kann einen Lymphstau mit Ödembildung verursachen.

Eine Sonderform dieser Erkrankung ist die Gesichtswundrose. Sie findet sich meist als hochroter, zungenförmiger Ausschlag auf dem Nasenrücken, Augenlidern und an den Wangen. Die Erreger stammen meist aus dem Nasen-Rachen-Raum. Die Patienten haben ein starkes Krankheitsgefühl.


Zwergflechte

Eine häufige bakterielle Hautinfektion, die nicht durch Kugelbakterien ausgelöst wird, ist die Zwergflechte (Erythrasma). Hierbei handelt es sich um eine oberflächliche Infektion der Haut, die durch so genannte Corynebakterien hervorgerufen wird. Besonders in den Achselhöhlen, im Bereich der Leisten und bei Frauen unter den Brüsten verursachen die Bakterien scharf begrenzte, rotbraune, leicht schuppende Herde.


Links

Berufsverband der Deutschen Dermatologen
www.derma.de - Website der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
www.haut.de - Website der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie
www.2m2-haut.de - Website der Präventionskampagne Haut der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

Medikamenten- und Lexikon-Suche

Arzneimittel und Generika finden und bestellen

Das jameda Lexikon

Häufig gesuchte Medikamente zum Thema "Haut, Haare":

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon