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Bauchfellentzündung

Bauchfellentzündung

Bei einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) sind die Innenhäute des Bauchraums entzündet. Dieser lebensbedrohliche Zustand tritt immer als Folge einer anderen Erkrankung auf, z.

Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine doppelschichtige, bindegewebige Haut (Membran), die aus zwei Schichten besteht: dem parietalen Bauchfell, das die Bauchhöhle auskleidet, und dem viszeralen Bauchfell, das Bauch- und Beckenorgane überzieht. Beide Schichten zusammen haben beim Erwachsenen eine Fläche von ca. zwei Quadratmetern.

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Diagnostik

Die Krankengeschichte liefert oft schon wichtige Anhaltspunkte zur Diagnose, vor allem über die auslösende Ursache der Bauchfellentzündung. Die Untersuchung des schmerzenden Bauchs ist wegen der Abwehrspannung oft schwierig.

Die Röntgenübersichtsaufnahme des Bauchs zeigt als Zeichen der Darmlähmung Spiegel von Luft und Flüssigkeit in den Darmschlingen. Genauere Auskunft über die möglichen Ursachen gibt eine Ultraschalluntersuchung. Hierbei lassen sich Größe, Form und Zustand der Bauchorgane sowie der weiblichen Geschlechtsorgane und der Nieren beurteilen. Ebenfalls kann man mit dieser Methode Wasseransammlungen im Bauch feststellen; oft wird gleichzeitig mit einer Bauchpunktion etwas von dieser Flüssigkeit entnommen, damit diese im Labor untersucht werden kann (auf den Eiweißgehalt, Entzündungs- oder Tumorzellen und Krankheitskeime). Allerdings wird die Ultraschalluntersuchung durch den Luftgehalt des Bauchs oft erschwert, beziehungsweise ihre Aussagekraft eingeschränkt.

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Symptome und Beschwerden

Der Herzschlag
  • Starke Schmerzen im Bauch
  • Aufgeblähter Bauch
  • Verhärtung der Bauchmuskulatur (brettharter Bauch)
  • Schlechtes Allgemeinbefinden
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Kein Abgang von Stuhl oder Darmwinden

Eine Bauchfellentzündung kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen. Man unterscheidet Beschwerden, die durch die Bauchfellentzündung selbst hervorgerufen werden, und Beschwerden, die Ausdruck der Krankheit (Grundkrankheit) sind, welche die Bauchfellentzündung verursacht hat.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Eine Bauchfellentzündung bessert sich nur, wenn es gelingt, die auslösende Störung zu beseitigen. Nur eine gering ausgeprägte und lokal begrenzte Bauchfellentzündung lässt sich mit einfachen Maßnahmen wie Nulldiät, Bettruhe und Medikamenten behandeln. Dies setzt jedoch voraus, dass die Grundkrankheit auf ähnliche Behandlungsmaßnahmen anspricht.

In der Mehrzahl der Fälle müssen die zugrunde liegenden Ursachen (beispielsweise ein geplatztes Zwölffingerdarmgeschwür oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft) operativ beseitigt werden. Während der Operation spült der Arzt das Bauchfell, besonders die entzündeten Bezirke, mit Kochsalzlösung und Antibiotika aus, da bei fast jeder Bauchfellentzündung Bakterien die entscheidende Rolle spielen. Nach der Operation werden noch einige Schläuche im Bauch belassen, durch welche die Spülungen und Antibiotikagaben für einige Tage fortgesetzt werden können.

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Ursachen

In den meisten Fällen ist eine Bauchfellentzündung auf eine Infektion oder eine Entzündung zurückzuführen, die von einem anderen Organ im Bauch ausgeht. Weniger häufig entsteht eine Peritonitis aufgrund von Tumoren oder Verletzungen. Die Auslöser einer Bauchfellentzündung können aber auch in anderen Teilen des Körpers lokalisiert sein wie bei einer Blutvergiftung, die von einem Abszess ausgeht.

Darmwanddurchbruch

Eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Bauchfellentzündung ist ein Loch (Perforation) oder ein undichter Bezirk in der Wand des Magens oder des Darms, z.

Durchwanderungsperitonitis

Häufig reicht es für die Entstehung einer Bauchfellentzündung auch schon aus, wenn in einem stark entzündeten und geschädigten Darmabschnitt Bakterien die Darmwand durchwandern und sich in der Bauchhöhle ansiedeln. Dies geschieht häufig bei einer Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendizitis). In der Nachbarschaft eines stark entzündeten Organs kann sich das Bauchfell auch ohne die Mitwirkung von Bakterien entzünden. Dies ist häufig bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse der Fall. In der Folge kommt es aber meist doch noch zu einer bakteriellen Infektion.

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Links

Deutscher Hausärzteverband
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Berufsverband Deutscher Internisten
Deutsche Gesellschaft für Internistische Notfallmedizin


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