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Chlamydieninfektion

Chlamydieninfektion

Eine Infektion mit Chlamydien ruft eine Geschlechtskrankheit hervor, die mit der Gonorrhö (Tripper) vergleichbar ist. Die Erkrankung ist auf der ganzen Welt verbreitet: In den USA werden schätzungsweise vier Millionen Menschen pro Jahr damit infiziert. Auch in Deutschland sind Chlamydieninfektionen mit Abstand die häufigsten, sexuell übertragbaren Erkrankungen. Chlamydieninfektionen sollten ernst genommen werden, denn ohne Behandlung kann die Infektion Unfruchtbarkeit zur Folge haben.


Diagnostik

Um die Infektion gegen die sehr ähnlich verlaufende Gonorrhö abzugrenzen, ist eine genaue Diagnostik unerlässlich. Bei Verdacht auf eine Chlamydieninfektion wird bei Männern ein Abstrich von der Harnröhre entnommen, bei Frauen ein Abstrich vom Gebärmutterhals. Die Untersuchung des Abstrichmaterials mit einem Spezialtest erlaubt den Direktnachweis des Erregers. Weitere diagnostische Möglichkeiten sind die Zellkultur des Erregers und verschiedene Bluttests. Bei einer beschwerdearm oder beschwerdefrei verlaufenden Erkrankung findet man im Abstrichmaterial keine Chlamydien. Dann lässt sich die Infektion nur durch spezifische Antikörper gegen Chlamydien im Blut nachweisen.


Komplikationen

Unbehandelt kann sich eine Chlamydieninfektion auf andere Organe ausbreiten und schwere Komplikationen verursachen.

Komplikationen beim Mann
Ein Übergreifen der Erreger auf die Prostata und die Nebenhoden kann schwere Entzündungen dieser Organe (Prostatitis, Epididymitis) verursachen, die eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben können.

Komplikationen bei der Frau
Aufsteigende Chlamydieninfektionen des Gebärmutterhalses führen zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis), die oft nur geringe Beschwerden verursacht. Häufig tritt die Erkrankung erst nach einem belastenden Ereignis wie etwa einer Geburt in Erscheinung: Dann bestehen ausgeprägte dumpfe Unterbauchschmerzen, Fieber und ein eitrig-blutiger Ausfluss.

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Symptome und Beschwerden

Bei Harnröhrenentzündung:

  • Schmerzen, Jucken und Brennen beim Wasserlassen
  • Ausfluss aus der Harnröhre

Bei Entzündung des Gebärmutterhalses:

  • Vaginaler Ausfluss und Schmierblutungen
  • Dumpfe Unterbauchschmerzen

Bei Männern verlaufen ungefähr 25 Prozent der Chlamydieninfektionen ohne Beschwerden ab, bei Frauen sind es sogar 75 Prozent. Deshalb können vor allem Frauen unwissentlich die Krankheit auf ihre Sexualpartner übertragen. Auch asymptomatisch verlaufende Chlamydieninfektionen gehen jedoch mit Narbenbildungen in den betroffenen Organen einher und sind daher häufig die Ursache von Unfruchtbarkeit.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Eine Chlamydieninfektion wird mit Antibiotika behandelt. Als besonders wirksam gegen Chlamydien haben sich Tetracycline und Makrolidantibiotika erwiesen. Bei unkomplizierten Verläufen reicht eine 14-tägige antibiotische Behandlung, bei Komplikationen erstreckt sich die Behandlung über einen längeren Zeitraum. Um eine erneute Infektion zu vermeiden, ist es bei einer Chlamydieninfektion besonders wichtig, den Sexualpartner immer mitzubehandeln.

Vorbeugung

Besonders gefährdet von Chlamydieninfektionen sind Personen mit häufig wechselnden Partnern. Schutz vor einer Chlamydieninfektion bietet die Verwendung von Kondomen.

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Ursachen

Als Chlamydien bezeichnet man eine Gattung von sehr kleinen Bakterien, die nur innerhalb von anderen Zellen wachsen und sich vermehren können. Von Chlamydia trachomatis, einer Chlamydienart, die nur beim Menschen vorkommt, sind verschiedene Typen (Serotypen A bis L) bekannt. Diese lösen unterschiedliche Krankheiten aus: Die Serotypen A bis C sind für die Entstehung einer entzündlichen Augenkrankheit (Trachom) verantwortlich, die Typen D bis K für die genitale Chlamydieninfektion und der Typ L verursacht eine vor allem in den Tropen vorkommende Geschlechtskrankheit.

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Links

Informationen des Robert Koch-Instituts über Chlamydiose
Informationen des Robert Koch-Instituts über sexuell übertragbare Erkrankungen
Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu den Themen Sexualaufklärung und Familienplanung


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

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